Internet-Radio: Programmtipps aus der Redaktion

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Die LinuxUser-Redaktion stellt für Sie die Lauscher auf: Was hören Redakteure nach Feierabend oder bei der Arbeit? Hier finden Sie ein Best-of der persönlichen Favoriten.

Web- oder Internet-Radios erfreuen sich aus mehreren Gründen besonderer Beliebtheit: Zum einen finden sich darin alle gewünschten Formate und Geschmacksrichtungen; zum anderen erweitert sich das Sendegebiet im Gegensatz zum konventionellen Hörfunk dramatisch: So tönen auch im weit entfernten Ausland die heimischen Nachrichten.

Nicht zuletzt die leichte Bedienbarkeit führt zu einer großen Popularität bei den Hörern: Einfach die URL in den Browser laden, in den meisten Fällen leitet der den Stream an das passende Plugin weiter.

Neben dem Streaming-Angeboten der alteingesessenen Sendeanstalten sprießen in den letzten Jahren zunehmend kleine Stationen aus dem Boden, die sich ganz auf das Internet-Broadcasting spezialisieren und nur via WWW Präsenz zeigen. Sie beleben die Programmvielfalt ungemein, wenngleich sich nicht selten ein Betreiber in der juristischen Grauzone bewegt.

Ein Kessel Buntes

Was geht also ab zwischen Bits und Bytes? Die LinuxUser-Redaktion liefert Ihnen hier eine Hörprobe von Sendern, die bei den Redakteuren hoch im Kurs stehen. Lehnen Sie sich also zurück und klinken sich einfach mal für ein paar Minuten in die Kanäle ein.

Technik des Internet-Radios

Internet-Radios senden Multimedia-Inhalte. Diese haben die Eigenschaft, Bandbreite en masse zu beanspruchen. Um also über die mitunter langsamen Leitungen noch mit akzeptabler Geschwindigkeit zu senden, kommen mehrere Techniken zum Einsatz.

Durch Kompression drücken die Sender die Datenmenge. Sie setzen dabei auf bekannte Formate wie MP3, Real Audio oder die freie Variante Ogg. Aus der Windows-Welt entstammen die Formate Windows Media Audio und Windows Media Video für Ton- und Bilddaten. Das MPEG-4-Audioformat AAC (Advanced Audio Coding) kommt dagegen bei Apples iTunes zum Einsatz.

Passende Codecs bereiten die Daten für den Versand über das Netz auf. Den eigentlichen Transport übernimmt dann das Streaming-Protokoll. Hier existieren wieder unterschiedliche Standards: Weit verbreitet hat sich das Realtime Transport Protocol (RTP), aber auch das gute alte HTTP-Protokoll.

Zum Steuern der erforderlichen Bandbreite unterhalten sich Client und Server meist über einen weiteren Kanal. Dieser funktioniert bidirektional – das heißt, beide Parteien haben die Möglichkeit, Anfragen an den jeweils anderen Kommunikationspartner zu schicken.

College-Chaos und britischer Humor

Der Weltbürger Mathias Huber widmet sich neben seiner Arbeit als Redakteur mit unerschöpflicher Energie seiner umfangreichen Musiksammlung.

Die Radiolandschaft der USA ist legendär: Unzählige kleine Stationen an den Colleges oder in lokaler Trägerschaft (Community Radios) sorgen für enorme Vielfalt. Dank Internet können auch Sie daran teilhaben. WFMU (http://wfmu.org) aus New Jersey beispielsweise bietet ein breites Spektrum an Musikstilen, die im Mainstream-Radio selten gespielt werden: Dazu gehören alte Soul-Räritäten in der Sendung "Downtown Soulville" und der atemberaubende Weltmusik-Mix von "Give the Drummer Some". Der Sender bietet Live-Streams im Real- und MP3-Format sowie archivierte Sendungen und Podcasts.

Ebenfalls an der amerikanischen Ostküste ist WUSB zu Hause, genauer: auf dem Uni-Campus Stony Book in Long Island. In den neunziger Jahren exerzierte hier Eric Corley vor, was in einer unabhängigen Radiostation alles möglich ist: Nächtliche Telefondiskussionen über Gott und die Welt, eine Live-Reportage aus einer Telefonzelle und Musik aus einem Archiv von mehreren zehntausend LPs.

Die Sendung trug den programmatischen Titel "Brain Damage" und ist unter http://www.2600.com/braindamage/ archiviert. Eric ist unter dem Namen Emmanuel Goldstein auch Herausgeber des Hacker-Fanzines 2600 und plaudert mit seinen Kollegen in der Sendung "Off the Hook" (http://www.2600.com/offthehook/) wöchentlich über Mobiltelefone, RFID-Chips, Datenschutz und Politik.

Nicht jenseits des Atlantik, sondern nur einen Sprung über den Ärmelkanal entfernt betreibt die britische Rundfunkanstalt BBC eine große Internet-Abteilung. Es lohnt sich, das breite Radio-Angebot mit Sport, Nachrichten und aktueller britischer Musik unter http://www.bbc.co.uk/radio/ zu durchforsten.

Mein besonderer Tipp ist jedoch BBC 7 http://www.bbc.co.uk/bbc7/, das Unterhaltungssendungen aus den letzten 50 Jahren aus dem Archiv zaubert. Hier treffen Sie alte Bekannte wie Miss Marple und Sherlock Holmes und können manchen Schatz aus der BBC-Geschichte neu entdecken: Beipielsweise hören Sie, was Erzkomödianten wie Peter Sellers und John Cleese in den fünfziger und sechziger Jahren im Radio getrieben haben, bevor sie durch Film und Fernsehen weltberühmt wurden.

Vieleicht gehören Sie aber auch zu den ersten, die den nächsten Superstar des britischen Humors bei den BBC New Comedy Awards kennen lernen. Auf der Seite "Listen Again" stehen jeweils alle Sendungen der vergangenen Woche als Real-Streams zur Verfügung.

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