KDE News

01.01.2006

KDE synchronisiert via OpenSync

Das KDE-Projekt setzt künftig bei der Synchronisierung von PIM-Daten auf das OpenSync-Framework. Das Programm KitchenSync, das bislang mit Palm-Handhelds oder Mobiltelefonen über eigene Plug-ins kommunizierte, unterstützt so eine deutlich breitere Palette an Geräten, darunter auch Windows-CE-basierte.

Die Portierung erfolgte im Rahmen eines von Suse gesponserten Treffens in Nürnberg, bei dem Entwickler beider Projekte zugegen waren. Auch andere Projekte haben bereits Interesse an OpenSync bekundet. Somit hegen die Beteiligten die Hoffnung, dass OpenSync zur universellen Plattform für das Synchronisieren mit mobilen Geräten unter Linux wird.

Eine erste stabile Version von OpenSync planen die Entwickler für Anfang 2006. Parallel dazu entwickeln sie ein KDE-3-Frontend. Es dient Benutzern für den Abgleich zwischen Palm-PDAs, SyncML- und IrMC-fähigen Mobilgeräten sowie den Groupware-Programmen Kontact und Evolution.

Die fortschreitenden Entwicklungen bei KitchenSync wirken sich allerdings auch auf bestehende Tools aus. Im kommenden KDE 4 etwa sollen die Programme KSync und Kandy nicht mehr vetreten sein. Sollte die Entwicklung des Programmes weit genug gedeihen, ersetzt es auch KPilot. Zunächst behalten die Entwickler das beliebte Tool für die Palm-Synchronisierung jedoch bei.

Vielversprechend, aber noch im Rohzustand präsentiert sich die erste OpenSync-basierte Version von KitchenSync.

KDE Marketing-Gruppe formiert sich

Auf der diesjährigen KDE-Konferenz in Malaga beschloss die Versammlung des KDE e.V., der rechtlichen Körperschaft des KDE Projektes, eine Marketing-Gruppe ins Leben zu rufen. Nun setzen motivierte Helfer um die Initiatoren Martijn Klingens, Sebastian Kügler und Wade Olson den Beschluss um. Die Marketing-Gruppe will dem Projekt dabei helfen, seine strategischen Botschaften zu vermitteln.

Ziel ist es auch, bestehende PR-Initiativen zu ergänzen und zu vernetzen. Einzelne KDE-Entwickler stehen den Projektinitiatoren bei PR-Fragen mit Rat und Tat zur Seite. KDE-Enthusiasten, die PR-Erfahrung mitbringen, sind bei der KDE-Promo-Mailingliste (http://lists.kde.org/?l=kde-promo&r=1&w=2) willkommen.

Trolltech Developer Days in München

Nach München hatte Qt-Hersteller Trolltech Anfang November interessierte Entwickler aus Europa zu den "Qt Developer Days" http://www.trolltech.com/campaign/qtday_de.html eingeladen.

In seiner Keynote gab Eirik Chambe-Eng, Mitbegründer und Präsident von Trolltech, einen Überblick über die aktuelle Situation und die zukünftigen strategische Pläne.

Chambe-Eng vermeldete, dass Trolltech in den letzten 12 Monaten seine Mitarbeiterzahl von 80 auf 140 nahezu verdoppelt hat. Das Unternehmen setzt künftig verstärkt auf Services rund um die Produktpalette und auf Neuentwicklungen, die Qt vervollständigen und erweitern.

Besonders hob Chambe-Eng die auf Mobilgeräte spezialisierte Oberfläche Qtopia hervor, die auf Qt basiert. Vor allem im asiatischen Raum sei Qtopia häufig auf Mobiltelefonen zu finden. Derzeit befindet sich Version 4 in der Entwicklung, Basis dafür ist Qt 4. Die aktuelle Version von Qtopia fußt noch auf dem in die Jahre gekommene Qt 2. Zusätzlich kündigte der Trolltech-Präsident für die neue Version Qt-Java-Bindings an.

Matthias Ettrich, KDE-Gründer und Chefentwickler bei den Norwegern, gab einen Überblick über Qt und beleuchtete besondere Features der anstehenden Versionen. Dazu zählt die Unterstützung des Vektorgrafikformates SVG-tiny, die Ausgabe von Zeichenoperationen via OpenGL sowie die Portierung von Qt auf Windows Vista.

Die dritte Keynote kam von KDE-Entwickler Aaron Seigo. Der von Trolltech bezahlte Plasma-Entwickler präsentierte Designansätze für die kommende KDE-Version 4.0. So experimentieren die Entwickler derzeit mit einem maussensitiven Interface, das Kontextmenüs durch Symbole ersetzt.

Nokia-Browser mit KHTML-Technologie

Auf der Nokia Mobility Conference in Barcelona hat der finnische Mobilfunkanbieter für seine Series-60-Geräte einen Webbrowser auf Basis von Apples WebCore vorgestellt, das wiederum auf KDEs KHTML-Engine aufbaut.

Anders als Desktop-Browser kommt die Nokia-Variante mit Anpassungen für Handys daher: So schrumpft der Browser beispielsweise die Darstellung der Seite, ohne das Layout zu beeinträchtigen. Bei Bedarf lassen sich einzelne Teile der Seite vergrößern. Die Eingabe von URLs erleichtert Nokia mit dem integrierten T9-System.

Ansonsten bringt der Browser die Funktionalität seiner beiden großen Brüder Konqueror und Safari mit: Er beherrscht CSS, JavaScript, RSS, Verschlüsselung mit SSL und soll kompatibel mit AJAX-Anwendungen sein. Der Browser (http://www.s60.com/browser) verfügt über eine Schnittstelle für Netscape-Plugins, stellt SVG-Vektorgrafiken dar und bietet sogar einen Popup-Blocker. Zusätzlich können Entwickler von S60-Anwendungen die Browser-Komponente für ihre eigenen Applikationen nutzen.

Auf der KDE-Konferenz Akademy hatten zwei Entwickler den Port vorgestellt und nach einigen Diskussionen eine aktive Kooperation mit dem KHTML-Team angekündigt.

KDE 3.5 fast fertig

Das KDE-Team hat den ersten Release Candidate für KDE 3.5 fertiggestellt und damit die wohl letzte Testversion vor der Freigabe der finalen Version.

Dabei scheint das Release-Team bereits jetzt von der Qualität überzeugt: Der Hinweis "RC1" taucht in den Versionshinweisen der Software gar nicht erst auf. Nur die Pakete weisen auf den Status hin.

Testen lohnt sich diesmal besonders: KDE 3.5 stellt nach den bisherigen Plänen die letzte Version vor dem großen Sprung auf KDE 4 dar, mit dessen Freigaben die Entwickler gegen Ende 2006 rechnen. Zwar sollen bis dahin noch fehlerbereinigte Versionen von KDE 3.5 erscheinen, neue Funktionalitäten enthalten die aber nicht mehr.

Für Suse und Kubuntu haben die Distributoren bereits Binärpakete zum Herunterladen (http://www.kde.org/info/requirements/3.5.php) bereitgestellt. Nutzer anderer Distributionen greifen bei Bedarf auf das Installationsskript Konstruct zurück.

Brasilien setzt auf günstige Linux-PCs

Im Rahmen des Programmes "Computers for All" setzt die brasilianische Regierung auf preisgünstige Rechner mit Linux. Für umgerechnet 440 US-Dollar zielt der PC auf Bevölkerungsschichten mit geringem Einkommen. Staatlich geförderte Kredite helfen zusätzlich bei der Finanzierung.

Das Wissenschaftsministerium hofft, auf diesem Weg im nächsten halben Jahr eine halbe Million Desktop-PCs unters Volk zu bringen.

Prinzipiell darf jeder Hersteller solche PCs anbieten, solange diese die Hardware-Voraussetzungen erfüllen, die das Ministerium festgelegt hat: So sollen die Rechner über 128 MByte RAM, sowie Floppy- und CD-ROM-Laufwerk verfügen und komplett mit Tastatur, Monitor und Faxmodem geliefert werden. Zu den Anforderungen auf Softwareseite zählen Linux als Betriebssystem sowie insgesamt 27 Programme mit Open-Source-Lizenz, darunter Textverarbeitung, Browser und Foto-Editor.

Die brasilianische Firma "Positivo" hat bereits mit dem Verkauf solcher PCs auf Basis der Mandriva-Distribution begonnen. Als Desktop kommt KDE zum Einsatz. Die Firma erwartet, jeden Monat ungefähr 10.000 Rechner umzusetzen. Vor dem Umstieg auf Mandriva verwendete Positivo die ebenfalls KDE-basierte Distribution Insigne.

Saubermann für den Desktop

Wer gegen Unmassen von toten Verweisen, doppelten Dateien oder den von vielen Editoren erstellen Backup-Dateien kämpft, findet möglicherweise im Tool "KleanSweep" einen Mitstreiter.

Das bislang nur in englisch erhältliche Programm durchsucht die Festplatte nach Dateileichen und stellt seine Funde als Übersicht dar. Was KleanSweep als Müll einordnet, kann der Benutzer zuvor bequem definieren. Wer das nützliche Tool ausprobieren möchte, findet unter http://linux.bydg.org/~yogin Pakete für Suse, Debian und Mandriva sowie den Quelltext.

KleanSweap entfernt unnötige Dateien von der Festplatte.

Finanzverwalter mit neuen Fähigkeiten

Mit dem Release 0.8 hat das Programm KMyMoney den Schritt von der einfachen Homebanking-Anwendung hin zur vielseitigen Finanzsoftware vollzogen. Neben Giro-, Debit- und Kreditkartenkonten beherrscht die neue Version auch Investment-Banking und lädt aktuelle Kurse aus dem Internet herunter.

Auch die Analyse von Geldbestand und Ausgaben ist mit der neuen Version erstmals möglich. Die dafür ausgegebenen Reports lassen sich an die eigenen Bedürfnissen anpassen. Nutzern, die internationale Konten pflegen, kommt KMyMoney ebenfalls entgegen: Jedem Konto lässt sich eine der insgesamt 170 unterstützten Währungen zuweisen.

Migrierungswillige Benutzer anderer Programme können ihre Datenbestände mitnehmen: KMyMoney 0.8 kann GnuCash und Quicken-Dateien importieren und beherrscht das Format Open Financial Exchange. Wer seine Daten zusätzlich schützen will, nutzt die eingebaute GnuPG-Verschlüsselung.

Abgerundet wird das neue Release mit einem Plug-in-System, das eigene Erweiterungen erlaubt. Wermutstropfen: Das in Deutschland gebräuchliche HBCI für den Kontenabgleich mit den Banken beherrscht das Programm zwar, steht dabei aber in Abhängigkeiten zu externen Bibliotheken, die in den vorkompilierten Paketen nicht aktiviert sind. Wer das Programm selber bauen will oder HBCI nicht benötigt, findet Quellcode und Binärpakete unter http://kmymoney2.sf.net.

KMyMoney 0.8 kommt mit mehr Funktionalitäten und verbesserter Benutzbbarkeit.

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