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Multimedia für unterwegs

Formate ermitteln

Auf den meisten Playern befindet sich ein Demo-Video. Dieses verwenden Sie als Ausgangspunkt, um eigene Filme im selben Format zu erstellen. Starten Sie dazu den Demofilm mit mplayer auf der Kommandozeile und brechen Sie die Wiedergabe gleich nach dem Start mit [Strg]+[C] ab. Sie sehen dann die Meta-Informationen, die Mplayer aus der Video-Datei ausliest. Ein Beispiel zeigt der Kasten "Videoformate entschlüsseln".

In Zeile 10 verrät Mplayer, dass es sich um eine MPEG2-Datei handelt, mit einer Auflösung von 720x480 Bildpunkten, einer Frame-Rate von 29,97 Bilder pro Sekunde (fps) und einem Datendurchsatz von 6000 Kilobit pro Sekunde (kbps). Die Tonspur ist ebenfalls im MPEG-Format. Was Mplayer in Zeile 14 korrekt mit MPEG layer-2, layer-3 bezeichnet, nennt man umgangssprachlich MP3. Die interessantesten Informationen stehen in Zeile 24 und 25. Hier verrät uns der Player, welchen Codec er zum Abspielen der Datei verwendet. In diesem Fall handelt es sich um den Decoder mpegpesund den Codec mpeg12, der sowohl MPEG1 als auch MPEG2 abspielt. Bei einer MPEG4-Datei stünde in Zeile 10 zum Beispiel VIDEO XIVD, in Zeile 24 und 25 hingegen:

Opening video decoder: [ffmpeg] FFmpeg's libavcodec codec family
Selected video codec: [ffodivx] vfm:ffmpeg (FFmpeg MPEG-4)

Daraus schließen Sie nun, dass Sie für das Erstellen eines gleichen Videos den Decoder ffmpeg mit dem Codec divx benötigen.

Videoformate entschlüsseln

marcel@kim:~/Desktop> mplayer -vo x11 centrix.mpg
MPlayer 1.0pre7-3.3.5 (C) 2000-2005 MPlayer Team
CPU: Intel Pentium M Banias (Family: 6, Stepping: 5)
Detected cache-line size is 64 bytes
CPUflags: MMX: 1 MMX2: 1 3DNow: 0 3DNow2: 0 SSE: 1 SSE2: 1
Compiled for x86 CPU with extensions: MMX MMX2 SSE SSE2
[…]
Playing centrix.mpg.
MPEG-PS file format detected.
VIDEO: MPEG2 720x480 (aspect 2) 29.970 fps 6000.0 kbps (750.0 kbyte/s)
==========================================================================
Opening audio decoder: [mp3lib] MPEG layer-2, layer-3
AUDIO: 44100 Hz, 2 ch, s16le, 224.0 kbit/15.87% (ratio: 28000->176400)
Selected audio codec: [mp3] afm:mp3lib (mp3lib MPEG layer-2, layer-3)
==========================================================================
vo: X11 running at 1680x1050 with depth 24 and 32 bpp (":0" => local display)
==========================================================================
Opening video decoder: [mpegpes] MPEG 1/2 Video passthrough
VDec: vo config request - 720 x 480 (preferred csp: Mpeg PES)
Could not find matching colorspace - retrying with -vf scale…
Opening video filter: [scale]
The selected video_out device is incompatible with this codec.
VDecoder init failed :(
Opening video decoder: [libmpeg2] MPEG 1/2 Video decoder libmpeg2-v0.4.0b
Selected video codec: [mpeg12] vfm:libmpeg2 (MPEG-1 or 2 (libmpeg2))
==========================================================================
Checking audio filter chain for 44100Hz/2ch/s16le -> 44100Hz/2ch/s16le…
AF_pre: 44100Hz/2ch/s16le
AO: [oss] 44100Hz 2ch s16le (2 bps)
Building audio filter chain for 44100Hz/2ch/s16le -> 44100Hz/2ch/s16le…
Starting playback…
VDec: vo config request - 720 x 480 (preferred csp: Planar YV12)
VDec: using Planar YV12 as output csp (no 0)
Movie-Aspect is 1.33:1 - prescaling to correct movie aspect.
VO: [x11] 720x480 => 720x540 Planar YV12
SwScaler: using unscaled Planar YV12 -> BGRA special converter
A:  9.2 V:  9.2 A-V: 0.004 ct: 0.049 272/272 14% 30% 1.6% 1 0

Video erstellen

Der schnellste Weg führt über die Kommandozeile. Sind transcode und ffmpeg installiert, erstellt folgender Befehl aus einer bestehenden Videodatei eine Divx-kompatible MPEG4-Datei:

transcode -y ffmpeg -F mpeg4 -o resultat.avi -i input.avi

Eine Xvid-kompatible Datei erstellen Sie direkt mit Transcode:

transcode -y xvid -o resultat.avi -i input.avi

Die so erzeugte Beispieldatei spielten sämtliche Testgeräte ab. Möchten Sie das Video auf eine Größe von 320x240 Bildpunkten herunterskalieren, ergänzen Sie den Befehl um die Option -Z 320,240. Für den Cowon-Player wählen Sie -Z 480,272. Eine 70 Sekunden lange MPEG2-Datei mit einer Originalauflösung von 720x480 Punkten lässt sich so von 40 MByte auf 6,4 MByte verkleinern, ohne dass auf dem portablen Player ein sichtbarer Qualitätsunterschied bestünde. Diesen Befehl können Sie zum Beispiel auch auf einer unverschlüsselten DVD im Hauptverzeichnis auf eine VOB-Datei anwenden.

Bequemer wandeln Sie Videodateien aber mit einem grafischen Frontend um, zum Beispiel mit Dvdrip. Im Folgenden beschreibt der Artikel, wie Sie aus einer DVD eine zirka 700 MByte große Videodatei im MPEG4-Format und mit einer Auflösung von 640x480 Bildpunkten erstellen. Starten Sie das Perl-Programm über den Befehl dvdrip und wählen Sie anschließend den Menüpunkt Edit | Preferences. Starten Sie das Programm zum ersten Mal, erscheint der entsprechende Dialog automatisch (Abbildung 2).

Abbildung 2: In diesem Dialog richten Sie Dvdrip ein. Achten Sie auf den richtigen Mount Point und dass genügend freier Speicher vorhanden ist.

Passen Sie sämtliche Punkte an, die das Programm rot markiert hat und achten Sie darauf, dass das Verzeichnis Default data base directory genug groß ist. Möchten Sie den Film vor dem Umwandeln zunächst auf die Festplatte überspielen, benötigen Sie eventuell mehr als 10 GByte. Klicken Sie auf OK

Wählen Sie nun im Hauptfenster File | New project und geben Sie dem Projekt einen Namen. Wollen Sie die MPEG4-Datei direkt von der DVD erstellen, klicken Sie die Option Encode DVD on the fly an. Zu Testzwecken lohnt es sich allerdings, die DVD zuerst auf die Festplatte zu kopieren. Wechseln Sie dazu auf den Reiter Rip title und klicken Sie auf Read DVD table of contents. Wählen Sie den längsten Film aus (eventuell als Test einen kürzeren Film wählen) und klicken Sie auf RIP selected title(s)/chapter(s).

Nach dem Einlesen wechseln Sie auf den Reiter Clip & Zoom und stellen die gewünschte Größe ein. Am einfachsten funktioniert dies über die Auswahl eines Presets-Modus. Sie können aber auch unter Zoom 320x240 eingeben und danach bei 2nd clipping sämtliche Werte auf Null stellen. Auf dem Reiter Transcode geben Sie nun unter Video codec ffmpeg ein und als af6/ffmpeg codec mpeg4 (Abbildung 3). Die Video-Bitrate passen Sie weiter unten an. Klicken Sie dazu auf Manual und stellen Sie die gewünschte Rate ein. Bitraten von mehr als 500 kbps für die Bildspur sind beim iPod und beim Cliod nicht sinnvoll, weil auf den relativ kleinen Displays kaum Unterschiede zu erkennen sind. Für den Archos und den Centrix erwies sich in den Tests eine Bitrate von 700 bis 800 kbps als ausreichend. Auch Audiospuren mit mehr als 128 kbps bringen kaum Qualitätsverbesserung, obwohl der Speicherplatzbedarf fast exponentiell wächst. Ein Klick auf Transcode stellt anschließend das MPEG4-Video her. Sie finden die fertige Datei im angegebenen Datenverzeichnis unter dem Projektnamen im Unterverzeichnis AVI.

Funktioniert die Testdatei nicht wie gewünscht, ändern Sie den Codec, die Framerate oder die Video-Bitrate. Vergessen Sie nicht, das Projekt vor dem Beenden von Dvdrip zu speichern – Sie müssen sonst nochmals von vorne beginnen.

Benutzer des Centrix MVP-100 können sich die ganze RIP-Arbeit sparen: Kopieren Sie hier einfach die VOB-Dateien unverschlüsselter DVDs auf die Festplatte des Players und benennen Sie die Endung in *.mpg um. Anschließend können Sie den Film auch auf dem Player abspielen. Bei verschlüsselten DVD lesen Sie den Hauptfilm mit Transcode ein (RIP selected title(s)/chapter(s)) und kopieren dann diese MPEG2-Dateien auf die Festplatte des Centrix.

Abbildung 3: Auf dem Reiter Transcode stellen Sie die wichtigsten Parameter für die Konvertierung ein.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

Zum Blog von Marcel Hilzinger →


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LinuxUser 06/2012

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