Mit dem kostenlosen Vmware-Player lassen sich virtuelle Maschinen öffnen, die mit der Vollversion Vmware Workstation erzeugt wurden – jedoch keine neuen erstellen. Der kostenlose Vmware-Player eignet sich so ideal zum Verteilen von kompletten Linux-Systemen. LinuxUser wird diese Methode künftig nutzen, um Ihnen Linux-Distributionen vorzustellen – mit dem Vorteil, dass Sie diese schnell und risikolos (ohne Festplattenpartitionierung und Installation eines Bootloaders) begutachten können. In dieser Ausgabe finden Sie den Ressourcen-Minimalisten Damn Small Linux auf der Heft-CD (siehe Artikel ab S. 10).
Nach Installation des RPMs von der Heft-CD müssen Sie den VMware-Player konfigurieren. Rufen Sie dazu als Root vmware-config.pl auf. Das Konfigurationsskript kompiliert einige zusätzliche Kernelmodule: Dazu müssen die Kernel-Quellen sowie der GNU-C-Compiler Gcc installiert sein. Nach Akzeptieren der Lizenz ist es normalerweise ausreichend, stets mit der [Eingabe]-Taste die Standardeinstellungen zu übernehmen. Wenn Sie die Meldung Enjoy -- the VMware team. sehen, haben Sie die Konfiguration erfolgreich abgeschlossen. Um die virtuelle Maschine mit Damn Small Linux von der Heft-CD zu starten, kopieren Sie zunächst das Verzeichnis LinuxUser/vmplayer/vmplayer-dsl auf Ihre Festplatte und öffnen Sie die Datei dsl.vmx im Vmware-Player.
Wenig bekannt ist, dass Sie den Vmware-Player fast uneingeschränkt wie die Vollversion nutzen können: Auf bestehenden virtuellen PCs können Sie neue Software installieren – bis hin zum neuen Betriebssystem: Eine beliebige bestehende virtuelle Maschine dient so als Basis für ein neues virtuelles System. Auf dem mit Damn Small Linux bespielten virtuellen PC von der Heft-CD können Sie mit wenigen Handgriffen ein anderes Betriebssystem Ihrer Wahl installieren. Alles, was Sie dazu benötigen, ist eine bootfähige Installations-CD oder ein ISO-Image derselben. Der Kasten "Vmware-Player nutzen wie die Vollversion" erläutert die Details.
Vmware-Player nutzen wie die Vollversion
So installieren Sie ein neues Betriebssystem auf eine bereits vorliegende virtuelle Maschine: Legen Sie die Installations-CD oder DVD in Ihr Laufwerk. Starten Sie Vmware-Player und öffnen Sie die virtuelle Maschine von der Heft-CD (bitte das Verzeichnis vorher auf die Festplatte kopieren). Klicken Sie sofort, während das BIOS des virtuellen PC lädt, auf das Fenster der Players und drücken Sie [Esc]. Vmware-Player fragt Sie dann, von welchem Laufwerk Sie booten möchten. Wählen Sie CD-Rom Drive. Installieren Sie Ihr neues System auf die Partition /dev/hda1 beziehungsweise partitionieren Sie die Platte /dev/hda neu. Für das Booten eines Iso-Images ersetzen Sie in der Datei dsl.vmx im Verzeichnis der virtuellen Maschine
ide1:0.fileName = "auto detect" ide1:0.deviceType = "cdrom-raw"
durch
ide1:0.fileName = "Pfad/zum/Image " ide1:0.deviceType = "cdrom-image"
Booten Sie die virtuelle Maschine durch eine Klick auf PlayerTroubleshootReset neu. Die Installation verläuft nun wie auf einem normalen PC.
Die Vollversion von VMware ermöglicht es, Snapshots von Gesamtzuständen des virtuellen PCs zu erstellen, beispielsweise um nach Update eines Softwarepakets zum ursprüglichen Zustand zurückkehren zu können. Wenn Sie über genügend Plattenplatz verfügen, ist das auch ohne die Snapshot-Funktion der Vollversion möglich: Duplizieren Sie einfach das Verzeichnis der virtuellen Maschine, während diese ausgeschaltet ist.
Glossar
virtuelle Maschinen
Ein Softwareprogramm, das einen kompletten PC "nachstellt". Es emuliert die einzelnen Hardware-Komponenten (BIOS, CPU, Festplatte, Grafik-, Sound- und Netzwerkkarte). Installierte Betriebssyssteme merken nichts von dem "Betrug". Die Vorteile: Zum einen nimmt das virtuelle System keinen Einfluss auf Ihr wirkliches Betriebssystem. Zum anderen ist die emulierte Hardware innerhalb des virtuellen PCs stets exakt identisch – unabhängig davon, auf welcher Hardware der Emulator läuft.