Verführerische Frucht

Linux auf dem aktuellen Powerbook

01.02.2006
Gelobt sei, was hart macht: Zum Beispiel, Linux auf einem aktuellen Apple Powerbook zu installieren.

Apples iBook-Serie erfreut sich großer Beliebtheit. Das wundert nicht, bieten die Notebooks mit dem Apfel doch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und verfügen zudem über einen G4-Power-Prozessor. Auf dessen Vorteile gegenüber Intel-kompatiblen Prozessoren schwören Apple-Benutzer schon seit langem.

Die Installation von Linux auf dem iBook fällt zwar nicht leicht; sie ist aber auch kein Hexenwerk – mindestens zwei Artikel im letzten Jahr haben das unter Beweis gestellt ([1],[2]). Neben der iBook-Serie verkauft der Hersteller auch Notebooks mit einer gehobeneren Ausstattung: Die PowerBook-Serie wendet sich besonders an professionelle Anwender und tritt zudem mit dem Anspruch auf ein besonders exquisites Aussehen an.

Wie aber schlägt sich Linux auf diesen Geräten – insbesondere auf der letzten Powerbook-Generation, die Apple im Oktober 2005 offiziell vorgestellt hat? LinuxUser untersucht im Praxistest, wo es bei Installation und Konfiguration noch hakt.

Ausstattungsvarianten

Während manche Hersteller von Intel-Notebooks Anwender vor allem mit einer Flut von Modellreihen und Bezeichnungen malträtiert, setzt Apple in der Powerbook-Reihe auf nur drei Modelle: Diese unterscheiden sich am augenfälligsten durch die Display-Größe – es stehen Varianten mit 12, 15 und 17 Zoll zur Auswahl.

Das kleinste Modell nimmt eine Sonderrolle ein, weil es sich dabei eigentlich um eine getunte iBook-Variante handelt, in der wesentliche Merkmale der anderen Systeme fehlen. Die Ausstattungsvarianten mit 15- und 17-Zoll-Bildschirm kommen mit 1,67-GHz-Prozessor, 512 MByte DDR2-RAM sowie einer 80 oder 100 GByte großen Festplatte.

Bei diesen Modellen gehört ein DVD-Brenner ebenfalls zum Pflichtprogramm, er bewältigt sogar Dual-Layer-DVDs. Grafik und Video erledigt bei den Powerbooks eine Grafikkarte von ATI, Modell Radeon 9700 Mobility. Mit dieser stehen Ihnen 128 MByte Videospeicher zur Verfügung. Der Artikel bezieht sich im Folgenden auf das 15-Zoll-Standardmodell (Abbildung 1), jedoch mit einem auf 1,5 Gbyte erweiterten Arbeitsspeicher.

Abbildung 1: Das 15-Zoll-Powerbook verfügt über ein Aluminium-Gehäuse, das sehr wenig wiegt, aber interessante Technik in sich birgt.

Die Zahl der Linux-Distributionen für die PowerPC-Architektur ist überschaubar: Neben dem bekannten Debian-Port existieren zur Zeit noch Ubuntu Linux, Gentoo sowie Yellow Dog Linux. Letzteres gibt es jedoch nur gegen Bares. Erfreulich für Besitzer von Apple-Hardware: Das Fedora-Projekt portiert auch Pakete auf PPC.

Weil der Debian-Port mit Abstand der Älteste ist, empfiehlt es sich, für den Linux-Test auf dem Powerbook auf die freie Distribution zu setzen. Die Installation erfolgt insofern mit der aktuellen stabilen Debian-Version 3.1; später im Test landeten außerdem Pakete auf dem System, die aus dem Zweig Unstable der Distribution kommen.

Plattenplatz

Ein Problem wirft die Linux-Installation bei allen Macs gleichermaßen auf: Für Apple scheint es nämlich völlig unverständlich, dass ein Benutzer unter Umständen neben Mac OS noch ein zweites Betriebssystem installieren möchte. Deshalb hat die Festplatte beim PowerBook wie bei allen Apple-Maschinen ab Werk bloß genau eine Festplatte, die das Mac OS bewohnt.

Einen Weg aus dieser Misere eröffnet das Programm Ipartition (Abbildung 2) von Coriolis Software [3], dass Macintosh-Partitionen laut Herstelleraussage verlustfrei verändert. Wollen Sie die Festplatte neu partitionieren, installieren Sie anschließend erst Mac OS und danach Linux.

Abbildung 2: Das kommerzielle Tool Ipartition hilft beim verkleinern einer bestehenden Mac-Partition.

Verzichten Sie auf die Kosten für neue Partitionierungs-Software, so können Sie ersatzweise auf ein ansprechendes Tool zurückgreifen, das Apple gleich mitliefert. Es verkleinert jedoch keine bestehenden Bereiche. Legen Sie dazu die mitgelieferte Mac-OS-DVD in das Laufwerk, und drücken Sie sofort nach dem Systemstart mit dem Apple-typischen Startgeräusch die Taste [C]. Halten Sie diese gedrückt, dann startet das Powerbook von dem eingelegten Medium.

Den integrierten Partitionierer erreichen Sie über das Apple-Menü; der entsprechende Eintrag lautet Festplattendienstprogramm und erlaubt unter Partitionieren das grafische Aufteilen der Platte. Wählen Sie ein Partitionsschema mit zwei Partitionen. Beachten Sie dabei, dass Linux zwingend auf die erste Partition der Festplatte muss; die zweite verwenden Sie also als Volume für Mac OS.

Speichern Sie die Änderungen am Partitionsschema und starten Sie danach die Mac-OS-Installation. Anschließend beginnt das eigentliche Abenteuer Linux.

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