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Window-Manager Wmii

WIMP ist tot

Moderne Window-Manager setzen ganz auf die Bedienung mit der Maus. Solche, die sich über die Tastatur bedienen lassen, bieten entweder kaum Features oder sind zu kompliziert für Einsteiger. Wmii vereint die Gegensätze.

WIMP ("Windows, Icons, Menus, Pointing device") heißt heute die gängige Methode, um mit grafischen Oberflächen zu interagieren: Dabei bedient man Menüs, Fenster und – meist bunte – Schaltflächen mit der Maus. Anselm Garbe, der Autor von Wmii (Window Manager Improved 2), hält diese Methode für ineffizient und überholt.

Bei Wmii handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung des Window-Managers Wmi [1] in der Programmiersprache C. Anders als die meisten anderen Arbeitsumgebungen lässt sich Wmii wie sein Vorgänger Wmi komplett per Tastatur bedienen. Die Maus ist überflüssig, Sie verwenden sie auf Wunsch aber weiterhin.

Konzepte

Tastaturgesteuerte Window-Manager gibt es schon seit Jahren, jedoch bündelt Wmii die Eigenschaften altbekannter Entwicklungen wie Ratpoison [2], Ion [3] und Larswm [4]: Er nutzt beispielsweise verschiedene Layouts und bildet Fenster mit Reitern (Tabbing) ab. Eine Neuerung: Wmii lässt sich komplett über ein Socket-basiertes, virtuelles Dateisystem steuern. Der Datei-Manager ist zudem modular aufgebaut: Wmibar erzeugt die Statusbar, Wmimenu das Menü. Wmikeys zeichnet für die Shortcuts verantwortlich, Wmifs ist für das Dateisystem und Wmir für die Manipulation des Dateisystems zuständig.

Installation und Konfiguration

Für die Installation benötigen Sie das Paket wmii-2.tar.bz2, das Sie im Download-Bereich der Wmi-Projektseite [4] finden. Diese als Wiki konzipierte Seite können Benutzer beliebig erweitern. Dort gibt es auch verschiedene Pakete für Debian, Gentoo oder Arch-Linux. Sie packen das Paket über das Kommando tar xvzf wmii-2.tar.gz aus, wodruch das Unterverzeichnis wmii-2 entsteht. Hier liegt die Konfigurationsdatei config.mk liegt, die Sie gegebenenfalls an Ihre Bedürfnisse anpassen. Wmii verzichtet bewusst auf ein configure-Skript, allerdings genügen die Standardeinstellungen in der Datei den meisten Ansprüchen.

Via make und make install kompilieren Sie das Programm, wozu Sie lediglich den C-Compiler GCC und die Header-Dateien von X benötigen (unter Debian das Paket libx11-dev, unter Suse 9.3 xorg-x11-devel). Um den Window-Manager zu starten, erzeugen Debian-Nutzer eine Datei .xsession im Home-Verzeichnis und tragen dort die in Listing 1 aufgeführten Zeilen ein. Um Wmii in den Standard-Anmelde-Manager von Suse 9.3 zu integrieren (Abbildung 1), legen Sie in /usr/share/xsessions eine Datei mit dem Namen wmii.desktop an, in die Sie die Zeilen aus Listing 2 übertragen.

Abbildung 1: Um Wmii als Window-Manager in den Anmelde-Manager von Suse 9.3 zu integrieren, legen Sie im Verzeichnis /usr/share/xsessions eine Datei wmii.desktop an.

Listing 1

#!/bin/sh
exec /usr/local/bin/wmii

Listing 2

[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Type=XSession
Exec=wmii
TryExec=wmiiwm
Name=wmii
Comment=window manager improved 2

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