Software News

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01.12.2005

Kurz notiert

Zwei Monate nach der Ankündigung ist die Google-Toolbar (http://toolbar.google.com/firefox/T3/intl/de/) für Firefox verfügbar. Das Helferlein integriert sich in den Browser und bietet dem Anwender mehr als nur ein Eingabefeld für die Direktsuche. Neben einer Rechtschreibkontrolle für Formularfelder hebt die Toolbar Treffer farbig hervor und ermöglicht die Suche nach Stichworten auf Web-Seiten. Die englische Version vervollständigt zudem Suchanfragen und füllt Formularfelder automatisch aus. Auch wenn Firefox einige der Funktionen bereits von Haus aus beherrscht – oder durch Erweiterungen abdeckt – ist die Toolbar eine funktionelle Bereicherung des Browsers.

Die Spieleschmiede id-Software will den kommenden Ego-Shooter Quake 4 nahezu zeitgleich für Linux und Windows veröffentlichen. Berichten zufolge soll der dedizierte Linux-Quake-4-Server gemeinsam mit der Windows-Version erscheinen, der Linux-Client zwei Wochen später, nach dem derzeitigen Stand Anfang November. Quake 4 verwendet die SDL-Bibliotheken und setzt auf der Doom-3-Technologie auf: Mit beeindruckenden grafischen Effekten ist also zu rechnen.

Seit Anfang Oktober gibt es das Schachprogramm Shredder (http://www.shredderchess.de/linux.html), das schon mehrmals die Computerschach-Weltmeisterschaft gewann, auch in einer Version für Linux. Erhältlich ist die neue Version Shredder 9 aber lediglich als Download im Online-Shop des Entwicklers. Wer nicht die Katze im Sack kaufen will, kann eine eingeschränkte, vier MByte große Demo-Version herunterladen, die sich 30 Tage testen lässt. Das komplette Produkt ist in den Versionen "Classic", "Shredder 9" und "Deep Shredder" erhältlich und kostet zwischen 30 und 100 Euro.

Der Remote-Security-Scanner Nessus wird ab der kommenden Version 3.0 nicht mehr unter der GNU Public License, sondern als Closed Source veröffentlicht. Die Nutzung für private Zwecke ist weiterhin kostenlos, die aktuelle Version 2.2.5 bleibt frei. Chefentwickler Renaud Deraison versprach außerdem, das Plugin-Format der Version 3.0 zur Version 2.2.5 kompatibel zu halten. Die Linux-Community reagierte auf die Ankündigung in gewohnter Weise: Kurz nach Bekanntwerden der Lizenzänderungen bildeten sich mehrere Projekte, die ein Nessus-Derivat – basierend auf der freien Version 2.2.5 – weiter entwickeln wollen.

Die Ergebnisse einer zweijährigen Studie der österreichischen Donau-Universität Krems, die den Einsatz freier Software an Schulen untersuchte, sind beim "Open-Source-Gipfel" in Krems vorgestellt worden. Eine Erkenntniss der Studie: Freie Software bietet enormes Potenzial, das Lehrer aus Unkenntnis oft nicht ausschöpfen. Das österreichische Bildungsministerium plant nun an 30 Schulen des Landes eine umfangreiche Testphase mit freier Software.

Zur Optimierung der verteilten Entwicklung von Java-Programmen und deren Verbreitung initiierte Javalobby Networks das Portal Javaforge (http://www.javaforge.com). Insbesondere vom Einsatz des Versionskontrollsystems Subversion, das von den Entwicklungsumgebungen Eclipse und IDEA unterstützt wird, versprechen sich die Portal-Betreiber eine Erleichterung für Java-Entwickler. Darüber hinaus bietet Javaforge Code-Analysen sowie Rapport- und Tracking-Tools an. Einziger Wermutstropfen: Im Gegensatz zu Sourceforge sind Projekte auf Javaforge nur den Entwicklern zugänglich.

Die Chemnitzer Linux-Tage haben sich als feste Größe im Linux-Event-Kalender etabliert und finden am 4. und 5. März 2006 zum achten Mal an der TU Chemnitz statt. Ein Vortragsprogramm existiert noch nicht, die Veranstalter suchen noch nach Referenten. Die Schwerpunktthemen stehen aber fest: Heimnetzwerke, Multimedia und Embedded Linux zählen dazu. Als Zusatzveranstaltung ist ein Debian Day geplant, auch hier sind Vorträge erwünscht. Interessenten können noch bis zum 6. Januar ihre Vorschläge zu Beiträgen über ein "Call-for-Lectures"-Formular auf der der Veranstaltungs-Website (http://chemnitzer.linux-tage.de/2006/vortraege/call.html) einreichen.

Wie Universal Pictures und Twentieth Century Fox jetzt bekannt gaben, wird Weta Digital in Neuseeland die Effektproduktion für die Verfilmung des Xbox Spiels "Halo" übernehmen. Weta Digital sorgte schon für die Effekte in der Herr-der-Ringe-Trilogie und betreibt für die Effektberechnung einen Linux-Cluster aus 1000 Dual-CPU-Blade-Servern von IBM, die unter Fedora laufen. Damit der Cluster ausgelastet ist, steht er außerhalb der Produktionszeiten im New Zealand Supercomputing Center für Forschungszwecke zur Verfügung.

Auf dem diesjährigen Linux-Kongress ließen die Initiatoren des Linux Tag die Katze aus dem Sack: Im Gegensatz zu den Vorjahren findet der Linux-Tag 2006 in Wiesbaden statt. Eine weitere Neuerung: Um die Organisation kümmert sich die German Unix User Group (GG). Die Veranstalter versprechen sich durch die zentrale Lage im Rhein-Main-Gebiet mit guter Verkehrsanbindung eine größere Zahl internationaler Besucher. Um nicht mit der Fußball-Weltmeisterschaft zu kollidieren, beginnt das Event (http://www.linuxtag.org) diesmal schon am 3. Mai.

Fit für Linux

Wer sich auf die Prüfung am Linux Professional Institut vorbereiten möchte, findet im überarbeiteten Portal Linux-Lern-System (http://lpi-test.de) eine ideale Lernhilfe. Nach einer Registrierung stehen für den Prüfling ein Wiki, ein Forum, ein Chat und umfangreiche Arbeitsmaterialen bereit. Letztere reichen von Übungen bis hin zu Workshops.

Das erworbene Wissen kann der Anwender an einen Prüfungssimulator unter Prüfungsbedingungen testen. Vom Lückentext über Multiple-Choice- bis zu Richtig-Falsch-Fragen kann der Kandidat seinen Wissensstand unter Zeitdruck messen. Der Fragenkatalog wird aus einer Datenbank jedes Mal neu zusammengestellt. Die Prüfungsergebnisse lasen sich speichern, so dass der Anwender seine Leistung später analysieren kann.

Zur Zeit stellt das Portal nur Aufgaben und Fragen zu den LPI-Kursen LPIC-1 101 und 102 bereit. Die Umsetzung weiterer LPI-Kurse ist in Planung.

Das Portal ist für Prüflinge und Trainer gleichermaßen interessant.

HTML-Code aufräumen

Mit WYSIWYG-Programmen erstellte Web-Seiten leiden oft an unübersichtlichem, krudem HTML-Code. Damit sich die Seite trotzdem noch warten lässt und der W3C-Norm entspricht, gibt es Tools wie TkHTMLTidy (http://frwendling.free.fr/tkhtmltidy/). Als Tk-basierte Oberfläche für das bekannte Programm Tidy bildet es dessen Funktionsumfang fast gänzlich ab. Lediglich die Funktionen stiller Durchlauf und Zeilenumbrüche einfügen kann der Anwender nicht über die Oberfläche ansteuern.

Ansonsten hat der Anwender über die Oberfläche die Möglichkeit, HTML-Dateien zu prüfen und automatisiert Änderungen wie Großschreibung aller Tags auszuführen. Darüber hinaus kann er XML-Dateien in HTML- oder XHTML-Dateien konvertieren und nachträglich Cascading Style Sheets in seine Webseiten einbauen. Änderungen werden in einer neuen Datei oder der Quelldatei gespeichert.

Mit Version 0.4.1 lässt sich TkHTMLTidy erstmals vorkonfigurieren und speichert diese benutzerspezifischen Einstellungen ab. Außerdem können versierte Anwender das Programm an ihre Landessprache anpassen, indem sie den Quellcode editieren. Eine Anleitung dafür liegt dem Sourcecode bei.

Die Oberfläche erlaubt es besonders Einsteigern, Web-Seiten schnell zu kontrollieren.

Verzeichnisse im Einklang mit Directory Synchronize

Zwar ist Rsync das Maß der Dinge, wenn es um Verzeichnissynchronisation unter Linux geht. Wer aber plattformübergreifend und mit grafischer Oberfläche arbeiten möchte, findet in Directory Synchronize (http://directorysync.sourceforge.net/) in Version 0.9rc1 eine Alternative. Als reines Java-Progrämmchen unterstützt es Linux, Windows und Mac OS X.

Mit Directory Synchronize erstellt der Anwender bequem Synchronisationsprofile, in die sich beliebig viele Verzeichnisse eintragen lassen. Für jeden Eintrag legt der Anwender einzeln fest, unter welchen Kriterien die Synchronisation erfolgt: Welche Dateien auszunehmen sind, ob Unterverzeichnisse berücksichtigt werden müssen oder Dateien nach erfolgreicher Synchronisation zu löschen sind. Außerdem legt das Programm auf Wunsch getrennte Log-Dateien für jeden Eintrag an. Enthält ein Verzeichnis symbolische Links, hat der Anwender die Wahl, ob das Programm diese ignoriert oder eine Kopie des Inhalts am Zielort anlegt.

Die erstellten Synchronisationsprofile kann der Benutzer speichern und wieder verwenden. Wer nicht sicher ist, ob das Profil das gewünschte Ergebnis bringt, führt Directory Synchronize im Vorschau-Modus aus. Das Programm spielt dabei alle Änderungen durch, ohne sie auszuführen. Benutzer, die öfter zwischen unterschiedlichen Betriebssystemen synchronisieren, sollten sich Directory Synchronize genauer anschauen.

Beim Bedienkomfort hat Directory Synchronize im Vergleich zu rsync die Nase vorn.

Xara wird Open Source

Xara, ein Klassiker unter den Vektorgrafikprogrammen, wird in der kommenden Version als Xara LX auch für Linux verfügbar sein. Eine noch nicht funktionsfähige Work-in-Progress-Version steht als Anschauungsmaterial beim Anbieter zum Download (http://xaraxtreme.org/download/)bereit.

Nach Veröffentlichung der neuen Version will die Xara Group den Quellcode vollständig unter GPL freigeben. Da der Hersteller nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um es mit den Branchengrößen Adobe und Microsoft aufzunehmen, hofft Xara, durch die Freigabe Entwickler zu gewinnen. Wer bei der Arbeit am Code oder der Lokalisierung mitmachen möchte, kann sich über die entsprechenden Mailing-Listen (http://xaraxtreme.org/community/) auf dem laufenden halten.

Xara, das beliebte Vektorgrafikprogramm für Windows, steht demnächst unter der GPL auch für Linux und Mac OS X zur Verfügung.

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