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Window-Manager Wmii

Erste Gehversuche

Nach dem ersten Start erscheint zunächst ein Fenster mit einem Tutorial, das Sie aufmerksam lesen sollten; anschließend greifen Sie selbst in die Tasten (Abbildung 2). Mit [Alt]+[T] rufen Sie ein Terminal auf, mit [Strg]+[Alt]+[Y] erzeugen Sie neue Desktops ("Pages") und wechseln mittels [Alt]+[H] zwischen diesen hin und her. Via [Alt]+[Umschalt]+[P] gelangen Sie in den Pager-Modus, der alle Desktops in einer Übersicht anzeigt und es ermöglicht, direkt zu diesen zu wechseln. Zum Schließen eines Fensters drücken Sie [Strg]+[Alt]+[C].

Abbildung 2

Abbildung 2: Wmii vorkonfiguriert nach dem ersten Starten: Ein Tutorial hilft Ihnen bei den ersten Schritten mit dem tastaturgesteuerten Window-Manager Wmii.

Das Standard-Layout nennt sich "tiled"-Layout (siehe Kasten "Layouts"), was bedeutet, dass sich die Fenster automatisch den auf dem Desktop vorhandenen Platz teilen. Mit [Alt]+[Eingabe] verschieben Sie ein ausgewähltes Fenster aus dem kleinen Rahmen in den großen Rahmen – unter Wmii heißt das "zoomen". Wollen Sie temporär ein Fenster auf dem ganzen Bildschirm sehen, tippen Sie [Alt]+[M] zum Maximieren der Seite. Das Minimieren funktioniert ebenso. [Alt]+[Tab] setzt den aktuellen Fokus auf das nächste Fenster.

Layouts

Wmii bietet verschiedene Bildschirm-Layouts an, die jeweils nur für einen virtuellen Desktop gelten.

Tiled-Layout

Das "tiled"-Layout wurde bereits in Larswm implementiert. Es räumt einem Fenster den Groteil des Platzes auf dem Desktop ein, die anderen Fenster müssen sich in der Rest teilen (Abbildung 3). Sie aktivieren dieses Layout mit der Tastenkombination [Alt]+[Umschalt]+[T].

Abbildung 3

Abbildung 3: Wmii mit "tiled"-Layout, das Sie über [Alt]+[Umschalt]+[T] aktivieren. Unten ist das Wmii-interne Menü zu sehen.

Grid-Layout

Mittels [Alt]+[Umschalt]+[G] starten Sie das "grid"-Layout. Es teilt allen Fenstern gleich viel zu Platz und ordnet die Fenster in Form eines Gitters (engl.: "grid") an.

Maximized-Layout

Drücken Sie [Alt]+[Umschalt]+[M], werden alle Fenster maximiert dargestellt, anschließend wechseln Sie mit [Alt]+[Tab] zwischen ihnen hin und her.

Floating-Layout

Das "floating"-Layout benutzen die meisten Window-Manager und Desktop-Umgebungen. Es ermöglicht den Applikationen, ihre Fenstergröße selber zu bestimmen. Für Bildbearbeitungsprogramme wie Gimp sollten Sie unbedingt dieses Layout verwenden.

Den unteren Bildschirmrand nimmt die Statusleiste ein. Sie beinhaltet eine Nummer, die den aktuellen Desktop anzeigt; dahinter steht ein Buchstabe als Abkürzung für das Layout und ein weiterer für den aktuellen Shortcut-Modus (n für "normal", r für "resize", m für "move" und b für "bare"). Daneben befindet sich ein www-Button, der einen Browser öffnet, sobald Sie ihn anklicken. Auch er ist frei konfigurierbar und zeigt zudem ein spezielles Verhalten: Durch einen Rechtsklick auf www öffnet sich Google und sucht nach dem zuvor in einem beliebigen Programm markierten Text. Durch einen Klick mit der mittleren Taste interpretiert Wmii den ausgewählten Text als URL. Auf der rechten Seite der Statusleiste sehen Sie das Datum und die Systemauslastung. An dieser Stelle erscheinen auch die Ausgaben von Programmen erscheinen, so dass Sie bei Bedarf auch das Ergebnis eines selbst geschriebenen Skripts dort betrachten können.

Drücken Sie die Tasten [Strg]+[Alt]+[P], so erscheint über der Statusleiste eine Eingabezeile: Sie ermöglicht, externe Programme aufzurufen und vervollständigt dabei die Eingaben sinnvoll. Dies funktioniert über [Strg]+[Alt]+[A] auch für interne Befehle, die den Window-Manager steuern. Richtungsaktionen nehmen Sie in Wmii stets mit den Tasten [H],[J],[K] und [L] vor (wie in Vi). Dabei steht [H] für links, [J] für unten, [K] für oben und [L] für links.

Möchten Sie über die Tastatur die Größe eines Fensters ändern, drücken Sie [Strg]+[Alt]+[R] und eine der Richtungstasten. Um den Vergrößerungsmodus zu beenden, benutzen Sie [Esc] in alter Vi-Manier. An dieser Stelle ist unschwer zu erkennen, dass Wmii verschiedene Modi besitzt, die denen des Editors Vi sehr ähneln. Zusätzlich gibt es einen Modus, um Fenster zu verschieben, den Sie mit [Strg]+[Alt]+[M] aufrufen. In welche Richtungen Sie die Fenster bewegen, bestimmen Sie wiederum mit den Richtungstasten.

Tabelle 1: Wichtige Wmii-Shortcuts

Shortcut Bedeutung
[Alt]+[Y] Öffnen eines neuen Desktops
[Alt]+[H],[L] Wechseln zwischen den Desktops
[Alt]+[T] Terminal starten
[Strg]+[Alt]+[C] Fenster schließen ("close")
[Strg]+[Alt]+[A] Interner Kommandomodus
[Strg]+[Alt]+[P] Externer Kommandomodus
[Strg]+[Alt]+[R] Fenstergröße ändern ("resize")
[Strg]+[Alt]+[M] Fenster verschieben ("move")
[Alt]+[D] Fenster verstecken ("detach")
[Alt]+[A] Fenster zurückholen ("attach")
[Alt]+[Tab] Umschalten zwischen den Fenstern
[Strg]+[Alt]+[Q] Abmelden

Das virtuelle Dateisystem

Wmii verfügt über ein virtuelles Dateisystem (VFS, "virtual filesystem"), über das Sie den Window-Manager über Befehle und Skripts vollständig steuern können, ähnlich dem Procfs von Linux. Auch die Tastatur-Shortcuts setzen nur Befehle um, die letzten Endes mit dem VFS arbeiten.

Um aus dem VFS zu lesen und hinein zu schreiben, verwenden Sie das mitgelieferte Programm wmir. Mit dem Kommandozeilenparameter read lesen Sie, mit write schreiben Sie in das Dateisystem und über create erzeugen Sie neue Einträge, wie Dateien und Verzeichnisse. So zeigt wmir read / das Wurzelverzeichnis des Dateisystems an. Der Umgang mit dem VFS ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber schnell erlernen. Um etwa dem ausgewählten Fensterrahmen eine andere Farbe zu geben, schreiben Sie:

wmir write /wm/page/sel/mode/sel/sel-style/bg-color '#FF00FF'

Möchten Sie beispielsweise das aktuelle Fenster maximieren, dann erreichen Sie dies mittels des Kommandos:

wmir write /wm/page/sel/ctl 'select zoomed'
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LinuxUser 05/2014

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