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Verführerische Frucht

Linux auf dem aktuellen Powerbook

Was geht, was nicht

Das X-Window-System läuft. Nun kommt die Zeit für eine Bestandsaufnahme. Zunächst die erfreulichen Nachrichten: Das Power-Management, ein kritischer Punkt bei Notebooks, funktioniert dank Pbbuttonsd sehr gut. Der Linux-PPC-Guru Benjamin Herrenschmidt hat in den letzten Wochen und Monaten viel dazu beigetragen, dass Apple-Notebooks nicht nur sanft entschlummern, sondern auch zuverlässig wieder aufwachen. Probleme bereitet einzig die Tastaturbeleuchtung. Sie spricht nicht auf die Eingaben über die Funktionstasten an.

Die im PowerBook integrierte Standard-Hardware arbeitet ohne große Probleme. Der aktuelle Kernel 2.6.15-rc5 erkennt den IDE-Chip zuverlässig und spricht ihn auch im DMA-Modus an, was einen hohen Datendurchsatz ermöglicht. Über das neue Packet-Writing-Interface in Linux 2.6 steuern Sie den eingebauten IDE-Brenner sogar ohne SCSI-Emulation an. Im Test leistete sich dieser keine Aussetzer.

Auch die Standard-Kommunikationswege klappen problemlos. USB 2.0, Firewire 400/800 und Bluetooth zeigen sich betriebsbereit mit dem Linux Kernel. Während des Tests beobachteten wir lediglich gelegentliche Timeouts beim angeschlossenen USB-Drucker – das mag die Schuld des USB-Treibers gewesen sein. Erfolg verspricht auch das im Powerbook integrierte Modem. Es arbeitet mit dem Slmodem-Treiber zusammen.

Der von Apple verwendete Grafikchip Radeon 9700 kommt zwar mit satten 128 MByte Videospeicher daher, dessen 3D-Fähigkeiten unterstützt das X.org-Modul für ATI-Grafikkarten allerdings nicht. Vermutlich ändert sich das in nächster Zeit auch nicht, denn ATI plant nicht, seinen Linux-3D-Treiber auch auf die PowerPC-Architektur zu portieren. Der 2D-Modus arbeitet jedoch ohne Probleme.

Airport Extreme

Eine Meldung erstaunt, wenngleich vor zwei Monaten niemand damit gerechnet hätte: Die interne WLAN-Netzwerkkarte des Powerbooks (Airport Extreme) ließ sich mit dem erst kürzlich veröffentlichten Broadcom-34xx-Treiber zumindest so in Betrieb nehmen, dass eine Verbindung zum WLAN-Access-Point klappte.

Das täuscht jedoch nicht über den frühen Entwicklungsstatus des Treibers hinweg: Der beherrscht im Moment weder das DHCP-Protokoll noch WEP- oder WAP-Verschlüsselung. Da aber bis dato der Glaube vorherrschte, dass in naher Zukunft kein Treiber für die Karten zu erwarten sei, stellt auch ein halbfertiger Treiber einen wichtigen Schritt nach vorne dar.

Der Hersteller Broadcom weigerte sich bislang und weigert sich noch immer, die Hardware-Spezifikationen der Karte offenzulegen. Der aktuelle Treiber beruht auf auf Informationen aus so genanntem Reverse Engineering und läuft dementsprechend noch nicht hundertprozentig.

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