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Massig Speicher

GMX MediaCenter ins lokale Dateisystem einbinden

01.02.2006
Egal an welchem Ort oder mit welchem System: Solange Ihnen ein Internetzugang zur Verfügung steht, haben Sie Ihre Daten mit der Online-Festplatte des GMX MediaCenters stets griffbereit.

Der Freemail-Anbieter GMX [1] stellt seit einiger Zeit seinen Kunden das so genannte Media-Center [2] zur Verfügung, welches sich auch über das WebDAV-Protokoll ansprechen lässt. Jedem Anwender steht damit eine Speicherkapazität von einem GByte zur freien Verfügung. Für Windows stellt GMX ein Programm zur Verfügung, das die Ressource im lokalen Verzeichnisbaum mountet. Unter Linux führt das Programm Davfs2 [3] zum selben Ziel.

Abbildung 1: Dank Davfs2 fügt sich das Mediacenter von GMX nahtlos in den lokalen Verzeichnisbaum ein.

WebDAV?

Die meisten Anwender kennen den Begriff WebDAV – nur wenige können allerdings damit etwas anfangen. Bei WebDAV – das Kürzel steht für Web-based Distributed Authoring and Versioning – handelt es sich technisch gesehen um eine Erweiterung des altbekannten HTTP-Protokolls. Zu dessen zusätzlichen Fähigkeiten zählen das Hochladen und (simultane) Editieren von Dateien sowie das Erstellen von Verzeichnissen sowie das Verschieben und Kopieren von Dateien. Da das Protokoll wie auch HTTP auf Port 80 arbeitet, lässt es sich in aller Regel auch hinter Firewalls problemlos nutzen.

Zum Zugriff auf WebDAV-Ressourcen stehen unter Linux mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Die bequemste bietet Konqueror, der durch den KIO-Slave webdav: über eine vollwertige Unterstützung des Protokolls verfügt. Die Eingabe von webdav://mediacenter.gmx.net öffnet nach Eingabe der Kundennummer respektive GMX-E-Mail-Adresse und des zugehörigen Passworts die Ressource im Datei-Manager. Damit stehen auch für das GMX MediaCenter alle Operationen zur Verfügung, die Sie auch von der Arbeit mit dem lokalen Dateisystem kennen (beispielsweise Drag & Drop).

WebDAV transparent

Eine wesentlich elegantere Methode, das GMX MediaCenter zu nutzen, wäre es, die Ressource ähnlich wie andere Netzwerk-Freigaben in das lokale Dateisystem einzuhängen. Damit ließe sich der Speicherplatz im Netz der Netze völlig transparent nutzen. Genau das ermöglicht der Treiber davfs2, der sich als Bindeglied zwischen dem Online-Datenspeicher und dem lokalen Dateisystem einklinkt.

Als Voraussetzung dafür muss im Kernel die Unterstützung für das Coda-Filesystem aktiviert sein (Abbildung 2). Das ist jedoch bei den meisten Systemen bereits in der Grundeinstellung der Fall. Weiterhin setzt die Nutzung von Davfs2 die Installation der Pakete (lib)neon und OpenSSL voraus. Auch diese gehören zum Standardumfang jeder größeren Distribution wie Suse, Fedora oder Debian (Ubuntu).

Abbildung 2: Die aktivierte Coda-Unterstützung im Kernel ist Voraussetzung für das erfolgreiche Mounten von WebDAV-Ressourcen.

Auch die Installation von Davfs2 erfolgt weitgehend unspektakulär. Für Debian-Systeme findet sich das passende Paket im Repository Universe; Sie richten es wie gewohnt mittels Synaptic oder Apt-get ein. Nutzen Sie eine andere Distribution, dann laden Sie von der Webseite [3] das zu Ihrem Kernel passende Davfs2-Paket herunter.

Da mount.davfs mit Root-Rechten gestartet werden muss, versehen Sie es mithilfe des Kommandos chmod u+s mount.davfs mit dem Suid-Bit. Danach kopieren Sie die Datei in das Verzeichnis /sbin. Damit das Programm beim Start die Prozess-ID hinterlegen kann, erstellen Sie den Ordner /var/run/mount.davfs. Beachten Sie dabei, dass die Gruppe users Schreib-und Ausführrechte für dieses Verzeichnis haben muss.

Unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit der Datei ist das Ausführen von mount.davfs den Mitgliedern der Gruppe users vorbehalten. Alle Benutzer, die Davfs2 nutzen möchten, müssen also dieser Gruppe angehören.

TIPP

Um anderen Gruppen als der voreingestellten users die Ausführberechtigung der Applikation mount.davfs zu ermöglichen, kompilieren Sie die Quellen von Davfs2 mit der Option ./configure --with-group=Gruppenname.

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