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Endlich fertig: OpenOffice 2.0

Base

Bisher fehlte dem OpenOffice-Paket eine Datenbank als Pendant zu MS Access. Zwar brachte die Software auch vorher einiges an Datenbank-Funktionalität mit, diese war aber gut versteckt und führte daher ein Schattendasein. Um dies abzustellen, fassten die Programmierer alle Datenbankfunktionen im neuen Programm Base zusammen und strickten eine neue Oberfläche. Base lässt sich als Benutzeroberfläche für Datenbanken wie MySQL oder PostgreSQL nutzen, bringt aber auch eine eigene einfacher aufgebaute Datenbank mit. Diese vereint Datenbestand, Formulare, Abfragen in einer einzigen Datei, die ohne Datenbankserver auskomment und sich leicht mit anderen Benutzer austauschen lässt.

Base bringt einige Assistenten mit, die bei der Erstellung der Datenbank sowie der dazugehörigen Formulare und Abfragen helfen. Dennoch merkt man Base seine Jugend an: Die Oberfläche ist wenig intuitiv und die Anwendung selbst stürzt häufig ab. In der gegenwärtigen Ausbaustufe eignet sich Base nur für Gelegenheitsnutzer, die das nicht stört. Für diese Zielgruppe fällt aber die Oberfläche zu komplex aus. So bleibt ein schaler Beigeschmack: Eine gute Idee, aber mäßig umgesetzt. Ausführlichere Informationen zu Base finden sich in einem früheren Artikel zu OpenOffice [7].

Allgemeines

Zu OpenOffice 2.0 gehören noch zwei kleinere Anwendungen: Draw, ein einfaches Zeichenprogramm, und Math, ein Formeleditor. Diese haben sich gegenüber ihren Vorgängern kaum verändert, profitieren aber von den allgemein erweiterten Fähigkeiten. So kann auch Draw mit den bei Impress erwähnten CustomShapes umgehen. Viele leistungsfähige Funktionen stehen anwendungsübergreifend zur Verfügung: So sorgt der beim Writer erwähnte PDF-Export auch in allen anderen Anwendungen für perfekte PDF-Dateien.

Sämtliche Anwendungen unterstützen digitale Signaturen, was die Herkunft von Dokumenten mit hoher Gewissheit überprüfbar macht. Auch die Ausführung von Makros lässt sich an einen solchen Herkunftsbeweis knüpfen. Leider fällt die Hilfe dafür recht knapp aus, und die Funktionen erschließen sich nur durch langes Herumprobieren. Auch wird GPG nicht unterstützt, ein Signaturverfahren, das gerade unter Linux viele Freunde gefunden hat. Nicht ganz durchgehalten haben die Entwickler ihre Vorsätze in Sachen Sicherheit: Wurden die ersten Entwicklerversionen von 2.0 noch mit der höchsten Sicherheitsstufe Nie ausführen für die Ausführung von Makros ausgeliefert, führt das Programm Makros nun nach Bestätigung aus. Sicher auch ein Schritt in Sachen MS-Kompatibilität, aber muss man wirklich auch alle schlechten Eigenschaften übernehmen?

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