Desktop-Modding
Grafische Desktops individualisieren
Eingangstür
Wie bereits beschrieben, steht nun bei vielen Installationen das System am so genannten Login. Neben dem Veteran XDM [5] kommen heute vor allem die Display Manager KDM (aus dem KDE-Projekt [6]) sowie GDM (aus dem Gnome-Projekt [7]) zum Einsatz.
Hier eröffnen sich zwei Wege, um das Design zu verändern: Sie binden einen neuen Hintergrund ein oder passen die Schaltflächen und anderen Bedienelemente mittels eines so genannten Themes an. Meist bringen die Themes bereits einen passenden Hintergrund mit.
Sowohl für den KDM wie auch für den GDM stehen bereits zahlreiche fertige Designs zur Verfügung (Abbildung 3). Bei beiden Desktop-Projekten entwickeln jeweils Gruppen fast ausschließlich am Aussehen. Auf den Servern von Gnome ("Arts&Themes", [8]) sowie KDE ("KDE-Look", [9]) stehen die Ergebnisse der Arbeit, nach Kategorien und Einsatzzweck geordnet, bereit.
Um ein Theme für den Login-Manager unter KDE zu installieren, gehen sie wie folgt vor: Laden Sie die entsprechende Datei vom KDE-Look-Server herunter und speichern Sie diese in Ihrem Home-Verzeichnis. In der Regel handelt es sich dabei um ein Tar-Archiv, das Sie wie gewohnt entpacken.
Aufgrund der zahlreichen Änderungen über die verschiedenen KDE-Versionen existiert kein eingebauter Mechanismus, mit dem Sie die Dateien en bloc installieren könnten. Je nach Distribution unterscheiden sich zudem die Dateien, in denen Sie Hand anlegen müssen.
Im Prinzip beschränkt sich der Eingriff auf das Verschieben der Theme-Dateien (Bilder und XML-Beschreibung) in den richtigen Ordner. Standardmäßig liegen diese Files in /usr/share/apps/kdm/themes/. Dann editieren Sie die Konfigurationsdatei des KDM (/etc/kde3/kdm/kdmrc) wie folgt:
UseTheme=true Theme=/usr/share/apps/kdm/themes/<I>Theme-Ordner<I>
Leider geht die populäre Distribution Suse hier wieder einen Sonderweg. Bei diesem System lagern die Konfigurationsdatei in /etc/opt/kde3/share/config/kdm/kdmrc. Die Theme-Verzeichnisse liegen in /opt/kde3/share/apps/kdm/themes/.
Versuchen Sie die grafische Oberfläche das Design des Login-Schirms zu ändern, rufen Sie zuerst das Yast2 auf und wählen dort den Editor für die Sysconfig-Dateien. Darin suchen Sie den Schlüssel Displaymanager unterhalb des Punktes Desktop. Zu erwarten wäre, dass ein Ändern der Variable DISPLAYMANAGER_KDM_THEME das neue Theme lädt. Dies trat jedoch unter Suse 10.0 nicht ein.
Der Display-Manager des Gnome-Projektes gibt sich etwas benutzerfreundlicher. Zunächst suchen Sie sich auf http://art.gnome.org (Abbildung 4) im Bereich Desktop Themes unter Login Manager einen interessanten Screen aus und laden diesen herunter.
Je nach Distribution verbirgt sich das grafische Frontend zur Konfiguration des Gnome Display Managers an einem anderen Ort. Unter Ubuntu gelangen Sie über die Menüleiste am oberen Bildschirmrand unter System und Systemverwaltung zu Einrichten des Anmeldebildschirms.
Es öffnet sich ein Dialog, der auf mehreren Reitern verteilt die Einstellungen für den GDM enthält. Unter der etwas kuriosen Beschriftung Thema-Begrüßer gelangen Sie zu den Optionen, die einen interessanten Login-Schirm versprechen. Über den Schalter Neues Thema installieren wählen Sie einfach das heruntergeladene Archiv aus, das die Anwendung in das Verzeichnis /usr/share/gdm/themes/ entpackt. Dort liegt anschließend ein neues Unterverzeichnis.
Ein Blick in selbiges enthüllt, dass ein GDM-Theme (ähnliches gilt übrigens auch für KDE) im wesentlichen aus Bildern, einer Beschreibungsdatei im XML-Format sowie einer Datei mit einer Kurzbeschreibung und der Endung .desktop besteht.
Die XML-Datei regelt die Positionierung der Dialoge. Die Struktur erklärt sich beinahe von selber: Meist referenziert diese Konfiguration ein Hintergrundbild, das sich in einem Element item mit dem Attribute pixmap befindet. Hier eröffnen sich Chancen für den ersten Schritt zum eigenen Login-Manager.
Alternativ eingestellt
Spielen Sie gerne mit Alternativen zu gängigen Programmen, dann lohnt sich für Sie vielleicht ein Blick auf den Login-Manager Qingy (http://qingy.sourceforge.net). Das komplett in C geschriebene Programm verwendet statt X11 den Framebuffer zum Zeichnen der Grafiken und Eingabefelder, arbeitet flott und eröffnet eine Menge Raum für kreative Einfälle.
Die Installation setzt voraus, dass Sie die vorhandenen Display-Manager entfernen. Das sollten Sie nur wagen, wenn Sie sich mit Ihrem System so sicher fühlen, um im Textmodus den Ausgangszustand wieder herzustellen. Mehr Hinweise zum Einrichten des Programms finden Sie auf der Homepage sowie im Buch "Linux Desktop Hacks" (siehe Kasten "Buchtipp").



