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Endlich fertig: OpenOffice 2.0

01.12.2005 Ein gutes Jahr nach dem ersten Blick auf eine frühe Entwicklerversion ist OpenOffice 2.0 endlich fertig. Jetzt muss das als Microsoft-Klon verrufene Paket zeigen, was wirklich in ihm steckt.

Es hätte so schön werden können: Das Projekt OpenOffice feiert am 13.10.2005 den fünften Geburtstag und veröffentlicht zur Feier des Tages Version die lange erwartete Version 2.0. Statt dessen wurde die Veröffentlichung nochmals verzögert, was zu allerlei Verschwörungstheorien Anlass gab [1]. Nun ist es endlich soweit. Wir stellen die besten Neuerungen für Office-Anwender vor.

Offen oder mit Stern?

Wie schon in den vorherigen Versionen dient die gleiche Codebasis von OpenOffice als Ausgangspunkt für zwei Produkte: StarOffice 8.0 wird von der Firma Sun als kommerzielle Software vertrieben [2], OpenOffice 2.0 ist als freie Software kostenlos erhältlich [3]. Die Unterschiede betreffen dabei nicht das Office-Paket selbst ,sondern Suns bunte Beigaben wie Schriften, Templates und Clipart.

Des weiteren liefert Sun eine deutsche Rechtschreibprüfung mit, bisher für viele ein wichtiges Kaufargument. Allerdings soll es hier neben der nachträglich installierbaren freien Variante bald eine weitere Alternative geben: Der Duden-Verlag kündigte ein Paket aus OpenOffice 2.0 und einer Duden-Rechtschreibprüfung an. Zwar lässt sich diese nur in Writer einsetzen, dafür aber auf Windows, Linux und später auch auf dem Mac [4]. OpenOffice 2.0 erhält damit sozusagen eine offizielle deutsche Rechtschreibhilfe.

Dateiformate

Die langfristig wohl wichtigste Änderung für alle Anwender wirkt auf den ersten Blick unscheinbar: Version 2.0 führt neue Dateiformate ein, die auf OASIS-OpenDocument basieren [5]. Es handelt sich um standardisierte Formate, die bis ins Detail dokumentiert sind und deren Implementierung für alle Softwarehersteller ohne Einschränkungen möglich ist.

Die Idee dahinter: Ein standardisiertes Dateiformat – von allen Programmen am Markt unterstützt – ermöglicht wirklich universellen Datenaustausch. Durch die komplette Offenlegung des Formats kann man auch in 30 Jahren noch Software programmieren, die es unterstützt. Klingt immer noch ein bisschen langweilig? Warten Sie es ab! Die EU hat sich bereits für offene Dokumentenformate ausgesprochen, der US-Bundesstaat Massachussetts schreibt sie ab 2007 sogar gesetzlich für alle öffentlichen Verwaltungen und deren Kommunikation mit Bürgern vor.

KOffice und AbiWord unterstützen OpenDocument bereits, das ältere OpenOffice 1.1.5 kann es lesen. Der Nürnberger Hersteller Softmaker möchte noch dieses Jahr nachziehen. IBM/Lotus und WordPerfect haben für zukünftige Versionen die Unterstützung OpenDocument angekündigt. Fehlt von den Grossen nur noch – Microsoft. Die Firma hat angekündigt, OpenDocument nicht unterstützen zu wollen. Ein Interview mit einem der OpenDocument Architekten und gleichzeitig eine sehr kompetente Abhandlung über die Bedeutung von OpenDocument und die Unterschiede zu Microsofts WordML Format findet sich (auf Englisch) unter [6]. Aus technischer Sicht ist das neue Dateiformat dem alten recht ähnlich: Es handelt sich um eine Reihe von XML-Dateien, die komprimiert gemeinsam in einem Archiv gespeichert werden.

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