Zweite Stufe

Nun startet das neu installierte System von der Festplatte und schließt die Installation ab. Es richtet die von der Installations-CD kopierten Pakete ein und erfragt dabei die vom Benutzer bevorzugten Einstellungen wie die Bildschirmauflösung.

Danach empfängt Sie der grafische Login-Manager (Abbildung 2). Geben Sie zum Start der Gnome-Oberfläche (Abbildung 3) Namen und Passwort des bei der Installation angelegten Benutzers an. Einen Benutzer Root kennt eine Ubuntu-Standardinstallation nicht; stattdessen erhält der erste angelegte Benutzer Root-Rechte unter Verwendung des Kommandos sudo. Startet er ein grafisches Programm, das administrative Privilegien voraussetzt, fragt das System erneut nach seinem Passwort. Auf der Kommandozeile führt der Befehl sudo vor einem Kommando ebenfalls zu Root-Rechten.

Abbildung 2: Der grafische Login-Manager empfängt die Benutzer und signalisiert den erfolgreichen Abschluss der Installation.
Abbildung 3: Als Standardoberfläche kommt ein aktuelles Gnome zum Einsatz, das die Artwork-Abteilung des Ubuntu-Teams nach eigenem Geschmack gestaltet hat.

Falls Sie diesen Schritt bei der Installation übersprungen haben, installieren Sie nun über den Menüpunkt SystemAdministrationLanguage selector beispielsweise die deutschen Sprachpakete nach.

Eine Internet-Anbindung vorausgesetzt, empfiehlt es sich außerdem, als zusätzliche Paketquellen zur Installations-CD den Ubuntu-Server hinzuzufügen. Dazu starten Sie den Paketmanager über SystemSystemverwaltungSynaptic-Paketverwaltung. Geben Sie im Dialogfeld Ihr persönliches Benutzerkennwort ein – wie beschrieben gibt es unter Ubuntu kein Root-Passwort.

Wählen Sie den Menüpunkt EinstellungenPaketquellen. Im Dialogfenster klicken Sie auf den Button Hinzufügen. Über die Auswahlliste unter Repository haben Sie nun die Wahl zwischen Ubuntu 5.10 "Breezy Badger", Ubuntu 5.10 Security Updates und Ubuntu 5.10 Updates. Der erste Punkt enthält die gesamte offizielle Distribution, der zweite wichtige Updates, die Sicherheitslücken stopfen. Updates schließlich stellt aktualisierte Pakete bereit, die beispielsweise defekte Pakete reparieren. Sie sind jedoch nicht sicherheitsrelevant und deshalb nicht so wichtig wie die Security Updates.

Unter Komponenten haben Sie vier Möglichkeiten zur Auswahl, die die vier Bestandteile des Ubuntu-Servers repräsentieren (Abbildung 4). Offiziell unterstützt enthält die Kerndistribution, für die die Ubuntu Foundation schnelle Sicherheits-Updates und eine weitgehende Qualitätskontrolle garantiert. Dies gilt auch für die Kategorie Eingeschränktes Copyright. Allerdings finden sich hier Pakete, die zwar kostenlos sind, aber dennoch proprietäre Software enthalten; beispielsweise Treiber für die Grafikkarten von NVidia und ATI, den Flash Player von Macromedia oder den Acrobat Reader von Adobe.

Abbildung 4: Ubuntu unterteilt seine Paketsammlungen in vier Kategorien. Im grafischen Paketmanager lassen sie sich per Mausklick ein- und ausschalten.

Die Kategorie Von der Gesellschaft verwaltet (Universe) besteht dagegen aus Programmen, für die die Ubuntu Foundation keine Verantwortung übernimmt. Stattdessen kümmern sich Freiwillige um diese Pakete, häufig handelt es sich dabei lediglich um aus der Debian-Distribution kopierte Software. Dort wartet ein nahezu unendlicher Schatz freier Programme, allerdings sind der fehlerfreie Betrieb und schnelle Sicherheits-Updates hier nicht garantiert.

Unfrei (Multiverse) schließlich enthält Software, die unter denselben Bedingungen wie die unter Universe ihren Weg auf den Ubuntu-Server findet, aber hier landen wiederum Programme, die nicht unter einer freien Lizenz stehen.

Der Paket-Manager lädt anschließend die Liste der verfügbaren Pakete vom Server herunter. Danach stehen sie in der Liste zur Installation bereit. Ein Klick auf das Kästchen neben einem Paketeintrag merkt es zur Installation vor, auch weitere dazu notwendige Pakete installiert Synaptic automatisch mit.

Künftig prüft der Ubuntu-Update-Manager bei jedem Login die konfigurierten Server auf neue Updates, falls zu diesen Zeitpunkt eine Internet-Verbindung besteht. Findet er dort Neuigkeiten, weist der Update-Notifier in Form eines Icons in der Kontrollleiste darauf hin. Ein Klick darauf öffnet den Update-Manager, der die aktualisierten Pakete herunterlädt und ins System einspielt.

Update von 5.04

Wer bereits eine frühere Ubuntu-Version installiert hat, nimmt mit oder ohne Installations-CD dank des durchdachten Paket-Managements auf einfache Weise ein Update vor. Über die grafische Oberfläche wählen Sie dazu im Paket-Manager Synaptic den Menüpunkt EinstellungenPaketquellen. Markieren Sie nacheinander jeden vorhandenen Eintrag und wählen Sie Bearbeiten. Im Feld Distribution tragen Sie jeweils breezy ein (Abbildung 5).

Abbildung 5: Zum Update tragen Sie ins Feld "Distribution" lediglich "breezy" ein, den Rest erledigt der Paketmanager.

Alternativ öffnen Sie mit Root-Rechten ausgestattet die Datei /etc/apt/sources.list, beispielsweise über sudo gedit /etc/apt/sources.list, und ersetzen darin jeden Eintrag hoary durch breezy.

Die Befehle sudo apt-get update gefolgt von sudo apt-get dist-upgrade – beziehungsweise Klicks auf Neu laden, Aktualisierungen vornehmen und schließlich Anwenden unter Synaptic – laden die neuen Pakete herunter und installieren sie. Abschließend installieren Sie die Pakete Ubuntu-base und Ubuntu-desktop nach, falls sie nicht bereits installiert sind.

Wer zum Upgrade die Heft-CD verwenden möchte, legt diese ins CD-Laufwerk ein. Das System stellt daraufhin automatisch fest, dass es sich um eine Ubuntu-CD handelt und bietet an, sie einzulesen und das neue Ubuntu-System einzuspielen. Haben Sie Pakete installiert, die über die Basisinstallation hinausgehen, bietet es sich an, dennoch auch die Internet-Quellen anzupassen, um auch diese Software-Pakete zu aktualisieren.

In die dritte Dimension

Da die Standardinstallation ausschließlich aus freier Software besteht, fehlen aus rechtlichen Gründen wichtige Komponenten wie die Fähigkeit, MP3-Musikdateien abzuspielen oder die 3D-Beschleunigung von ATI-Grafikkarten. Der freie Treiber für NVidia-Karten bietet zwar eine Hardware-beschleunigte Ausgabe von 3D-Grafiken an, jedoch erreicht der Treiber vom Hersteller eine spürbar bessere Performance.

Haben Sie die Paketquelle Eingeschränktes Copyright eingerichtet, finden Sie außerdem für ihrem Prozessor optimierte Kernel beispielsweise im Paket Linux-686 für Intel-Prozessoren ab dem Pentium, oder in Linux-k7 für aktuelle AMD-Prozessoren. Diese Metapakete installieren automatisch die aktuelle Kernel-Version sowie unfreie dazu passende Module nach, die sich im Paket Linux-restricted-modules befinden.

Damit erhalten Sie auch die Treiber für die NVidia- und ATI-Grafikkarten. Zusätzlich benötigen Sie die Pakete Xorg-driver-fglrx für ATI-Hardware beziehungsweise Nvidia-glx und Nvidia-settings für NVidia-Geräte.

Anschließend laden Sie das entsprechende Kernel-Modul über das Kommando sudo modprobe fglrx oder sudo modprobe nvidia. Um diesen Vorgang beim Systemstart zu automatisieren, tragen Sie den Modulnamen fglrx oder nvidia mit einem Texteditor in die Datei /etc/modules in eine eigene Zeile ein.

Abschließend bringen Sie dem Grafik-Server bei, den neuen Treiber zu verwenden. Für NVidia-Karten erledigt das ein mitgeliefertes Skript; das Kommando sudo nvidia-glx-config enable reicht aus. Besitzen Sie ein ATI-Gerät, passen Sie mit einem Texteditor die Datei /etc/X11/xorg.conf an und ändern Sie im Abschnitt Device in der Zeile Driver den existenten Eintrag zu ATI.

Da der Algorithmus zur MP3-Kompression mehrere patentschützte Verfahren verwendet, liefern mittlerweile die meisten Linux-Distributionen keine MP3-Abspielprogramme mehr aus, um mögliche Rechtsstreits zu verhindern. So spielen auch die Ubuntu-Anwendungen dieses Format zunächst nicht ab. Installieren Sie das Paket Libmad0 über den Paketmanager oder mit dem Kommando sudo apt-get install libmad0 nach, diesen Mangel zu beheben.

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