Vier zum Mitnehmen
Vier Notebooks im Test
Grafikprobleme
Die Grafikkarte erkennt Suse 10.0 auf Anhieb korrekt und kann sie auch in der maximalen Display-Auflösung von 1680x1050 einrichten, die 3D-Unterstützung sowie der Dual-Head-Betrieb bleiben jedoch verwehrt. Sie müssen daher den ATI-Treiber von [1] herunterladen und wie im Kasten "ATI-Treiber installieren" von Hand einrichten, um die 3D-Hardware-Beschleunigung und mehrere Monitore gleichzeitig nutzen zu können.
Die Konfiguration im Sax ist jedoch problematisch: Zwar können Sie die Display-Auflösung auf 1680x1050 sowie die Größe auf 15,4 Zoll einstellen, sie dürfen diese Einstellungen jedoch auf keinen Fall ausprobieren. Das gilt auch für die Einrichtung des Dual-Head-Betriebs. Andernfalls zeigt Sax Ihnen zwar den neuen Modus korrekt an, die Rückschaltung in den grafischen Konfigurationsdialog funktioniert jedoch nicht – das Display färbt sich zunächst wolkig weiß, wird dann violett und zeigt nach und nach ein Sammelsurium von Farben. Offenbar steuert die Grafikkarte das TFT falsch an, ein Bild bekommen Sie nicht mehr, müssen die Sax-Konfiguration blind abschließen und dann das Notebook ausschalten. Übernehmen Sie die Einstellungen jedoch ungetestet, können Sie ohne vorherigen Neustart in den grafischen Modus wechseln und problemlos weiterarbeiten.
Linux an Bord
Eine weitere Besonderheit des Samsung X50 ist die vorinstallierte Multimedia-Software AV-Station. Dabei handelt es sich um ein Miniatur-Linux, das per Knopfdruck auf die Sondertasten oberhalb der Tastatur startet, sofern das Notebook ausgeschaltet ist. Die Bootzeit beträgt weniger als 20 Sekunden, dann meldet sich AV-Station mit einer englischen grafischen Oberfläche, in der Sie Bilder anzeigen, Musik hören und Filme abspielen können. Letzteres funktioniert sogar mit herkömmlichen Kauf-DVDs, die mit CSS verschlüsselt sind.
Das Multimedia-Linux versteckt sich auf einer 16 MByte großen Partition der Festplatte, die unsichtbar ist. Selbst fdisk von Suse Linux 10 respektiert das Hidden-Flag und zeigt die Partition nicht an. Auch wer die Partitionierungsdaten der vorinstallierten Windows-Partition mit der Gesamtzahl der Blöcke der Festplatte vergleicht, kann das versteckte System nicht finden, da die angezeigten Festplattendaten falsch sind und die Windows-Partition scheinbar die gesamte Festplatte einnimmt. Erst die fdisk-Funktion von Busybox, das auf den meisten Rettungs-CDs oder Live-CD-Distributionen eingesetzt wird, zeigte eine zweite Partition hda2 mit dem Typ 0x12 auf der Festplatte des Samsung-Notebooks an.
Doch selbst im Rettungssystem ließ sich die versteckte Partition nicht auslesen, da sie vom BIOS vor Zugriffen geschützt wird. Es besteht also keine Gefahr, dass das Multimedia-System während einer normalen Linux-Installation versehentlich überschrieben wird. Erst nachdem wir die Funktion Delete Recovery Area einschalteten, gelang es, die verstecke Partition komplett auf einen USB-Flash-Speicher zu kopieren.
Die genauere Untersuchung des Multimedia-Linux war äußerst schwierig und dauert noch an. So befindet sich am Anfang der versteckten Partition ein unbenutzter Speicherbereich ohne Dateisystem, in dem vermutlich die Fingerabdruckdaten gespeichert werden, falls der Sensor unter Windows eingerichtet ist. Erst ab Block 6609 mit einem Offset von 6768128 Bytes beginnt das Ext2-Dateisystem des Multimedia-Linux. Allerdings meldeten diverse Diagnoseprogramme Unstimmigkeiten zwischen der vorgefundenen Geometrie des Dateisystems und den Daten des Superblocks.
Die vorläufigen Ergebnisse der Analyse zeigen, dass Samsung beim Mini-Linux Kernel 2.4.21 sowie zur Wiedergabe verschlüsselter DVDs die libdvdcss verwendet. Beides stellt Samsung, der GPL folgend, auf [2] als Quellpakete zum Download zur Verfügung – damit ist Samsung wohl die erste Firma, die offiziell die umstrittene libdvdcss anbietet. Mit den weiteren Interna des Mini-Linux von Samsung wird sich ein zukünftiger Artikel beschäftigen.



