Fedora wird langsam fünf

Das Entwicklerteam von Fedora Core 5 stellte Mitte Dezember die erste Testversion vor. Die wichtigste Änderung ist der Umstieg auf den X-Server X11R7.0 von X.org. Dieser ist stark modular aufgebaut – aus bisher zehn Paketen sind rund hundert geworden. Verbesserungen oder Fehlerkorrekturen sollen so nur noch an den kleinen Paketen nötig sein, was die Wartungsfreundlichkeit erhöht. X.org 7.0 installiert sich zudem in die normale Dateisystem-Hierarchie und verzichtet auf den bisher verwendeten eigenen Ast unter /usr/X11R6.

Daneben überarbeiteten die Entwickler das Installationsprogramm und integrierten die Virtualisierungssoftware Xen. Für Software-Aktualisierungen steht nun das Programm Pup zur Verfügung, als Desktops dienen Gnome 2.12 und KDE 3.5. Die Entwickler überlegen allerdings, noch auf Gnome 2.14 umzuschwenken, wenn es denn rechtzeitig fertig wird. Wie immer fehlen bei Fedora Programme, die nicht unter einer Open-Source-Lizenz stehen, oder bei denen die Entwickler Probleme mit Patenten befürchten – darunter solche zum Zugriff auf NTFS sowie Abspielprogramme für MP3-Dateien und verschiedene Video-Formate.

Fedora Core 5 dient aller Vorraussicht nach als Grundlage für Red Hat Enterprise Linux 5, das Ende 2006 erwartet wird. Die Testversion steht für die Architekturen x86, x86_64 und PPC zum Download zur Verfügung. Wenn alles glatt geht, sollen noch zwei weitere Testversionen folgen, ehe Ende Februar oder Anfang März die endgültige Fassung fertig ist.

DCC 3.0 ist fertig

Die Debian Common Core Alliance (http://www.dccalliance.org) hat Version 3.0 ihres gemeinsamen Standards für eine Debian-basierende Linux-Distribution veröffentlicht. An der Entwicklung waren die Firmen und Projekte Mepis, Knoppix, Xandros, LinEx, Linspire, Progeny, Sun Wah, User Linux und Credativ beteiligt.

Die DCC will keine vollständige Distribution herausgeben: Vielmehr geht es ihr darum, die Systeme der Beteiligten so zu vereinheitlichen, dass Softwarepakete auf deren Distributionen problemlos funktionieren. Dazu kommen die Einhaltung fester Release-Zyklen und die Unterstützung der Linux Standard Base (LSB). DCC stellt eine Reihe grundlegender Debian-Pakete bereit, die zur Zeit noch auf den unterstützten Distributionen nachinstalliert werden müssen.

Im Laufe der Zeit werden diese Pakete dann in die beteiligten Distributionen integriert, so dass Software-Entwickler eine genau definierte Umgebung vorfinden.

Als Referenz steht auf dem Server der DCC ein kleines Debian-System einschließlich X-Server, Hotplug und automatischer Hardware-Erkennung zum Download bereit. DCC unterstützt die Architekturen x86, IA-64, AMD64 und EM64T. Das System besteht aus 237 Paketen für die 32-Bit-Architektur und 239 für 64-Bit-Systeme. 200 Pakete stammen unverändert von Debian 3.1, die restlichen umfassen X.org und sorgen für die LSB-Konformität. Die Referenz gibt es als ISO-Image. DCC selbst ist als APT-Depot verfügbar.

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