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Energie sparen leicht gemacht

Mit KPowersave den Stromverbrauch bekämpfen

01.12.2005 Moderne PCs verfügen über viele Möglichkeiten, den nicht unbeträchtlichen Energieverbrauch der Einzelkomponenten zu senken. KPowersave fasst die wichtigsten Optionen unter einem Dach zusammen.

Schnelle Festplatten, hochfrequente CPUs und dazu vielleicht noch eine High-End-Grafikkarte – diese Ausstattung schlägt nicht nur in der Anschaffung ordentlich zu Buche, auch bei der nächsten Stromrechnung muss Kollege Computer als Schuldiger für die gestiegenen Kosten herhalten.

Dabei bringt moderne Hardware von Hause aus die Möglichkeit mit, den Energieverbrauch zu senken. Um diese zu nutzen, waren unter Linux aber häufig Aufrufe auf Systemebene notwendig, für die es nicht selten keine grafische Oberfläche gab. KPowersave versucht diese Lücke zu schließen.

Kleine Helferlein

Die Software setzt für den reibungslosen Betrieb eine aktuelle KDE-Version voraus. Hinzu kommen einige Hilfsprogramme, die allesamt ebenfalls nicht angestaubt sein sollten: Der Hardware Abstraction Layer (HAL) [2] erleichtert den Zugriff auf die Peripheriegeräte. Die installierte Variante sollte mindestens auf Version 0.5.4 basieren. D-Bus, eine Technik zur Kommunikation zwischen Programmen unter X Window System [3], sollte ab Version 0.33 voliegen und Powersave [4] ab 0.10.15.

Wer nicht das Glück hat, die aktuelle Open-Suse-Version oder ALT Linux zu verwenden, kommt ums Kompilieren nicht herum. Das gilt sowohl für die eigentliche Anwendung als auch für die zusätzlichen Programme.

Als erstes heben Sie D-Bus auf die Platte. Falls Sie unter [3] kein Paket für Ihre Distribution finden, übersetzen Sie den Quelltext, der dort ebenfalls liegt. Sie laden die Datei dbus-0.50.tar.gz herunter und entpacken sie mit dem Befehl tar -xzvf dbus-0.50.tar.gz.

Danach wechseln Sie in das neu entstandene Verzeichnis dbus-0.50, stoßen mit ./configure das Erzeugen der Makefiles an und übersetzen anschließend das Programm mit dem Befehl make. Ein abschließendes su -c "make install" befördert D-Bus nach Eingabe des Root-Passworts an die richtige Stelle des Verzeichnisbaums.

Die Installation von HAL funktioniert genauso. Bei Powersave geben Sie im Unterschied zu den ersten beiden zum Erzeugen des Makefiles den Befehl autoreconf -fi ein. Das Übersetzen und Installieren des Programms läuft wie gewohnt ab.

Zu guter Letzt installieren Sie KPowersave selbst. Das Quelltextarchiv erhalten Sie auf der Homepage [1]. Nach dem Entpacken des Quelltextes wechseln Sie in das neu entstandene Verzeichnis kpowersave-0.5 und geben den Befehl etwas ungewöhnlichen Befehlmake -f admin/Makfile.common cvs ein, um die Vorlagen für die Makefiles zu erzeugen. Daran anschließend erstellt das Configure-Skript die eigentlichen Makefiles. Mit make und make install übersetzen und installieren Sie das Programm schließlich.

Fussangeln

Während der Installation und im Betrieb zeigten sich KPowersave und auch das dazu gehörende Powersave im Test sehr störrisch. Unter Mandriva 10.2 und Kubuntu 5.04 ließ sich Powersave erst gar nicht kompilieren. Unter Suse 9.3 kam es vor, dass der Rechner nach dem Umschalten in den Sleep-Mode nicht wieder aufwachen wollte. Hier half nur ein Reset, der aber dem System nicht sehr zuträglich ist. Unter OpenSuse 10.0 tauchten dagegen überhaupt keine Probleme auf, alles funktionierte wie erwartet.

Zum Starten von KPowersave geben Sie in einer Konsole kpowersave ein oder wählen das Programm aus dem K-Menü. Nach dem Start nistet sich die Software im System-Tray ein. Sie zeigt bei Akkubetrieb eine Batterie, bei Netzbetrieb einen Netzstecker an. Mit einem Rechtsklick darauf erreichen Sie ein Kontextmenü, über das Sie das Programm bedienen.

Ein Klick auf Setze CPU-Frequenzverhalten ermöglicht die Wahl zwischen höchster Leistung, automatischer Anpassung an die Situation und geringsten Stromverbrauch. Über den Menüpunkt Setze aktives Schema aktivieren Sie einen vorher zusammen gestellten Satz von Konfigurationseinstellungen für bestimmte Situationen, in denen Sie den PC nutzen.

Das Schema Leistung setzt alle Energiesparoptionen auf den geringsten Wert. Akustik minimiert die Geräuschemission des PCs, indem es das Gerät so früh wie möglich in den Energiesparmodus schickt. Der Modus Präsentation verhindert das Abschalten des Bildschirms bei Tastatur- und Mausuntätigkeit.

Energiesparen schließlich drosselt den CPU-Takt und verkürzt die Zeiten, bis der PC einen Suspend durchführt. Um den Rechner in den Standby- oder Suspend-to-Disk-Modus zu versetzen, genügt ein Klick auf den entsprechenden Menüpunkt im KPowersave-Menü.

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