Hund und Katz
Desktop-Suche mit Beagle, Kat und Kio-Clucene
Alltagstauglich?
Beagle behauptet von sich, dass sich die grafische Oberfläche noch im Beta-Stadium befände. Kio-Clucene ist sogar noch Alpha-Software. Kat schweigt sich über die Stabilität des Programms aus. Was stimmt nun? Ganz klar noch nicht für die Praxis geeignet ist der Kio-Slave für die Clucene-Engine. Ohne zusätzliche Tools und Einstellungen indiziert das Programm lediglich Textdateien. Darüber hinaus ist die Einrichtung ziemlich umständlich. Kio-Clucene bringt aber gute Ansätze mit, wie das Speichern von Anfragen als virtuellem Ordner und die Integration in Konqueror. Die Zusammenarbeit mit den Entwicklern von Kat und Kio-Beagle lässt hoffen. Zur Zukunft der Suchmaschinen von KDE lesen Sie den Kasten "Einer für alle".
Einer für alle
Linux ist bekannt dafür, dass für eine Aufgabe verschiedene Lösungen existieren. Leider sind diese Lösungen nicht immer perfekt. Auch die KDE-Suchmaschinen Kat, Kio-clucene und Kio-beagle bringen jeweils Vor- und Nachteile mit. Das Projekt KQUEST soll nun die Vorteile der drei Lösungen vereint und eine einheitliche Lösung für alle drei Ansätze schaffen. Details zum Projekt finden Sie auf der Homepage des Kio-Clucene-Projekts [3]. Kat soll zudem in KDE4 zentraler Bestandteil des KDE Desktops werden und über die nötige Konqueror-Integration verfügen.
Beagle und Kat sind bereits desktop-ready. Keines der Programme stürzte in den Tests ab und die Suchergebnisse waren durchaus zufriedenstellend. Beagle hat allerdings einen deutlichen Vorsprung gegenüber Kat. So bringt es nicht nur das übersichtlichere Interface mit und muss kaum konfiguriert werden, sondern liefert auch deutlich mehr Treffer. Zum Beispiel wertet Beagle bei OpenOffice-Dokumenten auch Metainformationen wie Autor und Kommentar aus, nicht nur den Datei-Inhalt. Auch bei Wörtern mit Sonderzeichen hat der Hund die Nase vorn. Hier findet Kat unter Mandriva 2006 nur Begriffe im Zeichensatz ISO-8859-15. Beagle unter Suse Linux 10.0 sucht hingegen das volle Unicode-Spektrum ab und findet – zumindest in PDF-Dateien – zum Beispiel auch Kyrillische Texte. Notizen in Office- oder PDF-Dokumenten findet keine der Suchmaschinen.
Ein Nebeneffekt, der nur auftritt, wenn Sie Kat und Beagle parallel benutzen: Kat durchsucht auch die Index-Dateien von Beagle. Das KDE-Tool listet deshalb viele Treffer unnötig doppelt auf. Beagle scheinen die SQLite-Datenbanken von Kat hingegen keine Sorgen zu bereiten. Unter Suse Linux fiel bei Kat weiter negativ auf, dass sich das Programm an den KDE-Daemon kded koppelt. Da dieser unter Suse auch für den URI media:/ verantwortlich ist, lässt er sich nicht so einfach abstellen. Das Kätzchen-Icon von Kat im Systemabschnitt des KDE-Panels lässt sich deshalb nicht entfernen, ohne das Kat-RPM zu löschen.
Glossar
Kio-Slave
KDE Input/Output Slave. Virtuelle Adresse, um auf einheitliche Art und Weise Zugang zu allen möglichen Arten von Daten zu erlangen.
Inotify
Eine spezielle Funktion des Kernels, die das System über neue oder geänderte Dateien informiert. Der Kernel unterscheidet dabei bis zu 15 verschiedene Ereignisse. Inotify ist seit Kernel 2.6.13 fester Bestandteil von Linux.
Infos
[1] Beagle: http://beagle-project.org
[2] Kat: http://kat.mandriva.com
[3] Kio-Clucene: http://kioclucene.objectis.net
[4] Beagle-RPM: ftp://ftp.gwdg.de/pub/linux/usr-local-bin/10.0/i586
[5] Clucene: http://clucene.sourceforge.net



