Buchtipp

01.02.2006

Digitales Fotoalbum ohne rote Augen

Fotobücher gibt es viele, doch kaum eines beschäftigt sich mit Digitalfotografie unter Linux. Diese Lücke füllt das Buch von Frank Birnstiel und Kollegen. Das Autorenteam, das auch die Website http://www.ebv4linux.de betreibt, vermittelt solides fotografisches Wissen und beweist gleichzeitig Linux-Kompetenz.

Die Verfasser erklären neben Brennweiten und Blenden auch die Meldungen, die der Kernel beim Anschließen des Fotoapparats an den Rechner ausgibt. Sie behandeln alle Arbeitsgänge der digitalen Fotografie vom Import der Bilder bis zum Papierausdruck. Beim Archivieren und einfachen Nachbearbeiten kommt Digikam in der aktuellen Version 0.8.0 zum Einsatz. Die Autoren zeigen, wie Sie das Programm Ufraw einbinden, um die Rohdaten der Bilder zu nutzen.

Die Mischung aus Theorie und Praxis stimmt: Sie lernen zum einen Tonwerte, Histogramme und Farbräumen kennen, zum anderen führen die Autoren Schritt für Schritt durch die wichtigsten Arbeitsgänge – ob Sie die im Blitzlicht oft rot aufleuchtenden Pupillen retuschieren möchten oder Panoramabilder mit dem Programm Hugin erstellen.

Wer sich nicht an der jovialen Wir-Form der Texte stört, findet in diesem Buch einen umfassenden und vor allem Linux-spezifischen Ratgeber zur Digitalfotografie.

Birnstiel, Kamppeter, Schnebeck, Volkmer Digitale Fotografie unter Linux Bomots Verlag ISBN 2-915925-15-1 226 Seiten, 8 Farbtafeln, 19,80 Euro http://www.bomots.de

Eine bunte Sammlung Multimedia-Tipps

Audio, Video, Foto – Das englischsprachige "Linux Multimedia Hacks" von Kyle Rankin möchte Benutzern des freien Betriebssystems den Weg zum ungetrübten Mediengenuss zeigen. Das Buch enthält 100 Tipps, die sowohl GUI-Programme als auch Tools für die Kommandozeile behandeln.

Die Spannbreite reicht von Trivialem wie der Installation des Flash-Plugins bis zu selbstgeschriebenen Hot-Plug-Skripten, die Fotos automatisch von der Kamera auf den Rechner übertragen.

Der größte Teil des Buchs beschäftigt sich mit ausgewachsenen Anwendungen wie Amarok, VLC, K3B und Imagemagick. Die Einträge zu Mplayer erklären unter anderem, wie Sie proprietäre Codecs und die Libdvdcss nachinstallieren. Linux-Neulinge mag die Vielfalt der Multimedia-Anwendungen überraschen, Leser des LinuxUser finden hier viel Bekanntes wieder.

Leider führt das Konzept der Reihe zu inhaltlichen Lücken. So bespricht Kyle Rankin das Verwalten von Digitalfotos mit dem Programm F-Spot ausführlich, erwähnt das ebenso leistungsfähige Digikam jedoch nur in einem Nebensatz.

Hier liegt die Schwäche solcher Tipp-Sammlungen: Einen vollständigen Überblick über ein Thema, verbunden mit Vergleichen und Wertungen, darf der Leser von ihnen nicht erwarten.

Kyle Rankin Linux Multimedia Hacks O'Reilly ISBN 0-596-10076-0 330 Seiten, 29 Euro http://www.oreilly.de

Wissenschaftliche Arbeiten mit OpenOffice

Viele Studenten gehen mit knappen Finanzen durchs Studium. Da bietet sich der Einsatz des freien Büropaketes OpenOffice förmlich an. Kai Surendorf wendet sich mit seinem Buch "Wissenschaftliche Arbeiten mit OpenOffice.org 2.0" genau an diese Zielgruppe sowie an alle, die regelmäßig Dokumente erstellen, die formal bestimmten Kriterien genügen müssen.

Der Autor konzentriert sich im Wesentlichen auf den Umgang mit der Textverarbeitungskomponente. Das Erstellen von Grafiken, Slides und mathematischen Formeln sowie das Programmieren von Makros findet ebenfalls Raum. Eher bescheiden nimmt sich dagegen der Verweis auf die interne Programmiersprache aus.

Trotz kleinerer Unstimmigkeiten beim Lektorat erhält der Leser im Ganzen eine nützliche Hilfe mit wertvollen Tipps zum Aufbau von Dokumenten und zum sinnvollen Einsatz der enthaltenen Features. Trotz des manchmal schematischen Abhandelns der Funktionen liest sich die Lektüre recht flüssig, und der Leser gelangt schnell zu den gewünschten Informationen. Obwohl der Autor offensichtlich unter Windows arbeitet, liefert er wichtige Hinweise zur Installation der Software unter Linux. (Mathias Huber, Andreas Bohle/agr)

Kai Surendorf Wissenschaftliche Arbeiten Galileo-Computing ISBN: 3-89842-615-7 320 Seiten, 19,90 Euro http://www.galileo-computing.de

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