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Vier zum Mitnehmen

Vier Notebooks im Test

01.01.2006 Linux ist auf Notebooks nach wie vor nicht unproblematisch, spezielle Notebook-Chipsätze machen dem Kernel das Leben schwer. Welche aktuellen Geräte Sie einfach mitnehmen können, verrät Ihnen dieser Artikel.

Notebooks stellen das Betriebssystem vor viele Herausforderungen: Die Chipsätze und Grafik-Adapter unterscheiden sich meist gravierend von den Modellen, die in herkömmlichen Desktop-PCs eingesetzt werden. Zudem müssen die Stromsparfunktionen von Prozessor und Peripherie dazu beitragen, das Notebook möglichst lange vom Stromnetz unabhängig am Leben zu erhalten. Die Redaktion untersuchte daher vier aktuelle Notebooks von Acer, Dell, Faet und Samsung auf ihre Linux-Tauglichkeit.

Die Geräte sind darauf ausgelegt, einen herkömmlichen Desktop-PC zu ersetzen – dementsprechend war eine Auflösung von mehr als 1024x768 Pixel die Grundvoraussetzung. Zudem sollten die Notebooks über einen DVD-Brenner und eine große Festplatte verfügen.

Für den Test führte die Redaktion eine Standard-Installation von Suse Linux 10 auf den Notebooks von Acer, Dell und Samsung durch – das Faet VX.4/Z7100VP wurde bereits vorinstalliert geliefert. Um die 3D-Funktionalität mit Tuxracer überprüfen zu können, installierten wir auf dem Dell Latitude D810 und dem Samsung X50 den proprietären ATI-Treiber und auf dem Faet-Notebook den proprietären Treiber von Nvidia.

Die Akkulaufzeit ermittelten wir mit Hilfe des Tipptesters: Dabei handelt es sich um ein Servo, das zunächst 30 Sekunden lang mit 60 Anschlägen pro Minute eine Taste drückt, dann 30 Sekunden pausiert. Nach fünf Durchläufen gibt es eine Pause von 4:30 Minuten, dann wiederholt sich der Ablauf. Damit wird der mobile Betrieb im Zug oder Flugzeug simuliert, bei dem typischerweise keine großen Texte verfasst, sondern nur Dokumente redigiert werden. Die ermittelten Werte finden Sie zusammen mit der Ausstattung der Notebooks in der Tabelle "Vier Notebooks".

Acer Travelmate 4652LMi

Abbildung 1: Das Acer Travelmate 4652LMi ist nicht nur das günstigste Notebook im Test, sondern hielt auch am längsten ohne Steckdose durch und ist damit der Testsieger.

Die Beschreibung der Notebook-Produktpalette ist auf der Homepage des Herstellers ist gelinde gesagt verwirrend und nichtssagend: Sie können mit der 4650-Serie die "Konnektivität für Ihre sich stets erweiternde Business-Welt" erweitern, mit der Serie 4600 hingegen "zeigen Sie Ihre Führungsposition" und mit der Serie 4150 "bauen Sie Ihren Geschäftsvorteil aus" . Wer das Notebook nicht geschäftlich nutzen möchte, den verweist die Website auf die deutlich weniger leistungsfähige Aspire-Serie. Brauchbarere Informationen über die Ausrichtung der einzelnen Modelle gibt es aber auch dort nicht. Der künftige Kunde muss schon die technischen Datenblätter einzeln abrufen und vergleichen – eine Übersichts- oder Vergleichsfunktion wie etwa Dell bietet Acer nicht.

Das Acer Travelmate 4652LMi ist mit rund 1250 Euro Kaufpreis das günstigste Centrino-Notebook im Test und erstaunlich gut ausgestattet: Das Display weist eine Auflösung von 1400x1050 Pixel auf und ist 15 Zoll groß, der Pentium-M-Prozessor hat immerhin 1,73 GHz Taktfrequenz und der austauschbare DVD-Brenner verarbeitet sämtliche DVD-Formate inklusive zweilagigen DVD+R. Das einzige Problem des Laufwerks: Stand das Notebook nicht eben auf einem Schreibtisch, sondern etwas schräg nach rechts geneigt, schaffte es die Feder nicht, die Laufwerksschublade zu öffnen. In dem Fall müssen Sie die Schublade von Hand herausziehen, um das Medium herauszunehmen.

Günstig, aber gut

Die 80-GB-Festplatte hat einen Parallel-ATA-Anschluss, nur Samsung verbaut in dem mehr als doppelt so teuren X50 eine SATA-Festplatte. Auch auf einen teuren Grafik-Chip von ATI oder Nvidia hat Acer verzichtet – damit eignet sich das Travelmate nicht für aufwändige 3D-Spiele wie Quake oder Unreal, auf Tuxracer brauchen Sie dank der 3D-Unterstützung des im Chipsatz integrierten Grafik-Adapters aber nicht verzichten. Einen externen Monitor können Sie entweder über den DVI- oder den VGA-Ausgang anschließen – allerdings unterstützt der Grafik-Adapter keinen Dual-Head-Betrieb, Sie können also lediglich das gleiche Bild wie auf dem Display am Monitor duplizieren.

Bei Tastatur und Maus ging Acer eigene Wege: So ist die Tastatur leicht geschwungen, was ein ergonomischeres Schreiben erlauben soll. Leider hat Acer die Gelegenheit genutzt und die Taste für die spitzen Klammern und die Pipe auf die andere Seite der Tastatur verlegt – dies stört insbesondere Anwender, die normalerweise auf einer herkömmlichen PC-Tastatur schreiben und daher jedes mal neu die Taste suchen müssen. Auch der Cursor-Block ist nicht abgesetzt, sondern mit zwei Tasten mit Währungssymbolen verziert – die aber genau wie die vier Zusatztasten oberhalb der Tastatur keinerlei Scan Code liefern und damit unbenutzbar sind. Das Touchpad als Mausersatz hingegen glänzte als einziges im Testfeld mit einem Mausrad zwischen den beiden Tasten, das nicht nur vertikal, sondern auch horizontal scrollt.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


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