Der Spielehit des Jahres heißt Sudoku. Ob in der U-Bahn oder im Park, überall füllen Menschen mit dem Bleistift die Zahlen von eins bis neun in kleine Tabellen. Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie erklärte im Oktober auf der Spielemesse in Essen Sudoku gar zum "Mega-Trend" für das kommende Jahr. Entsprechend zeigten die Spielzeugfabrikanten auf der Messe über zehn verschiedene Suduko-Clones, als neue Spiele verkleidet [1].
Wer es billiger haben möchte, lässt sich Spielfelder vom Linux-Computer errechnen, druckt sie aus und nimmt sie mit. Damit ist in jedem Fall für grenzenlosen Spielspaß gesorgt, denn insgesamt sind auf den 9 mal 9 Feldern über 6 x 1021 verschiedene Kombinationen möglich, wie der Mathematik-Student Bertram Felgenhauer ausgerechnet hat [2]. Zur Lösung all dieser Möglichkeiten dürfte ein Menschenleben kaum ausreichen. Etwas mehr über den Hintergrund von Sudoku verrät der Wikipedia-Artikel zum Thema [3]. Fertige Sudoku-Rätsel bietet zum Beispiel die Website der "Zeit" [4]. Zwei Sudoku-Felder im leichten und fortgeschrittenen Schwierigkeitsgrad finden Sie direkt zum Ausprobieren am Ende des Artikels.
Logisch
Das Spielprinzip ist einfach: Alle Kästchen auf dem Spielfeld müssen so ausgefüllt werden, dass in jeder Zeile und Spalte sowie in jedem Unterquadrat die Ziffern von 1 bis 9 nur je einmal vorkommen (siehe Abbildung 1) – daher auch der Name Sudoku, der aus dem Japanischen übersetzt etwa "alleinstehende Zahl" bedeutet. Mit diesen Bedingungen und den vorgegebenen Zahlen engt der Spieler die Auswahl für freie Felder immer mehr ein, bis für ein bestimmtes Feld nur noch ein Kandidat übrig bleibt.
Zahlen zu addieren oder ähnliche Rechenkunststücke sind dabei überflüssig. Sudoku setzt nur eine gewisse Gabe zur Kombination und ein gutes Gedächtnis voraus. Letzteres ist optional: So notieren viele Spieler mögliche Kandidaten für ein Kästchen in dessen Ecken, damit sie sich an diese auch einige Gedankengänge später wieder erinnern.
Strategien zur Lösung gibt es einige. Es bietet sich zum Beispiel an, zu überlegen, welche Zahlen in einem Unterquadrat noch fehlen und dann schneidende Zeilen und Spalten nach dieser Zahl zu durchsuchen. Ist sie dort schon vertreten, scheidet sie als Kandidat für das Unterquadrat aus. Oft bleibt nur eine Ziffer als mögliche Lösung übrig, und gleich ist ein Kästchen ausgefüllt.
Computer hilft
Zu einem derart logischen Spiel gibt es naturgemäß auch einige Computerprogramme. Die einfachsten geben Spielfelder vor und erlauben die Lösung des Rätsels am Computer. Eingefleischte Gnome-Benutzer greifen zu Gnome-Sudoku [5], einem in Python geschriebenen Programm. Es errechnet Sudoko-Spiele unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die mit mehr oder weniger vielen Ziffern vorbelegt sind. Das entstande Rätsel darf der Spieler direkt in einem Gnome-Fenster lösen (Abbildung 1).
Zur Installation setzt das Programm Python 2.4 voraus, das nur auf den neuesten Distributionen installiert ist. Gnome-Sudoku funktioniert im Prinzip gut, besitzt aber eine ganze Menge an Bugs, die das Programm zwar nicht abstürzen lassen, aber den Spielfluss doch mitunter etwas bremsen. Das beginnt schon bei der Wahl der Schwierigkeitsstufe, wo der Schieberegler (Easy bis Hard) keinen sichtbaren Einfluss ausübt. Stattdessen suchen Sie besser aus der im gleichen Dialog angebotenen Liste ein Spiel mit vorgegebenem Schwierigkeitsgrad aus.
Gnome-Sudoko besitzt allerdings ein recht praktisches Feature namens Tracker. Mit jedem Tracker zeichnet es eine ganze Serie von Zügen auf, die sich später auf einen Streich rückgängig machen lassen. Wer irgendwann feststellt, dass die mutmaßlichen Lösungszahlen doch nicht ganz richtig waren, kann so schnell wieder zu einem Spielfeld zurückkehren, in dem noch alles in Ordnung ist. Einzelne Züge lassen sich einfach mit einer Undo-Funktion rückgängig machen.
Gnome-Sudoku hilft dem Spieler mit so genannten Hints (Hinweisen). Befindet sich der Cursor in einem Kästchen, zeigt das Programm auf Mausklick mögliche Kandidaten dafür an. Steht der Cursor allerdings in keinem Kästchen, reagiert das Programm mit einer Fehlermeldung. Die Optione Resume Game bietet an, abgebrochene Spiele an derselben Stelle weiterzuspielen. Für Einsteiger bringt Gnome-Sudoku eine Hilfe mit, die in Spielprinzip und Programmbedienung einführt.



