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Digitales TV per Satellit, Kabel und Antenne

Bilder aus der Ferne

Das digitale Zeitalter hat das Fernsehen erreicht: Statt Schlieren und Geisterbildern soll die Flimmerkiste künftig hochauflösende Bilder darstellen. Diese zu empfangen oder aufzunehmen, macht nicht nur am Linux-PC einige Schwierigkeiten.

Das digitale Fernsehen ist ungebrochen auf dem Vormarsch, egal ob Sie über Satellit, Kabel oder die Hausantenne empfangen. Während die Astra-Satellitengruppe bereits seit Jahren mehr digitale als analoge Fernseh- und Radiokanäle anbietet (DVB-S), kann man den Digitalempfang über die Hausantenne (DVB-T) noch nicht überall nutzen – der flächendeckende Ausbau läuft jedoch und soll spätestens 2010 abgeschlossen sein. Nur das Kabelfernsehen hinkt ein wenig hinterher, hier dominieren noch die analogen Fernsehkanäle – spätestens 2015 ist aber auch damit Schluss.

Das Digital Video Broadcasting (DVB) legt für alle drei Übertragungswege fest, dass das Bild als MPEG-2-Datenstrom übertragen wird. Allerdings unterscheidet sich die Qualität je nach Bandbreite des Mediums enorm. Da herkömmliche Fernseher mit einem MPEG-Datenstrom nichts anfangen können, benötigen Sie in jedem Fall für jeden Empfänger, ob Fernseher oder Videorekorder, einen entsprechenden Decoder respektive Receiver.

Himmlisches Fernsehvergnügen

Der Satellitenempfang ist derzeit an Vielfalt nicht zu überbieten, Sollten Ihnen die über tausend Digitalkanäle auf Astra nicht ausreichen, können Sie mit einem zweiten LNB problemlos benachbarte Satelliten anzapfen und somit weitere Programme hinzufügen. Die meisten deutschsprachigen und vor allem unverschlüsselten Sender (FTA, Free to Air) übertragen jedoch die Astra-Satelliten auf der geostationären Position 19,2 Grad Ost.

Dem Sat-Empfang sind jedoch enge Grenzen gesetzt: Wer in einem Mietshaus lediglich über einen West- oder Nordbalkon verfügt, hat keine Chance auf Sat-Empfang – die Satelliten stehen allesamt im Süden bis Südosten. Das Nachbarhaus in Südrichtung ist hingegen nicht immer ein Problem, sofern es weit genug entfernt ist: Die Schüssel muss in einem Winkel von etwa 35 Grad über den Horizont ausgerichtet werden. Wenn Sie zunächst abschätzen wollen, ob Sie überhaupt eine Chance auf Sat-Empfang haben, befestigen Sie einfach ein Geodreieck oder einen Stab im Winkel von 35 Grad an einer Wasserwage. Dann gehen Sie an den geplanten Aufstellungsort und peilen über den Stab oder das Dreieck in Richtung Süd-Südost – haben Sie einigermaßen freie Sicht, lohnt es sich, probehalber eine Schüssel auszuleihen, um den Empfang zu testen.

Viele Vermieter und Eigentümergemeinschaften verbieten jedoch, eine Schüssel fest am Haus zu installieren. Ist der Mieter oder Wohnungseigentümer kein Ausländer und verfügt das Haus über einen Kabelanschluss, lässt sich eine eigene Schüssel rechtlich praktisch nicht durchsetzen. Oft geht es jedoch nur um die Optik: Ein 90-Zentimeter-Spiegel ist nicht unbedingt eine Zierde für jedes Haus. Für diese Fälle bietet die Industrie passende Lösungen an. Abbildung 1 zeigt eine Auswahl von Spezialspiegeln, die sich leicht in die örtliche Umgebung einfügen lassen und aufgrund der Größe und ihrer Form kaum oder gar nicht auffallen.

Abbildung 1: Satellitenschüsseln müssen nicht immer auffallen: Der Digiglobe rechts vorne sieht im geschlossenen Zustand wie eine Gartenlampe aus, die noch dazu beleuchtet werden kann, der Digicube unten wird mit einem Plastikdeckel verschlossen, den Sie auch bemalen können.

Spezialantennen

Der Digiglobe für rund 200 Euro bei [1] etwa hat die Form und das Aussehen einer Gartenlampe, der Durchmesser des Lampenschirms beträgt knapp 50 Zentimeter. Ein Blick ins Innere der Lampe in Abbildung 1 rechts vorne zeigt die Cassegrain-Antenne mit dem Feed-Horn in der Mitte. Auf der Rückseite sitzen der LNB und eine Lampenfassung, in die Sie eine Energiesparlampe einsetzen können. Die Empfangsleistung des Digiglobe entspricht etwa der einer 60-cm-Offset-Schüssel.

Der Digicube von [1] kostet ebenfalls rund 200 Euro, hat eine Kantenlänge von 50 Zentimetern und enthält einen kleinen, herkömmlich aufgebauten Spiegel. Wie üblich sitzt der LNB für den Empfang vor dem Spiegel. Sie können den Digiglobe sogar bis zu 15 Zentimeter tief im Garten eingraben, da der Satellit sehr hoch über dem Horizont steht. Mit einer passenden "Tarnbemalung" versehen, verschwindet der Digicube optisch zwischen den Büschen oder vor einem Blumenbeet, so dass sich niemand über eine Verschandelung der Fassade beschweren kann.

Für besonders hartnäckige Fälle gibt es transparente Spiegel von Thomson [2], die jedoch wie herkömmliche Schüsseln einen Ausleger für den LNB benötigen. Sie bestehen aus einem transparenten Kunststoff, der mit einem feinen Drahtgeflecht durchzogen ist – aus wenigen Metern Entfernung ist der Reflektor nicht mehr auszumachen. Problematisch ist jedoch die Anbringung am Gebäude: Wie bei einer herkömmlichen Satellitenschüssel auch ist der transparente Spiegel für die Montage an einem Wandhalter oder Antennenmast ausgelegt. Als Mieter oder Wohnungseigentümer dürfen Sie jedoch die Bausubstanz nicht ungefragt beschädigen, zudem ist die feste Installation einer Satellitenschüssel erlaubnispflichtig.

Die Lösung ist eine mobile Montage, etwa indem Sie die Wandhalterung oder den Masten nicht am Haus, sondern an einem Betonklotz oder Randstein aus dem nächsten Baumarkt befestigen. Abbildung 2 zeigt die vom Autor gewählte Lösung mit einem L-förmigen Randstein, der über 35 Kilo wiegt. Alternativ können Sie auch einen Alu-Standfuß (etwa: Best.-Nr. 258598 von Conrad-Elektronik) verwenden, dem Sie mit ein oder zwei Beton- oder Steinplatten zusätzliches Gewicht verleihen. Bei der Montage auf dem Balkon, wie in Abbildung 2 gezeigt, ist es nicht einmal nötig, die Schüssel über der Brüstung zu montieren: Da der Satellit rund 35 Grad über dem Horizont steht, genügt ein Abstand von etwas mehr als einem Meter zur Balkonbrüstung für den ungestörten Empfang.

Abbildung 2: Die Schüssel ist lediglich mit dem Betonblock verschraubt und stellt damit keine ortsfeste, sondern eine mobile und damit genehmigungsfreie Empfangsanlage dar. Durch die Montage unterhalb der Balkonbrüstung ist nicht einmal die Optik der Gebäudefront beeinträchtigt.

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