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Konsolenfieber

PSP mit Linux nutzen

01.01.2006 Sonys Portable Playstation (PSP) ist nicht nur zum Spielen gut – das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Wie Sie mit Ffmpeg Filme auf die PSP befördern, lesen Sie hier.

Seit ihrem Erscheinen wurden von der PSP etliche Millionen Stück verkauft. Obwohl Sony es nicht offen zugibt: Schuld daran ist auch der kreative Umgang der Nutzer mit der Spielekonsole. Einige Tricks und Kniffe ermöglichen es, eigene Filme auf die PSP zu kopieren und mit auf die Reise zu nehmen. Möglich macht das ein weiteres Sony-Produkt: Der "Memory Stick PRO", auf den Sie eben nicht nur – wie vom Hersteller durchaus beabsichtigt – Musik und Bilder spielen, sondern auch Filme. Die möchte Sony aber wohl lieber selbst verkaufen. Findige Köpfe fanden aber heraus, wie man eigene Streifen auf das PSP-Format trimmt. Auf den mittlerweile zwei GByte großen Sticks oder der vier GByte großen Festplatte bringen Sie bequem einen kompletten Kinofilm unter. Allerdings setzt das die "richtige" – nämlich die alte – Firmware voraus sowie die passende Software, um Filme in das PSP-Format zu konvertieren.

Firmware-(Hick)-Hack

Den kreativen Umgang mit der PSP versucht Sony nun durch immer neue Firmware zu verhindern. Umgekehrt spielen die Nutzer gezielt die älteren Firmware-Versionen 1.0 und 1.5 auf die PSP (Downgraden), um ihre eigenen Filme auf die Konsole zu kopieren. Die Firmware gibt es auf einschlägigen Seiten im Internet [1], man lädt sie herunter und installiert sie über einen Trick [2]. Aber Vorsicht: Eine Schad-Software mit dem Namen "Trojan.PSPBrick" nutzt diesen Wunsch aus und zerstört, anstatt die alte Firmware aufzuspielen, das aktuelle System – und macht so die Konsole unbrauchbar.

Sony beendete das muntere Downgraden mit der Firmware 2.01 vorerst: Eine Antivirus-Software betrachtet seitdem sämtliche Versuche, alte Firmware zu installieren, als Schadroutine und verhindert sie. Es ist also (zur Zeit) nur möglich, von Version 2.0 auf 1.5 und 1.0 zu downgraden, allerdings sollten Sie die Firmware vor der Installation mit einem aktuellen Viren-Scanner prüfen.

Bunte Bildchen und Musik

Einige Inhalte spielen Sie auch mit Sonys Billigung auf die PSP: Das beigelegte Handbuch erläutert explizit, wie Sie Fotos und Musik auf den Memory Stick der PSP kopieren. Dazu nutzen Sie – auch als Linux-Anwender – den eingebauten USB-Port.

Verbinden Sie Ihren Rechner und die PSP über ein USB-Kabel, rufen Sie dann mit Root-Rechten eine Konsole auf und geben Sie tail -f /var/log/messages ein, um zu erfahren, über welche Gerätedatei Linux die PSP in das System einbindet. Zunächst geschieht aber nichts, denn Sie müssen für die PSP erst den USB-Übertragungsmodus aktivieren. Dazu drücken Sie auf der PSP auf den HOME-Button, über den Sie in das Hauptmenü gelangen. Bewegen Sie den Cursor mit der nach links weisenden Pfeiltaste zum Koffersymbol ganz links im Hauptmenü unter dem Einstellungen steht. Innerhalb der Einstellungen rollen Sie mit den Pfeiltasten nach oben und unten, bis Sie ein Symbol erreichen, das USB-Verbindung heißt (Abbildung 1). Drücken Sie (x) auf der rechten Seite um den USB-Modus der PSP zu aktivieren.

Abbildung 1: Um Daten auf den Memory Stick der PSP zu spielen, schalten Sie über das Hauptmenü der PSP den USB-Modus ein.

Nun beobachten Sie den tail-Dialog auf der Konsole: Die Zeile

Nov 14 15:24:07↩
 linux kernel:  sda: sda1

verrät Ihnen, dass Linux die PSP über die Gerätedatei /dev/sda1 einbindet. Suse öffnet daraufhin automatisch ein Konqueror-Fenster, das die Playstation-Dateien anzeigt (Abbildung 2), mit denen Sie nun wie mit einem gewöhnlichen USB-Stick arbeiten. Unter Debian mounten Sie die PSP mit Root-Rechten händisch:

mkdir /mnt/psp
mount -t auto /dev/sda1 /mnt/psp

Abbildung 2: Sobald die USB-Verbindung zwischen PSP und Suse steht, öffnet Suse automatisch ein Fenster, das die Verzeichnisse auf dem Memory Stick zeigt.

Nun kopieren Sie testweise ein paar Fotos auf den Memory Stick. Die PSP erkennt Fotos nur, wenn Sie in einem bestimmten Verzeichnis liegen, das Sie zunächst über den Konqueror oder die Konsole anlegen.

mkdir /mnt/psp/PSP
mkdir /mnt/psp/PSP/PHOTO

Verschieben Sie dann Ihre Fotos in den neu erstellten Ordner PHOTO.

cp testfoto.jpg↩
 /mnt/psp/PSP/PHOTO

Wichtig ist grundsätzlich, dass Sie die Namen der Ordner und Dateien in Großbuchstaben schreiben – andernfalls erkennt die PSP die Bilder und Filme nicht. Schwach ist, dass die PSP nur Fotos im JPG-Format anzeigt, Bilder im PNG- oder GIF-Format müssen Sie vorher konvertieren.

Musik im MP3-Format kopieren Sie auf ähnliche Weise auf das Gerät – auch das setzt ein spezifisches Verzeichnis voraus:

mkdir /mnt/psp/PSP
mkdir /mnt/psp/PSP/MUSIC

Für Alben oder Interpreten legen Sie bei Bedarf je eigene Unterverzeichnisse an, die Sie zum Beispiel MADONNA oder SALSA nennen.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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