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Distro-News

01.12.2005

Kurz notiert

Schon vor der Freigabe der Version 10 von Suse Linux (http://www.opensuse.org) stand die erste, wenige Tage später bereits die zweite Alpha-Version von Suse Linux 10.1 für waghalsige Tester zum Download bereit. Enthalten sind das aktuelle KDE 3.5 Beta 2, OpenOffice Release Candidate 3, Gnome 2.11.1 und das neue Paketverwaltungssystem Smart, das sowohl mit apt- als auch mit YUM-Quellen umgehen kann.

Angesichts schwacher Quartalsergebnisse plant Novell (http://www.novell.org) eine Umstrukturierung des Unternehmens und hat angekündigt, ein Fünftel der Beschäftigen zu entlassen. Novell möchte sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und Teile wie die Consulting-Tochter Celerant verkaufen.

Red Hat-Gründer Bob Young verlässt den Linux-Distributor. Young hatte das Unternehmen 1993 gegründet, war bis 1999 CEO und seitdem im Verwaltungsrat aktiv. Bob Young widmet sich nun seinem 2002 gegründeten Book-on-Demand-Service Lulu.com (http://www.lulu.com).

Die Open Source Development Labs (OSDL) haben die Mobile Linux Initiative (MLI) (http://www.osdl.org/lab_activities/mobile_linux/mli) ins Leben gerufen, um die Verbreitung von Linux auf Mobiltelefonen und Smartphones zu steigern. Zu den Mitgliedern der MLI gehören Motorola, Wind River, Trolltech, PalmSource und Monta Vista. Ziel der Initiative ist die Entwicklung und Verbesserung von Linux-Mobilanwendungen und die bessere Unterstützung von Handys und anderen mobilen Geräten seitens des Linux-Kernels.

Nach der Veröffentlichung von Ubuntu und Kubuntu steht jetzt auch die für Schulen und andere Bildungseinrichtungen gedachte Version Edubuntu (http://www.edubuntu.org) zum Download bereit. Edubuntu ist für die x86- und die AMD64-Architektur verfügbar und enthält neben dem von Ubuntu übernommenen Kernsystem Werkzeuge zum Einrichten und Warten kleinerer Netze in Klassenräumen. Das System richtet sich ausdrücklich an unerfahrene Administratoren, die in kurzer Zeit ein funktionierendes Netzwerk aufbauen können. Zusätzlich liefert Edubuntu Programme mit, die Schülern zwischen sechs und achtzehn Jahren beim Unterricht dienlich sein sollen.

Auch eine Server-Version von Ubuntu 5.10 (http://www.ubuntulinux.org) steht mittlerweile zur Verfügung. Im Gegensatz zur Desktop-Version enthält die Server-Variante keine Desktop-Umgebungen und startet im Textmodus. Enthalten sind Server-Anwendungen wie Apache, Postgres, MySQL, Bind, Samba, OpenLDAP und Zope. Die Entwickler versprechen eine sichere Standard-Installation, nach der vorerst keine Netzwerkports geöffnet und keine Services aktiv sind – nur der Zugang zu Updates ist möglich. Sicherheits-Patches verspricht das Ubuntu-Team für einen Zeitraum von 18 Monaten. Ubuntus Server Edition läuft auf den Plattformen x86-, PowerPC-, und AMD64.

Nach Wien und München stellt nun auch die Stadt Mannheim die IT-Infrastruktur auf Linux um. In einem ersten Schritt werden die 110 Server der Stadtverwaltung migriert. In einem zweiten Schritt folgen die Anwendungen, ehe dann alle 3700 PCs der Mitarbeiter an der Reihe sind. Mannheim verspricht sich vom Wechsel auf Linux eine deutliche Verringerung der Kosten und größere Sicherheit.

Red Hat Europe erweitert seine Produktpalette um Red Hat Enterprise Linux Academic (http://www.europe.redhat.com/solutions/industries/education/products/), das für europäische Bildungseinrichtungen gedacht ist. Das Paket besteht aus 15 RHEL-Desktop Lizenzen und einem Red Hat Network Managment Modul. Im jährlichen Abo-Preis von 351 Euro ist zudem das Red Hat Network Update Modul enthalten, das Sicherheits-Patches und Systemaktualisierungen einspielt. Weitere Clients kosten 25 Euro pro Jahr. Das System bietet zentrale Administration der Clients und eine umfangreiche Software-Ausstattung, unter anderem das E-Mailprogramm Evolution, OpenOffice 1.1, Mozilla, Acrobat Reader, Java und Real Player.

Der amerikanische Distributor Linspire (http://www.linspire.com) plant für Ende 2005 die Veröffentlichung einer Professional-Edition seiner Distribution. Linspire will die Version nicht neu entwickeln, sie unterscheidet sich vielmehr in der Software-Ausstattung und in der Möglichkeit, mehrere Clients im Netz zentral zu warten. Zusätzlich verspricht Linspire multimedial aufbereitete Anleitungen, die sich an Umsteiger von Windows richten und diese in die Benutzung von Linux einweisen. Ein genauer Veröffentlichungstermin und ein Preis stehen noch nicht fest.

Alex Ross hat einen Großteil der Debian-Pakete auf einem System kompiliert, das auf dem offenen OpenSolaris-Kernel von Sun Mircosystems basiert. Die Pakete laufen bereits auf einem GNU/Solaris-Server und sollen in Kürze zum Download angeboten werden. Auf der Website http://www.gnusolaris.org wird es neben der fertigen Distribution auch ein Entwicklerportal und eine Paketsuchmaschine geben.

Virtuelle Maschinen zum Ausprobieren

Unter dem Namen VMware Player vertreibt VMWare (http://www.vmware.com) ein kostenloses Programm, mit dem jedermann vorgefertigte virtuelle Maschinen ausführen kann. Dazu passend bietet VMWare virtuelle Maschinen von Red Hat Linux und Suse Linux zum Download an. VMWare Player läuft unter Windows und Linux und kann virtuelle Maschinen starten und benutzen, jedoch keine neuen einrichten: Das bleibt nach wie vor dem kostenpflichtigen VMWare vorbehalten.

Die Freigabe von Ordnern, die dann vom jeweils anderen System benutzt werden können, ist möglich. Das Gastsystem kann auf CD- und USB-Laufwerke des Hosts zugreifen. Im Virtual Machine Center bietet VMWare vorgefertigte Maschinen zum Download an, die zwischen 200 MByte und 2 GByte groß sind.

Musik, live und frei

Die Entwickler des KDE-Mediaplayers Amarok haben in Zusammenarbeit mit dem Online-Musikverlag Magnatune.com eine Live-CD (http://amarok.kde.org) zusammen gestellt, auf der neben Amarok eine Sammlung von Musiktiteln zu finden ist.

Die Musikstücke stammen vor allem aus dem Fundus von Magnatune, stehen unter der Creative Common Lizenz und dürfen somit kostenlos weitergegeben werden. Auch die deutschen Interpreten Paniq und Snooze sowie der Norweger Ugress steuerten Titel bei. Die Bandbreite der Musik reicht dabei von Electro über Pop und Rock bis Klassik.

AmarokLive ist keine komplette Live-Distribution: Sie soll nur zeigen, was der Audioplayer zu leisten imstande ist. Als Basis fand "PCLinuxOS" Verwendung.

Amarok Live enthält neben Amarok noch etwa zwei Stunden Musik.

Wienux zum Download

Das in der Stadtverwaltung von Wien entwickelte Wienux (http://www.wien.gv.at/ma14/wienux.htm) steht jetzt für jedermann in Form einer 1,5 GByte großen Zip-Datei zum Download bereit. Wahlweise lässt es sich auch auf DVD ordern.

Das System basiert auf Debian Sarge und bringt als Desktop KDE 3.3.2 mit. Als Browser wird Firefox mitgeliefert, ein speziell angepasstes "OpenOffice für die Stadt" dient als Büropaket. MS Outlook WebAccess ermöglicht den Zugriff auf Outlook-Daten. Die sonstige Softwareauswahl orientiert sich am Einsatz in Behörden, so dass sich Wienux für andere Benutzer nur bedingt eignet. Bei der Installation schreibt Wienux das System auf die erste Partition der ersten IDE-Festplatte im System /dev/hda, ein anderer Installationsort ist nicht wählbar.

Wienux ist seit Juli 2005 im Einsatz und wird im Rahmen einer sanften Migration zu Linux eingesetzt. Den Mitarbeitern bleibt es freigestellt, ob sie weiterhin Windows benutzen oder auf Linux umsteigen möchten. Bis 2008 sollen beide Systeme nebeneinander zum Einsatz kommen, dann wird der Wiener Magistrat entscheiden, ob Linux flächendeckend als Desktop dienen soll.

Fahrplan für Debian

Erstmals in der Geschichte von Debian gibt es eine Roadmap für die Freigabe der nächsten Version. Bisher galt die Regel, dass eine neue Debian-Version dann freigegeben wird, wenn sie "fertig" ist – also frei von kritischen Fehlern.

Viele Änderungen für "Etch", so lautet der Name der nächsten Version, sind bereits vorgenommen. Allerdings dauert das Anpassen aufgrund der großen Zahl unterstützter Architekturen und des großen Umfangs der Distribution sehr lange und ist fehlerträchtig.

Die Roadmap sieht vor, dass die Entwickler bis spätestens Ende des Jahres die Arbeiten erledigen, die tiefgreifende Änderungen am Debian-Software-Archiv erfordern. Im ersten Halbjahr 2006 sollen dann nur noch Änderungen einfließen, die keine großen Umstellungen erfordern. Für den Ende Juni 2006 ist ein Feature-Freeze geplant, ab dem nur noch Fehlerbereinigungen stattfinden. Die Freigabe der nächsten Debian-Version soll am 6. Dezember 2006 erfolgen.

Hosentaschen-Linux

Das Hosentaschen-Linux Damn Small Linux (http://www.damnsmalllinux.org) geht in die zweite Runde. Der erste Release Candidat der kommenden Version 2.0 hat ein umfangreiches Facelifting erhalten. Besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf die Unterstützung drahtloser Netze, so dass jetzt eine große Zahl von WLAN-Karten erkannt wird.

Damn Small Linux basiert auf Knoppix und bringt eine Reihe Platz sparender Anwendungen für Browsing, E-Mail, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation mit. Das System lässt sich über Module mit Programmen wie Firefox, Abiword und Gimp erweitern. Auch eine Installation auf der Festplatte ist möglich. Aufgrund seiner Kompaktheit eignet sich Damn Small Linux für ältere Computer, es läuft in der Grundausstattung schon auf einem Pentium-PC ausreichend schnell.

Die neue Version von Damn Small Linux wurde einer Generalüberholung unterzogen.

Neue Standards für den Desktop

Das neu gegründete Linux Standard Base Desktop Project (http://www.linuxbase.org/LSBWiki/DesktopWG) hat es sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung und Verteilung von Anwendungen für den Linux-Desktop zu vereinfachen.

Das Projekt entstand als Ergebnis der Zusammenarbeit der Free Standards Group und der Linux Standard Base-Arbeitsgruppe der Free Software Foundation. Unterstützt wird es durch Firmen wie Adobe, IBM, Trolltech, Xandros, Novell, Mandriva, Linspire und Red Hat.

Um die Verbreitung von Linux auf dem Desktop zu vergrößern, sollen die Laufzeitumgebungen und Bibliotheken der einzelnen Distributionen aneinander angepasst werden. Anwendung könnten so auf allen Systemen laufen, ohne sie erst aufwändig umzuschreiben. Dazu wird das LSB-Desktop-Project Standards für GUI-Toolkits entwickeln und festlegen. Derzeit ist an eine Unterstützung von GTK+ und Qt gedacht. Auch sollen Vorgaben für die Paketierung von Software erweitert werden. Dazu nimmt das Projekt Vorarbeiten von freedesktop.org auf. Erste Ergebnisse versprechen die Teilnehmer des Projekts für Anfang 2006, kurz darauf sollen dann erste Zertifizierungen gegen die Spezifikationen möglich sein.

Netzwerkers Werkzeugkasten

Hinter dem Namen PHLAK – Professional Hackers Linux Assault Kit (http://www.phlak.org) verbirgt sich eine Live-Distribution mit Programmen zur Netzwerkdiagnose. Phlak basiert auf Morphix und bringt neben den beiden kompakten Desktops Fluxbox und Xcfe4 das experimentelle und noch nicht stabile Xpde mit.

Zur Netzwerkanalyse sind Sniffer wie Aimsnif und Dnsniff ebenso enthalten wie das Stress Testing Tool Hammerhead und Tcpdump zur Analyse von Netzwerkverkehr. Unter http://www.phlak.org/tools.htm finden Sie eine Übersicht der beigelegten Werkzeuge. Zusätzlich haben die Entwickler noch Programme zur Büroarbeit und zum Browsen im Netz dazugepackt, so dass Phlak auch als Arbeitsplatz zum Mitnehmen taugt. Die Nutzerdaten passen auf einen USB-Stick.

Phlak enthält die wichtigsten Werkzeuge zur Netzwerkdiagnose und -wartung.

Richard Seibt investiert in Open-Xchange

Open-Xchange (http://open-xchange.com), Hersteller der gleichnamigen Groupware-Lösung, erhält finanzielle Unterstützung durch Ex-Suse-Chef Richard Seibt, der inzwischen auch nicht mehr für Novell tätig ist. Seibt erwarb neu ausgegeben Aktien und tritt in den Aufsichtsrat von Open-Xchange ein. Open-Xchange ermöglicht es Firmen, den Microsoft-Exchange-Server durch eine Linux-basierte Lösung zu ersetzen, ohne dass die Benutzer auf die Fähigkeiten Outlooks zur zentralen Pflege von Kalender- und Adressdaten verzichten müssen. Die aktuelle Version 5 des Servers ist für die Enterprise-Versionen von Suse Linux und Red Hat erhältlich.

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