Gnomogramm

01.12.2005

Kurz notiert

Das Solaris-Portal Blastwave hat Gnome 2.12 auf das Betriebssystem von Sun portiert. Interessenten stehen die Pakete unter http://www.blastwave.org/testing/ zur Verfügung. Tipps zu Download und Installation bietet Blastwave in einem Online-Benutzerhandbuch und auf Mailing-Listen.

Software-Pakete sind selten fehlerfrei, und so ist es nicht verwunderlich, dass es auch bei Gnome bereits ein Update mit der Versionsnummer Gnome 2.12.1 gibt. Das neue Release korrigiert eine Reihe von Fehlern und aktualisiert verschiedene Übersetzungen. Bei dieser Gelegenheit aktualisierten die Entwickler auch die grundlegenden Bibliotheken Glib und GTK+, die jetzt in Version 2.8.3 beziehungsweise 2.8.6 vorliegen. Neue Funktionen enthält das Update nicht.

Auf dem Bostoner Gnome-Entwickler-Treffen Anfang Oktober stellten Jakub Steiner und Steven Garitty erstmals das Projekt Tango (http://tango-project.org) vor. Es setzt sich für ein homogenes, anwenderfreundliches Erscheinungsbild bei freien Desktop-Oberflächen ein. Die Gruppe besteht aus Grafik-Designern, vornehmlich aus dem Gnome-Umfeld. Diese haben auf der Projekt-Homepage bereits erste Entwürfe veröffentlicht: Stilrichtlinien für Farbpaletten und andere Normen für Symbole im Tango-Stil sowie eine Icon-Sammlung unter der Creative-Commons-Lizenz. Außerdem setzt sich das Projekt für eine standardisierte Benennung der grafischen Icons unter Gnome und KDE ein.

Dass ein schnelleres Gnome theoretisch möglich ist, zeigt eine Analyse des italienischen Programmierers Lorenzo Colitti. Primäre Zeitfresser sind seiner Ansicht nach übermäßig viele Festplattenzugriffe beim Laden der zahlreichen Bibliotheken. Besonders Gconfd-2 geht hier laut Colitti mit schlechtem Beispiel voran. Ein weiteres Problem sei das Laden von Dateien, die nicht sofort verwendet werden, wie beispielsweise Bildschirmschoner. Zwar gibt es bereits eine Reihe von Patches, die diese Geschwindigkeitsbremsen eliminieren und damit die Startzeit von Gnome um 50 Prozent reduzieren, mit ihrer Integration ist aber vor Version 2.14 kaum zu rechnen.

Abiword verarbeitet OpenDocument

Anfang Oktober erschien das Textverarbeitungsprogramm Abiword (http://www.abisource.com) in Version 2.4 kurz danach schon das Bugfix-Release 2.4.1. Es behebt ein Sicherheitsproblem, das in früheren Versionen bei der Verarbeitung von RTF-Dateien auftrat. Das Programm unterstützt nun wie zahlreiche andere Office-Programme das OpenDocument-Format. Zudem bietet die neue Version erstmals eine Rechtschreibkontrolle, die den Text schon während der Eingabe prüft – zurzeit funktioniert das allerdings nur für Englisch.

Ebenfalls neu: In Latex oder MathML gesetzte mathematischen Formeln lassen sich in Dokumente einbinden. Last but not least verbesserten die Entwickler das Revisionssystem von AbiWord und schrieben eine Gnome-Office-Integration, mit deren Hilfe der Anwender Gnumeric-Tabellen in seine Texte einbinden kann. Benutzer von Ubuntu 5.10 finden Abiword 2.4.1 bereits in ihrer Paketverwaltung.

Noch nicht ganz perfekt: Abiword kann in den Versionen 2.4 erstmals das OpenDocument-Format verarbeiten.

Stöbern in der Browser-Vergangenheit

Eine Historie der angesurften Websites bietet jeder moderne Browser. Wer aber die Verlaufsdateien von Internet Explorer, Mozilla, und Firefox mit einem einzigen Programm durchforsten möchte, greift zum Browser-History-Viewer (BHV) (http://people.mmgsecurity.com/~lorenb/bhv/). Das in Python geschriebene Werkzeug stellt die Daten in einer tabellarischen Übersicht strukturiert dar. Dies ermöglicht es, Daten zu analysieren – interessant vor allem für die forensische Untersuchung von Rechnern nach einem Einbruch. Die Daten lassen sich in separaten XML-Dateien exportieren. Allerdings kann BHV in der aktuellen Version 0.2 diese XML-Datei nicht zur weiteren Auswertung einlesen. Auch andere Funktionen wie Ausschneiden, Kopieren oder Einfügen aus der Zwischenablage sind in dieser frühen Version noch nicht vollständig implementiert.

Ob Mozilla, Firefox oder Internet Explorer: Der Browser-History-Viewer zeigt auf einen Blick, wie oft und wann Sie zuletzt auf welcher Seite waren.

Komprimierte Archive im Handumdrehen verwalten

Intuitiv bedienbare Komprimierungsprogramme sind längst kein Privileg der Windows-Welt mehr. Das demonstriert Xarchive (http://xarchive.sourceforge.net). Es vereint die unter Linux üblichen Kommandozeilenprogramme unter einer komfortablen Oberfläche.

In der aktuellen Version 0.2.2 beherrscht es sieben Kompressionsformaten von 7-Zip und Arj über Tar bis zu Zip umgehen. Das verwendete Format bestimmt das Programm anhand der Dateiendung. Das benötigte Komprimierungsprogramm muss allerdings auf dem Rechner installiert sein, sonst gibt Xarchiv lediglich eine aussagekräftige Fehlermeldung von sich. Existiert das Komprimierungsprogramm, zeigt Xarchiv sämtliche Lade-, Kompressions- und Extraktionsvorgänge durch Fortschrittsbalken an.

Den Inhalt eines Archivs stellt das Programm als Liste inklusive aller gesicherter Dateiattribute dar. Es kann auch mehrere Archive gleichzeitig öffnen oder anlegen. Wollen Sie einen Blick auf eine bestimmte Datei werfen, müssen Sie nicht alles entpacken: Xarchive erlaubt es, einzelne Dateien direkt mit einer Anwendung zu öffnen. Gerade bei großen Archiven ist dies von Vorteil.

Gnomes Antwort auf Winzip: Xarchive.

Buntes Treiben

Wenn Sie Ihrer Web-Seite gerne Farbe gönnen, dann freuen Sie sich über Gnome Colorscheme (http://home.gna.org/colorscheme/): Dieses Programm ist mehr als ein einfache Farbwähler: Es hilft Ihnen beim Finden von gelungenen Farbkombinationen.

Sie haben die Wahl zwischen sechs verschiedenen Schemata – von analog über komplementär bis zur Dreiergruppe. Nach der Auswahl eines Schemas zeigt das Programm zur vorgegebenen Farbe automatisch harmonisierende Farben an. Dabei lasssen sich Helligkeit und Farbsättigung stufenlos nachregulieren. Witziges Detail: Colorscheme bietet eine Zufallsfunktion, die eine passende Farbkombination für das gewählte Scheme erzeugt.

Sind Sie bei einer Kombination unschlüssig, legen Sie sie im Favoritenbereich ab, suchen nach weiteren Farbkombinationen und greifen später darauf zurück. Die Favoritenauswahl bleibt allerdings nach Programmende nicht erhalten. Stehen die gewünschten Farben fest, genügt es, den hexadezimalen Farbcode in den HTML- oder CSS-Code zu kopieren.

Die aktuelle Version 0.2.2 von Colorscheme besitzt erstmals Tastaturkürzel und protokolliert den Auswahlverlauf bei der Farbwahl. Damit lassen sich beliebige Arbeitsschritte rückgängig machen.

Besonders Web-Designer wissen diese Hilfe bei der Farbauswahl zu schätzen.

Pakete in allen Formen und Größen

Zuweilen erfordern es Netzwerktests, dass Sie Datenpakete von Hand erstellen oder manipulieren. Damit Sie nicht auf die Kommandozeile hinabsteigen müssen, bietet Packeth (http://packeth.sourceforge.net/) Ihnen eine übersichtliche Oberfläche.

Das Programm liegt momentan in der Version 1.3 vor. Die Palette der unterstützten Protokolle reicht dabei vom Ethernet-Protokoll 802.3 über ARP und IPv4 bis hin zu UDP-, TCP- und ICMP-Protokollen. Dabei haben Sie die Möglichkeit, sowohl den Paket-Header als auch die Payload der zu generierenden Pakete bequem an ihr Einsatzszenario anzupassen. Außerdem lassen sich die Anzahl der zu sendenden Pakete sowie die Sendeintervalle individuell festlegen. Dies ist sogar noch in einer bereits laufenden Testreihe möglich.

Selbstverständlich können Sie die Konfiguration Ihres Pakets auch in einer Datei sichern. Das Programm ist außerdem in der Lage, gleichzeitig Pakete mit unterschiedlichen Konfigurationen zu versenden. Dies ermöglicht das Anlegen realistischer Testumgebungen.

Packeth bietet eine bequeme Möglichkeit zum Erstellen von Datenpaketen.

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