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Sound Surround

Mehrkanalton mit Linux

01.02.2006 Wer sein Linux liebt, gönnt ihm teure Hardware. Nicht so bei Soundkarten: Hier funktionieren die günstigen Modelle meistens besser.

Gutes muss nicht immer teuer sein, eine Soundkarte schon gar nicht. Die meisten Benutzer wollen schließlich auf dem PC Musik konsumieren, nicht produzieren. LinuxUser machte die Probe aufs Exempel und kaufte in einem geizigen Warenhaus die zwei günstigsten 5.1-Surround-Karten für jeweils 15 Euro. Das mulmige Gefühl, das den Autoren sonst bei Billigprodukten befällt, blieb bei diesem Kauf aus, da bereits die Verpackung beider Karten Linux-Support versprach.

Einbauen, genießen

Wie sich beim Auspacken der zwei Karten herausstellt, bauen beide auf dem nicht mehr ganz taufrischen Chip CMI 8738 auf. Die Linux-Unterstützung des Chips ist sehr gut. Auf der Treiber-CD der Genius-Karte befinden sich sogar Linux-Treiber – allerdings sind diese stark veraltet und aktuellere Versionen längst im Kernel integriert. Die Treiber von der CD zu installieren, bringt somit mehr Schaden als Nutzen (außer Sie arbeiten noch mit Suse 6.1). Beide Karten verfügen über fünf Ein- beziehungsweise Ausgänge: Drei für Center/LFE, Front- und Rücklautsprecher, sowie zwei für den Line-In- und den Mikrofon-Eingang. Die beiden letzteren lassen sich über die Mixer-Einstellungen auch als Ausgänge verwenden. Eine ähnliche Methode wenden auch Onboard-Soundkarten mit 5.1-Support an. Wie Sie diese einrichten, lesen Sie weiter unten. Über einen Jumper auf der Soundkarte lässt sich die Reihenfolge für Center und Bass ändern. Bei den von uns getesteten Karten war dies aber nicht notwendig.

Die Begrüßungsmelodie von Breezy Badger erklang nach dem Einbauen der neuen Karte bereits über das 5.1-Soundsystem, allerdings nur auf drei der fünf Lautsprecher. Unter Suse blieb das 5.1-System von Creative anfänglich ganz stumm. Ein Setup der Karte über YaST | Hardware | Sound verhalf aber auch hier zu einem ersten Ergebnis mit normalem Stereo-Sound über den Center und die beiden Front-Speaker. Dazu musste YaST die Onboard-Karte zuerst entfernen, da es sonst nicht möglich war, die neue Karte als Standard-Gerät zu definieren.

Mixer einrichten

Die meisten grafischen Mixer-Programme verbergen in der Grundeinstellung zahlreiche Optionen vor dem Benutzer. Am besten öffnen Sie deshalb für Tests ein Terminalfenster und starten das Mischpult der Advanced Linux Sound Architecture über den Befehl

alsamixer

Beide Soundkarten bringen eigentlich auch Regler für den digitalen S/PDIF-Ausgang mit. Der entsprechende Ausgang ist aber auf diesen Low-Cost-Karten nicht zu finden. Sie können deshalb sämtliche Einträge ignorieren, die mit IEC895 beginnen. Relevant für Surround sind die Regler Line-In-Mode, Mic-In-Mode, PCM und Four Channel Mode. Arbeiten Sie unter Gnome mit dem Mixer-Applet des Panels, wählen Sie über einen Klick mit der rechten Maustaste auf das Applet-Icon den Menüpunkt Lautstärkeregler öffnen aus und fügen dann die entsprechenden Regler über Bearbeiten | Einstellungen hinzu (Abbildung 1). Auf der Kommandozeile starten Sie das Mischpult über gnome-volume-control.

Abbildung 1: Bei den meisten Lautstärkereglern müssen Sie spezielle Anzeigen erst freischalten.

Starten Sie nun einen beliebigen Player, um einen längeren Testsound abzuspielen. Wechseln Sie dann auf den Reiter Schalter und kreuzen Sie die Funktion Four Channel Mode an. Die Musik sollte nun aus sämtlichen Lautsprechern ertönen. Besitzen Sie neben dem 5.1-Soundsystem noch ein weiteres Boxenpaar, können Sie dieses zusätzlich anschließen. Klicken Sie dazu auf den Reiter Optionen und wählen Sie für Mic-In Mode: den Eintrag Center/LFE Output (Abbildung 2). Dies ist auch dann praktisch, wenn Sie normalerweisen den Sound über eine Stereoanlage hören, und das 5.1-System nur für Filme einschalten. Sie müssen dann nicht die Klinkenstecker umtauschen, sondern erledigen diesen Wechsel bequem über das Mixer-GUI.

Abbildung 2: Praktisch:Zusätzlich zu den drei Ausgängen für den 5.1-Sound lassen sich auch der Line-In- und der Mikrofon-Eingang als Ausgänge freischalten.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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