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Multimedia für unterwegs

01.01.2006 Für den Heimkinoabend bei Freunden müssen Sie keine DVDs oder Videokassetten mehr herumtragen: Portable Mediaplayer fassen über 20 Filme und spielen diese ohne Zusatzgerät auf einem Fernseher ab.

Leseratten gehen nie ohne ein Buch aus dem Haus. Dank der neuesten Generation von portablen Mediaplayern müssen jetzt auch Fans der verfilmten Literatur nicht mehr auf ihr Lieblingsstück verzichten. Ins richtige Format konvertiert, passen über 20 Spielfilme in die Westentasche. Vorausgesetzt, der Akku hält durch, steht also dem mobilen Filmvergnügen nichts mehr im Weg.

Größe zählt

Laptop-Benutzer kennen das Problem: Einerseits können Bildschirm und Tastatur nicht genug breit sein, andererseits soll das Notebook so leicht wie möglich sein. Mit einem ähnlichen Dilemma kämpfen portablen Mediaplayer. Das Gerät soll nach Möglichkeit in die Westen- oder Handtasche passen, darf nicht zu viel wiegen – andererseits soll das Display möglichst groß ausfallen. LinuxUser hat die Player Archos AV400, Centrix MVP-100, Cowon A2, Cliod CP-1220 und Apple iPod Video auf diese Punkte hin untersucht und getestet (siehe Tabelle "Testgeräte im Überblick"). Dabei zeigten sich hier klare Differenzen zwischen den drei "großen" Geräten (Archos, Centrix und Cowon) und den kleineren Systemen Cliod und iPod. Während sich auf den winzigen Displays des Cliods und des iPods ganze Filme nur mit Anstrengung anschauen lassen, bieten die bis zu zehn Zentimeter großen Displays der zwei teureren Geräte bereits ein passables Filmvergnügen. Natürlich ist dieser Eindruck bis zu einem gewissen Grad subjektiv und hängt auch stark mit dem Sehvermögen des Benutzers zusammen. Ein Display mit einer Diagonale von acht Zentimetern (etwas kleiner als eine Visitenkarte) stellt aber das sinnvolle Minimum dar. Noch kleinere Displays eignen sich höchstens für Zeichentrickfilme oder Videoclips, bei denen filmische Details eine untergeordnete Rolle spielen.

Das größte Display bringt der Cowon-Player mit einer Bildschirmdiagonale von 10 Zentimetern (etwa die Größe einer Kreditkarte) und einer Auflösung von 480x272 Bildpunkten (16:9-Format) mit. Die restlichen Testgeräte weisen eine Hardware-Auflösung von 320x240 Bildpunkten auf. Die Größe des Monitors bestimmt aber nicht unbedingt dessen Qualität. So zeigte zum Beispiel das sehr scharfe Display des Cliod CP-1220 auch Untertitel gut lesbar an, die auf den größeren Displays des Centrix und des Linux basierten Archos sehr verschwommen wirkten. Bei Tageslicht eignet sich das sehr helle und kontrastreiche Display des Archos am Besten für den mobilen Genuss. Es spiegelt auch nicht so sehr, wie die übrigen LCDs.

Bei Speicherkapazitäten über 20 GByte spielt auch die Datenübertragungsrate eine wichtige Rolle. Sämtliche Testgeräte bringen dazu eine USB-2.0-Schnittstelle mit und kopieren Dateien mit einer Geschwindigkeit von rund 10 MByte pro Sekunde. Im Test stürzte jedoch der Cliod CP-1220 beim Wechsel in den USB-Modus mehrere Male ab und verlangte danach einen Neustart.

Ausnahmefall iPod

Sämtliche Testgeräte funktionieren nach dem Anschließen über USB per Drag & Drop. Eine Ausnahme macht der Video-iPod: Hier können Sie offiziell ausschließlich mit Itunes – Apples eigener Jukebox mit Anschluss an den gleichnamigen Online-Musikladen – Musik auf das Gerät laden. Unter Linux funktioniert das aber auch mit Gtkpod.

Die zum Redaktionsschluss aktuelle Gtkpod-Version aus dem CVS-Zweig des Projekts kam mit dem iPod 5 bereits klar, so dass sich Musik völlig problemlos auf das Gerät überspielen ließ. Nach dem Anschluss per USB oder Firewire erkennt der Kernel eine neue USB-Festplatte. Als Benutzer Root hängen Sie den iPod danach in das Dateisystem ein und teilen Gtkpod über EditPreferences den Einhängepunkt mit. Per Mausklick importieren Sie die Musikdatenbank und können danach den iPod genauso wie mit Itunes steuern.

Als Video-Player in Verbindung mit Linux tut sich der iPod 5 aber im Moment noch etwas schwer – was maßgeblich an Gtkpod liegt: Videos sind in der Titeldatenbank des iPods anders einzutragen als Audio-Dateien. Um mit Gtkpod Videos auf den iPod zu laden, müssen Sie zunächst eine aktuelle Version von Gtkpod und dessen eigener Bibliothek libgpod aus dem CVS herunterladen. Die dazu nötigen Befehle finden Sie im Kasten "Gtkpod aus CVS".

Gtkpod aus CVS

Mit den folgenden Befehlen laden Sie die aktuellste Version von Gtkpod und seiner Bibliothek Libgpod aus dem CVS (bei der Passwortabfrage drücken Sie lediglich [Eingabe]).

cvs -d:pserver:anonymous@cvs.sourceforge.net:/cvsroot/gtkpod login
cvs -z3 -d:pserver:anonymous@cvs.sourceforge.net:/cvsroot/gtkpod co -P libgpod
cvs -z3 -d:pserver:anonymous@cvs.sourceforge.net:/cvsroot/gtkpod co -P gtkpod

Ausführliche Anweisungen, wo Sie die CVS-Versionen bekommen, finden Sie auf [1]. Wechseln Sie anschließend ins neue Verzeichnis und spielen Sie den von [2] verfügbaren Patch zur Videofunktion ein:

<C>patch -p0 < gtkpod_5g_video_ipod_support.patch<C> an.

Nach der Kompilierung und Installation des neuen Gtkpod über den bekannten Dreischritt ./configure, make und make install lassen sich auch Video-Dateien auf den iPod kopieren. Diese tauchen sogar im Menü Videos der Playliste auf (Abbildung 1).

Abbildung 1: Wie im Screenshot gezeigt kommt Gtkpod mit einem kleinen Patch auch mit Video-Dateien klar, wie hier mit dem Video-Podcast der Tagesschau.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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