Vier zum Mitnehmen

Vier Notebooks im Test

01.01.2006
Linux ist auf Notebooks nach wie vor nicht unproblematisch, spezielle Notebook-Chipsätze machen dem Kernel das Leben schwer. Welche aktuellen Geräte Sie einfach mitnehmen können, verrät Ihnen dieser Artikel.

Notebooks stellen das Betriebssystem vor viele Herausforderungen: Die Chipsätze und Grafik-Adapter unterscheiden sich meist gravierend von den Modellen, die in herkömmlichen Desktop-PCs eingesetzt werden. Zudem müssen die Stromsparfunktionen von Prozessor und Peripherie dazu beitragen, das Notebook möglichst lange vom Stromnetz unabhängig am Leben zu erhalten. Die Redaktion untersuchte daher vier aktuelle Notebooks von Acer, Dell, Faet und Samsung auf ihre Linux-Tauglichkeit.

Die Geräte sind darauf ausgelegt, einen herkömmlichen Desktop-PC zu ersetzen – dementsprechend war eine Auflösung von mehr als 1024x768 Pixel die Grundvoraussetzung. Zudem sollten die Notebooks über einen DVD-Brenner und eine große Festplatte verfügen.

Für den Test führte die Redaktion eine Standard-Installation von Suse Linux 10 auf den Notebooks von Acer, Dell und Samsung durch – das Faet VX.4/Z7100VP wurde bereits vorinstalliert geliefert. Um die 3D-Funktionalität mit Tuxracer überprüfen zu können, installierten wir auf dem Dell Latitude D810 und dem Samsung X50 den proprietären ATI-Treiber und auf dem Faet-Notebook den proprietären Treiber von Nvidia.

Die Akkulaufzeit ermittelten wir mit Hilfe des Tipptesters: Dabei handelt es sich um ein Servo, das zunächst 30 Sekunden lang mit 60 Anschlägen pro Minute eine Taste drückt, dann 30 Sekunden pausiert. Nach fünf Durchläufen gibt es eine Pause von 4:30 Minuten, dann wiederholt sich der Ablauf. Damit wird der mobile Betrieb im Zug oder Flugzeug simuliert, bei dem typischerweise keine großen Texte verfasst, sondern nur Dokumente redigiert werden. Die ermittelten Werte finden Sie zusammen mit der Ausstattung der Notebooks in der Tabelle "Vier Notebooks".

Acer Travelmate 4652LMi

Abbildung 1: Das Acer Travelmate 4652LMi ist nicht nur das günstigste Notebook im Test, sondern hielt auch am längsten ohne Steckdose durch und ist damit der Testsieger.

Die Beschreibung der Notebook-Produktpalette ist auf der Homepage des Herstellers ist gelinde gesagt verwirrend und nichtssagend: Sie können mit der 4650-Serie die "Konnektivität für Ihre sich stets erweiternde Business-Welt" erweitern, mit der Serie 4600 hingegen "zeigen Sie Ihre Führungsposition" und mit der Serie 4150 "bauen Sie Ihren Geschäftsvorteil aus" . Wer das Notebook nicht geschäftlich nutzen möchte, den verweist die Website auf die deutlich weniger leistungsfähige Aspire-Serie. Brauchbarere Informationen über die Ausrichtung der einzelnen Modelle gibt es aber auch dort nicht. Der künftige Kunde muss schon die technischen Datenblätter einzeln abrufen und vergleichen – eine Übersichts- oder Vergleichsfunktion wie etwa Dell bietet Acer nicht.

Das Acer Travelmate 4652LMi ist mit rund 1250 Euro Kaufpreis das günstigste Centrino-Notebook im Test und erstaunlich gut ausgestattet: Das Display weist eine Auflösung von 1400x1050 Pixel auf und ist 15 Zoll groß, der Pentium-M-Prozessor hat immerhin 1,73 GHz Taktfrequenz und der austauschbare DVD-Brenner verarbeitet sämtliche DVD-Formate inklusive zweilagigen DVD+R. Das einzige Problem des Laufwerks: Stand das Notebook nicht eben auf einem Schreibtisch, sondern etwas schräg nach rechts geneigt, schaffte es die Feder nicht, die Laufwerksschublade zu öffnen. In dem Fall müssen Sie die Schublade von Hand herausziehen, um das Medium herauszunehmen.

Günstig, aber gut

Die 80-GB-Festplatte hat einen Parallel-ATA-Anschluss, nur Samsung verbaut in dem mehr als doppelt so teuren X50 eine SATA-Festplatte. Auch auf einen teuren Grafik-Chip von ATI oder Nvidia hat Acer verzichtet – damit eignet sich das Travelmate nicht für aufwändige 3D-Spiele wie Quake oder Unreal, auf Tuxracer brauchen Sie dank der 3D-Unterstützung des im Chipsatz integrierten Grafik-Adapters aber nicht verzichten. Einen externen Monitor können Sie entweder über den DVI- oder den VGA-Ausgang anschließen – allerdings unterstützt der Grafik-Adapter keinen Dual-Head-Betrieb, Sie können also lediglich das gleiche Bild wie auf dem Display am Monitor duplizieren.

Bei Tastatur und Maus ging Acer eigene Wege: So ist die Tastatur leicht geschwungen, was ein ergonomischeres Schreiben erlauben soll. Leider hat Acer die Gelegenheit genutzt und die Taste für die spitzen Klammern und die Pipe auf die andere Seite der Tastatur verlegt – dies stört insbesondere Anwender, die normalerweise auf einer herkömmlichen PC-Tastatur schreiben und daher jedes mal neu die Taste suchen müssen. Auch der Cursor-Block ist nicht abgesetzt, sondern mit zwei Tasten mit Währungssymbolen verziert – die aber genau wie die vier Zusatztasten oberhalb der Tastatur keinerlei Scan Code liefern und damit unbenutzbar sind. Das Touchpad als Mausersatz hingegen glänzte als einziges im Testfeld mit einem Mausrad zwischen den beiden Tasten, das nicht nur vertikal, sondern auch horizontal scrollt.

Hohe Akkulaufzeit

Die Linux-Unterstützung des Acer Travelmate ist gut. Sowohl Bluetooth als auch WLAN funktionierten anstandslos und waren mit wenigen Mausklicks während der Installation von Suse Linux 10 eingerichtet. Über zwei beleuchtete Taster auf der Vorderseite können Sie im Betrieb Bluetooth und WLAN unabhängig von einander abschalten, bei allen anderen Test-Notebooks lassen sich stets nur alle drahtlosen Schnittstellen gemeinsam aktivieren oder stilllegen.

Das Power-Management funktioniert weitestgehend und verhalf dem Travelmate zu über viereinhalb Stunden Akkulaufzeit – mit optionalem Zusatzakku im Laufwerksschacht dürften bis zu acht Stunden realistisch sein. Lediglich der Grafiktreiber spielte beim Stromsparmodus Suspend to RAM nicht mit: Zwar wachte das Notebook wieder auf, der Bildschirm blieb jedoch dunkel und war erst nach einem Neustart wieder zu gebrauchen. Das Notebook selbst funktionierte auch weiterhin und ließ sich per SSH neu starten.

Dell Latitude D810

Abbildung 2: Das Dell Latitude D810 besitzt ein hoch auflösendes 15,4-Zoll-Display mit 1680x1050 Pixeln, ist mit dem offenen Docking-Anschluss im Gehäuseboden jedoch empfindlich.

Das Display des Dell Latitude D810 ist ebenso groß wie das des Samsung-Notebooks, wirkt allerdings nicht ganz so brillant. Allerdings leidet darunter die Akkulaufzeit, der rund 80 Wattstunden große Energiespeicher reichte für dreieinhalb Stunden Betrieb im Tipptest. Der optionale Zweitakku, der statt dem DVD-Laufwerk eingesetzt werden kann, dürfte weitere zwei Stunden netzlosen Betrieb ermöglichen.

Vorbildliche Tastatur

Bei Tastatur und Mausersatz hingegen glänzt Dell auf ganzer Linie: Die Tastatur weist nicht nur einen abgesetzten Cursor-Block auf, sondern besitzt zudem abgesetzte Bildlauftasten rechts oberhalb der Zifferntasten in der gleichen Anordnung wie bei herkömmlichen PC-Tastaturen. Ein Umlernen auf das Dell-Layout fällt Benutzern normaler Tastaturen daher besonders leicht. Als Mausersatz bietet Dell sowohl ein Touchpad als auch einen Trackpoint an, womit Verfechter beider Bedienungsmethoden zufriedengestellt sind. Einziges Manko: Es gibt kein Scrollrad, sondern nur zwei Maustasten.

Die Konfiguration der Tastatur im BIOS des Notebooks war gelinde gesagt interessant: So ist [Num-Lock] standardmäßig eingeschaltet, obwohl das Latitude nicht über einen abgesetzten Ziffernblock verfügt. Damit man die doppelt belegten Tasten trotzdem normal benutzen kann, gab Dell im BIOS vor, dass die Tasten des integrierten Ziffernblocks nur per [Fn] erreicht werden können. Für die Praxis sollten Sie zumindest [Num-Lock] ausschalten.

Mobiler Einsatz

Im mobilen Betrieb offenbart das Latitude ein paar Design-Schwächen: So sind die Belüftungsöffnungen für CPU und Grafikkarte hauptsächlich auf der Unterseite angebracht und werden abgedeckt, wenn man das Latitude auf den Knien hält oder auf eine weiche Unterlage stellt. Zudem ist der Docking-Anschluss auf der Unterseite, wo alle wichtigen Datensignale sowie Spannungen anliegen, völlig ungeschützt – Samsung hat beim X50 zumindest zwei gefederte Lippen vorgesehen, um Fremdkörper wie Büro- oder Heftklammern daran zu hindern, den PCI-Bus des Geräts kurzzuschließen oder anderweitig Schaden anzurichten. Aufgrund der ungewöhnlich angeordneten Gerätefüße ist es zudem schwer, das Gerät auf einem unebenen Untergrund abzustellen.

Laut Bestellung sollte das Dell Latitude D810 eigentlich über einen DVD-Brenner für Plus- und Minus-Medien verfügen – tatsächlich lieferte Dell jedoch nur ein DVD-ROM/CD-RW-Kombilaufwerk, das sich eigentlich gar nicht für das Notebook bestellen lässt. Ob das Laufwerk auf doppelschichtige DVDs brennt oder mit DVD-RAMs umgehen kann, können wir daher nicht beurteilen. Leider verwendet Dell genau wie Samsung zwei So-DIMM-Speichermodule mit je 512 MB – während beim Samsung X50 beide RAM-Slots durch die Wartungsklappe im Boden erreichbar sind, kommt man beim Latitude lediglich an eins der Module heran. Somit sinkt der maximale Speicherausbau des Notebooks auf 1536 MB statt der angegebenen 2048 MB.

WLAN und Bluetooth

Die drahtlosen Schnittstellen WLAN und Bluetooth werden beim Latitude D810 über die Tastenkombination [Fn]+[F2] ein- und ausgeschaltet. Allerdings entspricht die Statusanzeige über die LEDs oberhalb der Tastatur nicht immer dem tatsächlichen Modus: So leuchtet die Wifi-LED, auch wenn der Funkbetrieb tatsächlich unterbunden ist. Im Test erwies sich nur die Bluetooth-LED als zuverlässiger Indikator – leuchtete sie, waren sowohl WLAN- als auch Bluetooth-Verbindungen möglich, andernfalls waren Bluetooth und WLAN, trotz weiter leuchtender Wifi-LED, abgeschaltet. Einzeln ließen sich Bluetooth und WLAN nicht aktivieren, ein großer Nachteil gegenüber dem Acer Travelmate. Immerhin erlaubt das BIOS, auszuwählen, ob das Notebook mit aktivierten oder deaktivierten Funkschnittstellen startet.

Die 3D-Hardware-Beschleunigung des eingebauten ATI-Chipsatzes Radeon X600 ist nicht einfach, da es bis Redaktionsschluss keinerlei fertige Binärtreiber gab. Die Einrichtung beschreibt der Kasten "ATI-Treiber installieren". Der Aufwand mit dem ATI-Treiber lohnt sich nicht nur wegen der 3D-Beschleunigung, nach der Installation funktioniert ebenfalls Suspend to RAM – wenn auch nicht ganz stabil, hin und wieder wachte das Notebook nicht mehr auf.

Faet VX.4/Z7100VP

Abbildung 3: Faet liefert das Notebook VX.4/Z7100VP mit vorinstalliertem Suse Linux aus, jedoch ohne es anzupassen. So wurde etwa die Display-Beleuchtung nicht automatisch abgeschaltet.

Als einziger Hersteller liefert Faet seine Notebooks ohne Betriebssystem, mit Windows oder mit Suse Linux aus – der Kunde hat die Wahl. Die werksseitige Installation von Suse Linux 10 kostet rund 30 Euro und beinhaltet auch den Support durch Faet – Installationsmedien liegen dem Gerät jedoch nicht bei. Wer Pakete benötigt, die in der Standard-Installation von Suse Linux 10 nicht enthalten sind, muss sie sich aus dem Internet herunterladen. Neben dem Betriebssystem kann der Kunde über den Notebook-Konfigurator im Browser auch auswählen, dass er für rund 30 Euro auch Open Office installiert bekommen möchte. Auf Rückfrage bestätigte Faet, dass auf allen Notebooks Open Office installiert sei, da es zum Standard-Installationsumfang von Suse Linux 10 gehört – allerdings haben nur jene Kunden Anspruch auf Support, die die Installation auch bezahlt haben.

Ungereimtheiten

Das vorinstallierte Linux-System des Testgeräts wies etliche Ungereimtheiten auf: So war das TFT-Display mit 1400x1050 Pixeln als VESA-Monitor mit einer Auflösung von 1024x768 Pixeln eingetragen. Die Standard-Auflösung des Desktops betrug hingegen 1280x1024 Pixel, war also größer als die des Monitors. Das Ergebnis war ein äußerst schwammiges, unscharfes Bild, da das Notebook den Bildschirminhalt auf die maximale Anzeigegröße des Displays skaliert. Den Nvidia-Treiber für Linux installierte Feat ebenfalls nicht, so dass out of the box weder 3D-Hardwarebeschleunigung noch Multihead-Betrieb zur Verfügung standen.

Das Power-Management bereitete zusätzliche Probleme. So erkannte Linux nicht, wenn das Notebook vom Netz getrennt wurde. Statt dessen zeigte kpowerd weiterhin das Stecker-Symbol in der KDE-Startleiste an. Dadurch warnte der Daemon nicht, als der Akku fast entladen war, und fuhr das System auch nicht herunter. Auch einen geschlossenen Display-Deckel erkannte Linux nicht und schaltete die Hintergrundbeleuchtung nicht ab, wenn der Bildschirmschoner lief.

Letztlich blieb der Redaktion nur die Neuinstallation der Suse Linux 10 und Nachinstallation des Nvidia-Treibers – womit sich fast alle Probleme von selbst lösten: Die Batterieanzeige funktionierte plötzlich und das Display schaltete die Hintergrundbeleuchtung automatisch ab, wenn der Bildschirmschoner aktiv wurde. Allerdings war die 3D-Unterstützung nicht stabil: Es gelang uns mehrfach reproduzierbar, die Grafikkarte samt Notebook mit dem Tuxracer abstürzen zu lassen. Auch die Soundkarte wies Stabilitätsprobleme auf, hin und wieder konnte der Treiber die Karte nicht initialisieren – nach dem nächsten Neustart funktionierte sie dann.

Centrino oder nicht?

Obwohl Faet fast überall auf der Homepage mit dem Centrino-Logo wirbt, ist der WLAN-Adapter eine kostenpflichtige Option – ein Sternchen weist den aufmerksamen Kunden ganz am Ende der Seite darauf hin, dass zu einem Centrino-Gerät ein Pentium-M-Prozessor und ein WLAN-Modul gehört. Bei einem Preis von rund 1600 Euro hätten wir jedoch erwartet, dass das WLAN-Modul zum Standard-Lieferumfang gehört.

Im mobilen Einsatz offenbaren sich weitere Schwächen des Faet-Notebooks. So befinden sich auf der Unterseite etliche halbkreisförmige Plastiknasen, die auf ebenem Untergrund für einen guten Stand des Geräts sorgen. Legt man sich das Notebook hingegen auf die Knie, bohren sich die Plastiknasen unbarmherzig ins Fleisch. Zudem verdecken die Knie die Luftzufuhr für den CPU-Lüfter – ein weicher Untergrund verlegt zudem noch den überaus lärmenden Lüfter für den Grafik-Chip. Insgesamt war das Faet-Notebook das lauteste im Test.

Für unterwegs besitzt das Feat-Notebook einen eingebauten, autarken CD-Player, der über fünf Tasten an der Gerätefront gesteuert wird, wenn das Notebook ausgeschaltet ist. Einen Regler für die Lautstärke gibt es jedoch nicht – und scheinbar auch keinen Anschluss für den Kopfhörer, denn die einzigen beiden Klinken-Buchsen waren mit S/P-DIF und Mikrofon beschriftet. Die S/P-DIF-Buchse entpuppte sich beim Test allerdings als der vermisste Kopfhöreranschluss.

Samsung X50 WMV 2130

Abbildung 4: Das riesige Display mit 1680x1050 Pixeln liefert ein brillantes Bild, dürfte aber auch für die extrem kurze Akkulaufzeit des Samsung X50 verantwortlich sein.

Das Samsung X50 ist mit über 2700 Euro das teuerste Notebook im Testfeld, besitzt aber auch als einziges ein hochwertiges Metallgehäuse aus Magnesium. Das sorgt nicht nur für Stabilität, sondern macht das Gerät auch leicht – so wiegt das X50 fast ein halbes Kilo weniger als der Testsieger von Acer.

Die Ausstattung des Notebooks ist gut, selbst in der Preisklasse eines Apple Powerbooks: Das Display ist mit 1680x1050 Pixeln riesig und der 2,13 GHz schnelle Pentium-Mobile ist der schnellste Prozessor im Testfeld. Zudem liefert Samsung das X50 bereits mit einer SATA-Notebook-Festplatte aus, während alle anderen Testteilnehmer noch mit einem herkömmlichen Parallel-ATA-Laufwerk arbeiteten. Auch beim Firewire-Anschluss geht Samsung mit gutem Beispiel voran – während die versammelte Konkurrenz einen vierpoligen Mini-Stecker verwendet, die lediglich mit extern versorgten Laufwerken und Kameras kommunizieren, hat Samsung dem X50 einen sechspoligen Standard-Firewire-Anschluss mit integrierter Stromversorgung spendiert. Damit können Sie etwa externe Firewire-Festplatten von Iomega auch unterwegs anschließen.

Insgesamt gab es bei der Ausstattung nur drei Kritikpunkte: So ist der VGA-Anschluss für den externen Monitor nicht mehr zeitgemäß, ein kombinierter DVI-Anschluss mit analogem Video-Signal oder zwei Monitoranschlüsse wie beim Acer Travelmate wären sinnvoller – zumal Sie den externen Monitor bei beiden Notebooks als zweiten Bildschirm unabhängig vom eingebauten TFT-Display einsetzen können. Auch eine Speichererweiterung ist nicht ohne weiteres möglich, weil Samsung ab Werk zwei So-DIMMs mit 512 MB einbaut und damit beide RAM-Slots belegt, anstatt ein 1-GB-Modul zu verwenden. Zudem lässt sich das DVD-Laufwerk nicht ausbauen, weshalb Sie das Notebook im Flugzeug je nach Fluglinie nicht einschalten dürfen. Das ist besonders ärgerlich, da Samsung das Notebook mit dem Multimedia-System AV-Station ausliefert, das unabhängig vom installierten Betriebssystem Videos, DVDs und Musik abspielt. Doch dazu später mehr.

Geringe Akkukapazität

Der Standard-Akku mit gut 50 Wattstunden Kapazität versorgte das Notebook zweieinhalb Stunden mit Strom, einen Zweitakku wie beim Acer Travelmate gibt es durch das fest eingebaute DVD-Laufwerk jedoch nicht. SSamsung bietet optional lediglich einen größeren Akku mit 80 Wattstunden Kapazität an, der allerdings hinten gut zwei Zentimeter über das Gehäuse über steht und nur schätzungsweise vier Stunden kabellosen Betrieb ermöglichen dürfte. Das brillante und helle Display dürfte die Ursache für die viel zu kurze Akkulaufzeit sein.

Das Tastatur-Layout ist gelungen, einzig die Menü-Taste ist zwischen den Cursor- und der Shift-Taste ein wenig deplatziert. Die meisten anderen Hersteller verzichten statt dessen auf eine zweite Windows- und Fn-Taste und nutzen den Platz, um den Cursor-Block vom übrigen Tastenfeld abzusetzen. Das Touchpad als Mausersatz ist ein wenig zu klein geraten, mit einer Höhe von nur 3,7 Zentimetern ist es fast einen ganzen Zentimeter kleiner als die Touchpads von Acer, Dell und Faet. Von diesem Bereich müssen Sie noch einmal gut einen halben Zentimeter für den seitlichen Scrollbereich abziehen, so dass letztlich die Bedienbarkeit darunter leidet.

Die Linux-Unterstützung des Samsung X50 ist gut, Suse Linux 10.0 erkannte mit Ausnahme des Flash-Kartenlesers und des Fingerabdruck-Sensors sämtliche Komponenten auf Anhieb. Die vier Zusatztasten oberhalb der Tastatur ließen sich jedoch nicht nutzen, sie liefern keinen Scan Code. Auch das Power-Management war nicht unproblematisch, so wachte das Notebook nach Suspend-to-RAM nicht mehr auf, während Suspend-to-Disk genau wie die variable Taktung der CPU erwartungsgemäß einwandfrei funktionierten.

Grafikprobleme

Die Grafikkarte erkennt Suse 10.0 auf Anhieb korrekt und kann sie auch in der maximalen Display-Auflösung von 1680x1050 einrichten, die 3D-Unterstützung sowie der Dual-Head-Betrieb bleiben jedoch verwehrt. Sie müssen daher den ATI-Treiber von [1] herunterladen und wie im Kasten "ATI-Treiber installieren" von Hand einrichten, um die 3D-Hardware-Beschleunigung und mehrere Monitore gleichzeitig nutzen zu können.

Die Konfiguration im Sax ist jedoch problematisch: Zwar können Sie die Display-Auflösung auf 1680x1050 sowie die Größe auf 15,4 Zoll einstellen, sie dürfen diese Einstellungen jedoch auf keinen Fall ausprobieren. Das gilt auch für die Einrichtung des Dual-Head-Betriebs. Andernfalls zeigt Sax Ihnen zwar den neuen Modus korrekt an, die Rückschaltung in den grafischen Konfigurationsdialog funktioniert jedoch nicht – das Display färbt sich zunächst wolkig weiß, wird dann violett und zeigt nach und nach ein Sammelsurium von Farben. Offenbar steuert die Grafikkarte das TFT falsch an, ein Bild bekommen Sie nicht mehr, müssen die Sax-Konfiguration blind abschließen und dann das Notebook ausschalten. Übernehmen Sie die Einstellungen jedoch ungetestet, können Sie ohne vorherigen Neustart in den grafischen Modus wechseln und problemlos weiterarbeiten.

Linux an Bord

Eine weitere Besonderheit des Samsung X50 ist die vorinstallierte Multimedia-Software AV-Station. Dabei handelt es sich um ein Miniatur-Linux, das per Knopfdruck auf die Sondertasten oberhalb der Tastatur startet, sofern das Notebook ausgeschaltet ist. Die Bootzeit beträgt weniger als 20 Sekunden, dann meldet sich AV-Station mit einer englischen grafischen Oberfläche, in der Sie Bilder anzeigen, Musik hören und Filme abspielen können. Letzteres funktioniert sogar mit herkömmlichen Kauf-DVDs, die mit CSS verschlüsselt sind.

Das Multimedia-Linux versteckt sich auf einer 16 MByte großen Partition der Festplatte, die unsichtbar ist. Selbst fdisk von Suse Linux 10 respektiert das Hidden-Flag und zeigt die Partition nicht an. Auch wer die Partitionierungsdaten der vorinstallierten Windows-Partition mit der Gesamtzahl der Blöcke der Festplatte vergleicht, kann das versteckte System nicht finden, da die angezeigten Festplattendaten falsch sind und die Windows-Partition scheinbar die gesamte Festplatte einnimmt. Erst die fdisk-Funktion von Busybox, das auf den meisten Rettungs-CDs oder Live-CD-Distributionen eingesetzt wird, zeigte eine zweite Partition hda2 mit dem Typ 0x12 auf der Festplatte des Samsung-Notebooks an.

Doch selbst im Rettungssystem ließ sich die versteckte Partition nicht auslesen, da sie vom BIOS vor Zugriffen geschützt wird. Es besteht also keine Gefahr, dass das Multimedia-System während einer normalen Linux-Installation versehentlich überschrieben wird. Erst nachdem wir die Funktion Delete Recovery Area einschalteten, gelang es, die verstecke Partition komplett auf einen USB-Flash-Speicher zu kopieren.

Die genauere Untersuchung des Multimedia-Linux war äußerst schwierig und dauert noch an. So befindet sich am Anfang der versteckten Partition ein unbenutzter Speicherbereich ohne Dateisystem, in dem vermutlich die Fingerabdruckdaten gespeichert werden, falls der Sensor unter Windows eingerichtet ist. Erst ab Block 6609 mit einem Offset von 6768128 Bytes beginnt das Ext2-Dateisystem des Multimedia-Linux. Allerdings meldeten diverse Diagnoseprogramme Unstimmigkeiten zwischen der vorgefundenen Geometrie des Dateisystems und den Daten des Superblocks.

Die vorläufigen Ergebnisse der Analyse zeigen, dass Samsung beim Mini-Linux Kernel 2.4.21 sowie zur Wiedergabe verschlüsselter DVDs die libdvdcss verwendet. Beides stellt Samsung, der GPL folgend, auf [2] als Quellpakete zum Download zur Verfügung – damit ist Samsung wohl die erste Firma, die offiziell die umstrittene libdvdcss anbietet. Mit den weiteren Interna des Mini-Linux von Samsung wird sich ein zukünftiger Artikel beschäftigen.

Fazit

Mit dem niedrigsten Preis im Testfeld bei guter Ausstattung, der mit Abstand besten Akkulaufzeit und guter Linux-Unterstützung ist das Acer Travelmate 4652LMi einsame Spitze und der Sieger des Notebook-Tests – ein gutes Notebook muss nicht unbedingt teuer sein.

Das Samsung X50 WMV 2130 belegt den zweiten Platz: Es hat zwar im Vergleich zum Testsieger ein größeres Display, eine schnellere CPU und eine SATA-Festplatte, kostet jedoch auch mehr als das Doppelte. Für Anwender, die häufiger unterwegs sind, empfiehlt die Redaktion das Samsung X50 aufgrund seiner geringen Höhe und dem geringeren Gewicht gegenüber dem Acer Travelmate – allerdings nur mit dem Hochleistungsakku.

Die sehr gute Linux-Unterstützung, das riesige Display und die gute Akkulaufzeit zeichnen das Latitude von Dell aus. Allerdings ist das Notebook im Vergleich zum Samsung X50 deutlich langsamer, größer, schwerer und aufgrund des offenen Docking-Anschlusses empfindlicher. Daher reicht es für das Dell Latitude D810 nur für Platz 3 im Testfeld, knapp hinter dem Samsung-Notebook.

Das einsame Schlusslicht bildet das Faet VX.4/Z7100VP – das vorinstallierte Suse Linux 10 ist nicht an das Notebook angepasst, die 3D-Unterstützung funktioniert nicht stabil, hin und wieder kann die Sound-Karte nicht initialisiert werden und die Tasten für Helligkeit und Lautstärke funktionieren unter Linux nicht. Insgesamt ein schwaches Bild und damit Platz 4, zumal das rund 1600 Euro teure Gerät nicht einmal über WLAN oder Bluetooth verfügt.

ATI-Treiber installieren

Aktuelle Grafik-Prozessoren von ATI werden nicht mehr von den freien Treibern unterstützt, Sie benötigen daher den proprietären Treiber des Herstellers, um die 3D-Hardware-Beschleunigung, aber auch Stromsparfunktionen und den Dual-Head-Modus benutzen zu können.

Bis zum Redaktionsschluss gab es keine fertige Binärpakete für die Installation, sondern lediglich ein automatisiertes Build-Skript von der ATI-Homepage, das etwa für Suse Linux 10.0 ein RPM-Paket zusammenstellt und den Treiber mit den aktuellen Kernelquellen übersetzt.

Sie müssen daher die Paketgruppen C/C++ Compiler und Werkzeuge, Kernel-Entwicklung sowie KDE Entwicklung nachinstallieren, bevor Sie das Build-Skript aus dem Treiber-Archiv von ATI [3] herunterladen, ausführbar machen und mit folgendem Befehl aufrufen:

./ati-driver-installer-8.19.10-i386.run --buildpkg SuSE/SUSE100-IA32

Das RPM-Paket bekommt den Dateinamen fglrx_6_8_0_SUSE100-8.19.10-1.i386.rpm, Sie spielen es wie gewohnt ein. Das Post-Install-Skript des RPM-Pakets übersetzt den Treiber mit den aktuellen Kernel-Quellen – Sie müssen daher den Treiber bei jedem Kernel-Update ebenfalls von Hand aktualisieren. Eine genaue, allerdings englischsprachige Anleitung enthält das Howto von [1].

Vier Notebooks

Platz: 1 3 4 2
 
Hersteller: Acer Dell Faet Samsung
Modell: Travelmate 4652LMi Latitude D810 Advanced (L11812) VX.4/Z7100VP X50 WVM 2130 (NP-X50T006/SEG)
Bezugsquelle: Computeruniverse http://www.computeruniverse.net Dell http://www.dell.de Faet http://www.faet.de Mix Computer http://www.mix-computer.de
Prozessor: Pentium-M 740, 1.73 GHz Pentium-M 750, 1.86 GHz Pentium-M 760, 2.0 GHz Pentium-M 770, 2.13 GHz
Chipsatz: Intel 915GM Intel 915PM Intel 915PM Intel 915PM
RAM (maximal): 512 MB (2048 MB) 1024 MB (1536 MB) 1024 MB (2048 MB) 1024 MB (2048 MB)
RAM-Slots: 2 2 2 2
Display
Größe (Technik): 15 Zoll (TFT) 15.4 Zoll (TFT) 15 Zoll (TFT) 15.4 Zoll (TFT)
Auflösung: 1400x1050 1680x1050 1400x1050 1680x1050
Beleuchtung/Farbverteilung gleichmäßig: ja / ja ja / ja ja / ja ja / ja
Helligkeit unter Linux einstellbar: ja ja nein ja
Grafikadapter: Intel 915GM ATI Radeon X600 Nvidia Geforce Go 6600 ATI Radeon X700
Video-RAM: 128 MB (shared) 128 MB 128 MB 128 MB
3D- / Dual-Head-Unterstützung: ja / nein ja / ja ja1/ nein ja / ja
Externer/zweiter Monitor-Anschluss: VGA, DVI VGA VGA VGA
Laufwerke
Festplatte: 80, PATA 80, PATA 60, PATA 80, SATA
CD/DVD-Laufwerk: DVD<\#177>R/RW/RAM DL DVD-ROM/CD-RW DVD<\#177>R/RW DL DVD<\#177>R/RW/RAM
auswechselbar / öffnet seitlich: ja / ja ja / ja ja / ja nein / ja
Medienzufuhr: Tray Tray Tray Tray
Interner Flash-Kartenleser: ja ja ja
Flash-Formate: SD/MMC, SmartMedia, MemoryStick SD/MMC, MemoryStick SD/MMC, MemoryStick
Linux-Unterstützung (Anschlusstyp): nein (PCI) – (--) nein (PCI) nein (PCI)
Diskettenlaufwerk: intern, extern
Netzwerkschnittstellen
Ethernet: ja ja ja ja
Chip: Broadcom BCM5788 Broadcom BCM5751 Marvell 88E8001 Broadcom BCM5788
Treiber: tg3 tg3 sk98lin tg3
WLAN: IEEE 802.11b/g IEEE 802.11b/g IEEE 802.11a/b/g
abschaltbar: ja ja ja
Chip:
Treiber: ipw2200 ipw2200   ipw2200
Bluetooth: ja ja nein ja
abschaltbar: ja ja ja
Modem: ja ja ja ja
Linux-Unterstützung: ja nein ja
Tastatur und Maus
Note für Tastaturlayout: 4 2 3 3
Ausreichende Handballenauflage / Unüblichen Tastenanordnung: ja / ja ja / nein ja / nein ja / ja
Hände verdecken Lautsprecher: nein nein nein ja
Tastenhub ausreichend / Druckpunkt spürbar: ja / ja ja / ja ja / ja ja / ja
Windows-Tasten: 2 2 1 3
Tastatur stabil / Tasten schwammig: ja / nein ja / nein ja / nein ja / nein
Abgesetzte Cursor- / Bildlauftasten: nein / nein ja / ja ja / nein ja / nein
Bildlauftasten ohne [Fn] nutzbar: ja ja ja ja
Mausersatz: Touchpad Touchpad, Trackpoint Touchpad Touchpad
Tasten / Scrollrad: 3 / ja 2 / nein 2 / nein 2 / nein
Anschlüsse
USB / Firewire / Cardbus: 4 x USB 2.0 / 1 / 1 4 x USB 2.0 / – / 1 5 x USB 2.0 / 1 / 1 3 x USB 2.0 / 1 / 1
Monitor / TV / Sound: VGA, DVI / ja / Kopfhörer, Mikrofon VGA / ja / Kopfhörer, Mikrofon VGA / ja / Kopfhörer, Mikrofon VGA / ja / Kopfhörer, Mikrofon
PS/2 / seriell / parallel / Gameport: – / – / – / – – / ja / – / – – / – / – / – – / – / – / –
Ethernet / Modem / IrDA: 1 x RJ-45 / ja / ja 1 x RJ-45 / ja / ja 1 x RJ-45 / ja / – 1 x RJ-45 / ja / –
Akku und Netzteil
Akku-Typ: LiIo LiIo LiIo LiIo
Kapazität: 63 Wh (14.8 V, 4300 mAh) 79 Wh (11.1 V, 7200 mAh) 65 Wh (14.8 V, 4400 mAh) 53 Wh (11.1 V, 4800 mAh)
Laufzeit: 4:44 3:23 3:20 2:30
Netzkabel: Schuko auf Kleeblatt Schuko auf proprietär Schuko auf Kleeblatt Schuko auf Kleeblatt
Design und Verarbeitung
Gehäusematerial: Kunststoff Kunststoff Kunststoff Magnesium
Display-Deckel zu weich: nein nein nein nein
Abdeckungen/Kanten passen nicht: nein nein nein nein
Abmessungen [BxHxT] / Gewicht: 34 x 4 x 28.5 cm / 2.9 kg 36.5 x 5 x 26 cm / 3.2 kg 36 x 4.5 x 27.5 cm / 3.0 kg 36 x 3.5 x 27 cm / 2.5 kg
Lieferumfang: Netzteil, Stromkabel, Modem-Kabel, Windows XP Pro (Recovery-CD), Norton Antivirus, Handbuch, Kurzanleitung Diskettenlaufwerk, Mini-USB-Kabel, Netzteil, Stromkabel, Modem-Kabel, Windows XP Pro (Recovery-CD), Handbuch SATA-Festplattenadapter, Composite-Video-Adapter, Netzteil, Stromkabel, Modem-Kabel, Handbuch Fingerabdrucksensor, Netzteil, Stromkabel, Windows XP Pro (Recovery-CD), div. Windows-Programme, Handbuch, Kurzanleitung
Preis: 1250 Euro 1975 Euro 1600 Euro 2700 Euro
1: führt häufig zu Abstürzen

Infos

[1] ATI-3D-Howto für Suse Linux: http://www.suse.de/~sndirsch/ati-installer-HOWTO.html

[2] Kernel-Quellen und libdvdcssvon Samsungs AV-Station: http://www.samsungpc.com/top_faq/58_faqanswer_%20avsnow_info.htm

[3] Proprietärer Linux-Treiber von ATI: https://support.ati.com/ics/support/KBAnswer.asp?questionID=1176

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