Distribits

01.02.2006

Kurz notiert

In Debian 3.1r1 haben die Entwickler alle im letzten halben Jahr erschienenen Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen zu einem neuen Release zusammengestellt. Sie legen Wert auf die Feststellung, dass es sich dabei um keine neue Version der Distribution handelt. Das Release mit Patch-Sammlung steht für alle unterstützten Architekturen als CD- und DVD-Image auf den Spiegelservern von Debian (http://www.debian.org) zum Download bereit.

Ark Linux (http://www.arklinux.org) ist in Version 2005.2 erschienen. Die Distribution richtet sich vor allem an Desktop-Benutzer und setzt sich vollständig aus freier Software zusammen. Die Basis-Distribution findet auf einer CD Platz und bietet zusätzlich Ergänzungen für Server-Software und Programmentwicklung sowie Spiele, Extra-Software und Unterstützung weiterer Sprachen an. Als Desktop verwendet Ark Linux das aktuelle KDE 3.5. Besonderes Augenmerk richteten die Entwickler auf eine bessere Unterstützung von USB-Druckern und von ATI-Grafikchips der Serien Radeon 9600 und 9800. Die bessere Einbindung von WLAN-Chipsätzen verschiedener Hersteller zählt ebenfalls dazu, wobei mittels NDIS-Wrapper auch auf Windows-XP-Treiber zurückgegriffen wird. Basis-Distribution und Erweiterungen stehen zum freien Download auf der Projekt-Homepage zur Verfügung.

Asterisk@Home (http://www.asterisk.org), eine Distribution zum Aufsetzen einer Voice-over-IP-Telefonanlage, hat Version 2.0 erreicht. Asterisk@Home ist eine angepasste Version von CentOS, das wiederum auf den freien Quellen von Red Hat Enterprise Linux basiert. Basis der Telefonanlage ist das aktuelle Asterisk 1.2. Zur Konfiguration bringt die Distribution ein Web-Interface mit, über das sich auch der Status der Anlage abfragen lässt. Asterisk@Home empfängt mittels SpanDSP Faxe und liefert die Festival Speech Engine in einer aktuellen Version mit.

Mark Shuttleworth, Begründer von Ubuntu,und Richard Stallman, Gründer der GNU-Bewegung, haben sich auf eine Version von Ubuntu Linux verständigt, die ausschließlich freie Software im Sinne der Free Software Foundation enthält. Als Name für die Distribution denkt Shuttleworth an Gnubuntu: Die entsprechende Domain ist schon registriert, aber noch nicht mit Leben gefüllt. Zur Realisierung seines Vorhabens sucht Shuttleworth noch Mitstreiter – besonders Programmierer, die sich mit den Kerntools des GNU-Projekts auskennen.

Die Betreiber der Webseite SquiggleOS behaupten, das Digital Rights Managment der Distribution Linspire http://www.linspire.com geknackt zu haben. Um zu verhindern, dass Pakete für Linspire auf anderen Distributionen installiert werden, hat der Distributor die Pakete verschlüsselt. SquiggleOS krititisiert dies und sieht darin einen Verstoß gegen die GPL. Die Autoren der Seite fordern Linspire-Nutzer auf, sich über diese Praxis beim Hersteller zu beschweren.

Mazedonien hat 5000 Rechner in öffentlichen Schulen auf Ubuntu Linux umgestellt. Die Entscheidung für Ubuntu fiel aufgrund der Tatsache, das die Verantwortlichen den Gnome-Desktop bevorzugten, da dieser einfach zu bedienen und bereits zum größten Teil ins Mazedonische übersetzt sei.

IBM und Novell belohnen diejenige Organisation, die als tausendste der Kooperation zwischen dem Bundesinnenministerium und den beiden Unternehmen zur Förderung des Einsatzes von Linux in der öffentlichen Verwaltung beitritt. Ein Server mit installiertem Suse Enterprise Server winken als Preis. Ein weiteres System soll unter den anderen 999 Einrichtungen verlost werden. Bisher sind unter anderem die Stadt Schwäbisch-Hall, das Bundesamt für Finanzen und das Bundesarchiv in Koblenz dem Vertrag beigetreten.

Novell hat mit Jeffrey Jaffe einen neuen Chief Technology Officer (CTO), nachdem der bisherige CTO Alan Nugent bereits im März 2005 seinen Rückzug bekannt gegeben hatte. Jaffe kommt vom Netzwerkausrüster Lucent und wird unter anderem für die Produktsparte Linux verantwortlich sein.

Die Entwickler von Ubuntu (http://www.ubuntulinux.org) haben die zweite Testversion des kommenden Ubuntu 2006.04 --Codename "Dapper Drake" – zum Testen freigegeben. Sie hoffen zwar, dass die Version keine kritischen Fehler mehr enthält, raten vom Einsatz in produktiven Umgebungen aber dringend ab. Die "Flight 2" genannte Vorabversion bringt neben Kernel 2.6.15 eine neue Infrastruktur zur Hardware-Erkennung und ein neues Dateisystem für die Live-CD mit. Auch die Desktops KDE und Gnome sind in aktuellen Versionen vertreten. Besonderes am Herzen lag den Entwicklern die Beschleunigung des Startvorgangs. Zum Downlaod sollten die Interessenten Bittorrent verwenden, Download-Links finden sich auf der Ubuntu-Homepage.

Die deutsche MandrivaUser-Community (http://www.mandrivauser.de) hat einen Abzug der kompletten Webseite samt Forum zusammen mit einer Live-CD von Mandriva 2006 zum Download bereit gestellt. Enthalten sind neben den auf der Webseite veröffentlichten Artikel auch Nachrichten rund um Mandriva und Linux und die FAQs. Daneben veröffentlichten die Macher von MandrivaUser die dritte Ausgabe des deutschsprachigen Mandriva-Magazins, das wie die Live-CD zum kostenlosen Download auf der Homepage des Projekts verfügbar ist.

Fli4l Version 3

Der Diskettenrouter fli4l (http://www.fli4l.de) ist nach langer Entwicklungszeit in Version 3.0.0 freigegeben worden. In den letzten zwei Jahren stellten die Macher die Distribution auf Kernel 2.4 und die Platz sparende C-Bibliothek uClib um. Kernel 2.4 erlaubt den Einsatz des Paketfilters Iptables, bisher war das weniger mächtige Ipchains enthalten.

Das System ist so gebaut, dass es mit der Virtualisierungssoftware Xen einsetzbar ist. In der Grundausstattung passt fli4l auf eine Diskette, das System lässt sich aber auch um zahlreiche Programme und Dienste erweitern, so dass dann doch eine Festplatte oder Speicherkarte zur Installation nötig wird. Als Rechner gilt ein 486er mit 16 MByte Speicher als absolute Mindestausstattung. Beim Einsatz weiterer Module wie Mail- oder Webservern steigen die Ansprüche an Prozessor und Arbeitsspeicher.

In der aktuellen Version ist fli4l mehrsprachig. Auch das grafische Frontend, das die Konfiguration des Routers von einem anderen Rechner im Netz aus ermöglicht, ist überarbeitet worden und präsentiert sich wie die Webseite des Projekts in neuem Gewand. Die Distribution und die zahlreichen Erweiterungen stehen auf der Homepage des Projekts zum Download bereit.

Grafikers Werkzeugkasten

Mediainlinux (http://www.mediainlinux.org) ist eine auf Knoppix 4 basierende Live-Distribution, die die wichtigsten Werkzeuge zur Multimedia-Produktion mitbringt.

Als Desktop verwendet Mediainlinux Gnome, zur Bildbearbeitung ein aktuelles Gimp. Scribus ermöglicht DTP, und zum Zeichnen gibt es gleich zwei mächtige Werkzeuge: Sodipodi und Inkscape. Videos editiert der Benutzer mit Lives – DV-Authoring ermöglicht Kino. Zur Musikproduktion ist Wired mit an Bord und Mixxx stellt ein digitales DJ-System für MP3- und Ogg-Dateien zur Verfügung.

Die Benutzerdaten passen auf einen Speicherstick. Eine Installation des Systems auf der Festplatte ist ebenso möglich.

Medialinux bringt alle nötigen Werkzeuge zur Grafikbearbeitung mit.

Fedora wird langsam fünf

Das Entwicklerteam von Fedora Core 5 stellte Mitte Dezember die erste Testversion vor. Die wichtigste Änderung ist der Umstieg auf den X-Server X11R7.0 von X.org. Dieser ist stark modular aufgebaut – aus bisher zehn Paketen sind rund hundert geworden. Verbesserungen oder Fehlerkorrekturen sollen so nur noch an den kleinen Paketen nötig sein, was die Wartungsfreundlichkeit erhöht. X.org 7.0 installiert sich zudem in die normale Dateisystem-Hierarchie und verzichtet auf den bisher verwendeten eigenen Ast unter /usr/X11R6.

Daneben überarbeiteten die Entwickler das Installationsprogramm und integrierten die Virtualisierungssoftware Xen. Für Software-Aktualisierungen steht nun das Programm Pup zur Verfügung, als Desktops dienen Gnome 2.12 und KDE 3.5. Die Entwickler überlegen allerdings, noch auf Gnome 2.14 umzuschwenken, wenn es denn rechtzeitig fertig wird. Wie immer fehlen bei Fedora Programme, die nicht unter einer Open-Source-Lizenz stehen, oder bei denen die Entwickler Probleme mit Patenten befürchten – darunter solche zum Zugriff auf NTFS sowie Abspielprogramme für MP3-Dateien und verschiedene Video-Formate.

Fedora Core 5 dient aller Vorraussicht nach als Grundlage für Red Hat Enterprise Linux 5, das Ende 2006 erwartet wird. Die Testversion steht für die Architekturen x86, x86_64 und PPC zum Download zur Verfügung. Wenn alles glatt geht, sollen noch zwei weitere Testversionen folgen, ehe Ende Februar oder Anfang März die endgültige Fassung fertig ist.

DCC 3.0 ist fertig

Die Debian Common Core Alliance (http://www.dccalliance.org) hat Version 3.0 ihres gemeinsamen Standards für eine Debian-basierende Linux-Distribution veröffentlicht. An der Entwicklung waren die Firmen und Projekte Mepis, Knoppix, Xandros, LinEx, Linspire, Progeny, Sun Wah, User Linux und Credativ beteiligt.

Die DCC will keine vollständige Distribution herausgeben: Vielmehr geht es ihr darum, die Systeme der Beteiligten so zu vereinheitlichen, dass Softwarepakete auf deren Distributionen problemlos funktionieren. Dazu kommen die Einhaltung fester Release-Zyklen und die Unterstützung der Linux Standard Base (LSB). DCC stellt eine Reihe grundlegender Debian-Pakete bereit, die zur Zeit noch auf den unterstützten Distributionen nachinstalliert werden müssen.

Im Laufe der Zeit werden diese Pakete dann in die beteiligten Distributionen integriert, so dass Software-Entwickler eine genau definierte Umgebung vorfinden.

Als Referenz steht auf dem Server der DCC ein kleines Debian-System einschließlich X-Server, Hotplug und automatischer Hardware-Erkennung zum Download bereit. DCC unterstützt die Architekturen x86, IA-64, AMD64 und EM64T. Das System besteht aus 237 Paketen für die 32-Bit-Architektur und 239 für 64-Bit-Systeme. 200 Pakete stammen unverändert von Debian 3.1, die restlichen umfassen X.org und sorgen für die LSB-Konformität. Die Referenz gibt es als ISO-Image. DCC selbst ist als APT-Depot verfügbar.

Archie Live

Archie Live (http://archie.dotsrc.org), bisher unter dem Namen AL-AMLUG bekannt, ist eine Live-CD, die auf Arch Linux basiert. Die Distribution ist für Rechner der i686er-Prozessorfamilie optimiert und benutzt die gleichen Pakete wie Arch Linux, die es mit dem einfach zu bedienenden Paketmanager Pacman verwaltet.

Archie Live basiert auf der aktuellen Version 0.7.1 von Arch und bringt somit verbesserte Unterstützung für drahtlose Netzwerkkarten mit – auch mittels NDIS-Wrapper. Die neuesten Nvidia-Grafikkartentreiber sind ebenfalls enthalten.

Die Softwareausstatung ist sparsam, aber vollständig. Neben Firefox zum Surfen gibt es Abiword in einer aktuellen Version, Gimp und Inkscape sind für grafische Arbeiten dabei und mit Xmms gibt es einen komfortablen Musikspieler. Sylpheed für E-Mail und Gaim für IRC befinden sich ebenso an Bord. Als Desktop verwendet Archie zur Zeit Xfce, es sind auch noch Varianten mit KDE und Gnome geplant.

Zur Installation des Systems auf der Festplatte dient ein grafisches Programm, das an die Installationsprogramme von Mepis oder PCLinuxOS erinnert, und den Benutzer sicher durch alle Schritte der Installation führt.

Archie ist eine Live-Version von Arch Linux und bringt alles für die tägliche Arbeit mit.

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