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Digitales TV per Satellit, Kabel und Antenne

Sat-Karte zweckentfremdet

Wollen Sie hingegen komplett auf DVB-T umsteigen, etwa um die Kabelgebühren zu sparen, haben Sie ein Hardware-Problem: Es gibt keine Full-Featured-Empfangskarten für DVB-T mehr. Die 2004 verkauften Technotrend-Modelle, die noch gelegentlich bei Ebay angeboten werden, eignen sich zwar prinzipiell für den DVB-T-Empfang – der Tuner der Karte beherrscht jedoch nur das UHF-Band, Sie können also einige Kanäle aus dem VHF-Band nicht empfangen. In der Praxis hat es sich bewährt, selbst bei reinen DVB-T-Systemen eine Full-Featured-Sat-Karte einzusetzen, die lediglich für die Wiedergabe benutzt wird, und dann ein bis zwei DVB-T-Budget-Karten (Abbildung 6) nur für den Empfang nachzurüsten. Selbstverständlich könnten Sie auch eine DVB-C-Karte für die reine Wiedergabe benutzen, diese ist jedoch deutlich teurer als etwa eine Technotrend DVB-S Revision 1.3.

Abbildung 6: Für den DVB-T-Empfang gibt es nur noch Budget-Karten wie diese Hauppauge WinTV Nova-T im Handel. Da VDR jedoch zur Wiedergabe eine Full-Featured-Karte benötigt, zweckentfremdet man dafür häufig eine Sat-Karte, die DVB-T-Karte übernimmt dann lediglich den Empfang.

Alles neu: HDTV

HDTV ist seit der IFA im September 2005 das Schlagwort in der Unterhaltungsindustrie: Mit dem Anpfiff der Fußball-WM Mitte diesen Jahres soll das hochauflösende Fernsehen massentauglich sein und das bisherige PAL-System ablösen. Hatte man bei der Einführung des Farbfernsehens zur Fußball-WM 1974 darauf geachtet, dass alte Schwarz-Weiß-Fernseher auch weiterhin benutzt werden können, ist HDTV völlig inkompatibel zur bisherigen Hardware: Alles muss raus, vom Fernseher über den Decoder und DVD-Player bis hin zum Videorekorder.

HDTV sieht zwei verschiedene Bildgrößen vor, einmal 720p mit 1280x720 Pixeln in Vollbildern (progressive scan) und 1080i mit 1920x1080 Pixeln in zwei Halbbildern (interlaced). Die meisten Sendeanstalten, die HDTV-Aussendungen planen, haben sich bereits für den hochauflösenden 1080i-Modus ausgesprochen, 720p scheint in Europa die Ausnahme zu bleiben. Auch die Filmverleiher planen DVDs in 1080i, allerdings erst in einiger Zeit, wenn Datenträger mit höherem Fassungsvermögen als herkömmliche doppelschichtige DVDs zur Verfügung stehen.

Um dem Kunden die Orientierung zu erleichtern, hat die Unterhaltungsindustrie das Logo "HD ready" für Fernseher eingeführt. Ein solches Logo bekommen nur Geräte, die mindestens eine Auflösung von 1280x720 Pixeln (720p) besitzen und sowohl 720p als auch 1080i – wenn auch herunterskaliert – darstellen können. Zudem muss das Display das Seitenverhältnis 16:9 besitzen und über einen digitalen Eingang mit Verschlüsselung verfügen. Letzteren hat die Filmindustrie durchgesetzt, damit niemand die hochauflösenden Inhalte zwischen DVD-Player und Fernseher abzweigen und anderweitig speichern kann.

Die meisten HD-fähigen LCD-Fernseher besitzen jedoch eine Auflösung von 1366x768 Pixeln – was zur Folge hat, dass sie Signale mit 720p künstlich hochrechnen und 1080i verkleinern müssen. Technisch ist dies kein Problem, führt jedoch immer wieder zu deutlich sichtbaren Artefakten oder Streifenbildung, wie dies auch von herkömmlichen Computer-LCD-Monitoren bekannt ist, die mit einer zu kleinen Bildschirmauflösung betrieben werden und das Eingangssignal auf die gesamte Fläche hochrechnen. Diesen Effekt verstärkt auch die sehr starke, verlustbehaftete Kompression des Ausgangssignals – so waren auf der IFA 2005 an diversen Ständen regelmäßig Klötze und andere Bildfehler zu beobachten. LCD-Fernseher mit der vollen HDTV-Auflösung von 1080i gibt es de facto noch nicht am Markt.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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