Index erstellen

Bevor Sie mit der Suche beginnen können, muss jedes Programm zuerst einen Index erstellen. Am einfachsten erledigt dies Beagle. Hier starten Sie einfach über [Alt]+[F2] das Programm beagled. Der Daemon startet dann die Indizierung im Hintergrund. Welche Verzeichnisse das Mono-Programm in die Suche mit einbezieht, legen Sie in der aktuellen Version 0.1.1 über das Tool beagle-settings fest (Abbildung 1). Bei älteren Versionen benutzen Sie das Kommandozeilentool beagle-config. In der Grundeinstellung durchsucht Beagle automatisch sämtliche Verzeichnisse unter /home. Bereits nach weniger als zwei Minuten hatte Beagle das Home-Verzeichnis mit einigen Office-Dokumenten erfolgreich indiziert.

Abbildung 1: In der neuesten Version von Beagle legen Sie die zu durchsuchenden Verzeichnisse bequem über ein grafisches Frontend fest.

Bei Kat starten Sie zunächst das KDE-Programm über [Alt]+[F2] und die Eingabe von kat. Ein Assistent überprüft danach, ob der Kernel des Systems Inotify unterstützt (Abbildung 2), sämtliche Hilfsprogramme installiert sind und ob der Kat-Daemon läuft.

Abbildung 2: Zu alt für eine effiziente Desktop-Suche: Der Kernel von Suse Linux 9.3 unterstützt noch kein Inotify.

Im Hauptfenster von Kat wählen Sie Einstellungen | Kat einrichten. Im neuen Dialogfenster wählen Sie Katalog | Hinzufügen und füllen dann die einzelnen Felder aus (Abbildung 3). Vergessen Sie nicht, die Option Automatische Aktualisierung anzuklicken, damit Kat den Katalog stets aktuell hält. Pro Katalog müssen Sie den Startordner und den Namen angeben. Über die Reiter Mime-Typen, Metainformationen, Volltext und Vorschaubilder legen Sie fest, welche Informationen das Suchprogramm in den Index einbindet. Mit Vorschaubildern dauert es zum Beispiel wesentlich länger, den Suchindex zu erstellen. Ist ein Katalog einmal erstellt, können Sie diesen nicht mehr ändern, sondern nur noch löschen und wieder neu anlegen.

Unter dem Menüpunkt Erweitert legen Sie auszuschließende Dateien und Verzeichnisse fest. Die beiden Schieberegler bestimmen, mit welcher Priorität der Kat-Daemon arbeitet und wie lange er zwischen zwei Suchdurchläufen warten soll. Um einen ersten Index zügig fertigzustellen, schieben Sie den Regler Taskplaner/Last auf 80 Prozent und die Wartezeit auf wenige Sekunden. Mit dem System lässt sich dann allerdings nicht mehr flüssig arbeiten. Ist der Grundindex erstellt, setzen Sie die Werte wieder zurück. Im Test mit den Office-Dokumenten brauchte Kat über 10 Minuten, um sämtliche Dokumente zu erfassen.

Abbildung 3: Kat arbeitet mit verschiedenen Katalogen. Für jeden Katalog können Sie einen Startordner angeben.

Kio-Clucene ist keine eigenständige Anwendung, sondern fest in Konqueror integriert. Tippen Sie im KDE-Browser die URL clucene:/ ein, sehen Sie die drei Symbole Saved Queries, Setup indexes und Start HTML search. Klicken Sie auf Setup indexes (Abbildung 4), erscheint der Konfigurations-Dialog. Hier müssen Sie zuerst den Namen des Indexes festlegen, und dann über Include URLs und einen Klick auf das Plus-Symbol ein Verzeichnis hinzufügen. Über einen Klick auf Append schalten Sie sämtliche Index-Arten frei und wählen dann die Option Overwrite All. Ist der erste Index einmal generiert, wechseln Sie die Option auf Update oder Sync, damit das Programm nur noch die Änderungen verfolgt.

In der unteren Fensterhälfte wählen Sie aus, welche Daten Kio-Clucene in den Index aufnehmen soll. Hier stellen Sie über einen Klick auf setup auch den Standard-Converter ein. Das Programm befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Darunter leidet auch die Benutzerfreundlichkeit sehr. So ist das Hinzufügen weiterer Converter sehr umständlich. Auch eine Online-Hilfe oder Legende für die einzelnen Optionen fehlt. Nach Klicks auf Save changes und Start indexing, beginnt die Clucene-Suchmaschine ihre Arbeit. Auf dem Testrechner benötigte der Clucene-Kio-Slave gut zwei Minuten, um die Testdokumente zu erfassen.

Abbildung 4: Die Einrichtung von Kio-Clucene ist noch nicht ganz ausgereift und überfordert selbst fortgeschrittene Benutzer.

Schnell suchen

Für die Suche mit Beagle stehen Ihnen zwei grafische Programme zur Verfügung. Das Original heißt Best. Nach dem Start über [Alt]+[F2] und der Eingabe des Befehls best finden Sie im Systemabschnitt der KDE-Kontrollleiste ein neues Symbol (Beagle-Hund mit rotem B-Buchstaben). Klicken Sie auf dieses Symbol, öffnet sich das Suchfenster. Hier geben Sie den gewünschten Begriff ein und klicken auf Find. In der Grundeinstellung sucht Best in Dateien, im Adressbuch und in E-Mails von Evolution, in Chats von Gaim und in den Programmnamen der Gnome-Applikationen. Möchten Sie Ihre Suche auf einen gewissen Typ beschränken, klicken Sie auf die Liste In Dateien, und wählen dann den passenden Eintrag aus. Ein Beispiel für eine einfache Suche zeigt Abbildung 5.

Abbildung 5: Die grafische Oberfläche zum Beagle-Deamon heißt Best. Das Programm zeigt von Bildern automatisch Vorschauen an.

Alternativ zum Gnome-Programm öffnen Sie in Konqueror den URI beagle:/ (Abbildung 6). Dazu muss allerdings der Beagle-Kio-Slave installiert sein, der standardmäßig nur bei Suse Linux 10.0 mit an Bord ist. Eine weitere Alternative stellt bei der neuesten Beagle-Version das Web-Frontend dar. Dazu geben Sie in einem beliebigen Browser die Adresse http://localhost:8888/beagle/search.aspx ein. Ein Beispiel zeigt Abbildung 7.

Abbildung 6: Mit Hilfe des Beagle-Kio-Slaves greife Sie bequem über Konqueror auf die Index-Dateien des Beagle-Daemons zu.
Abbildung 7: Das Web-Frontend ist neu in Version 0.1.1 von Beagle. Es ist auch von einem entfernten Rechner aus erreichbar.

Für die Suche mit Kat geben Sie den Befehl kat ein und klicken dann auf das Symbol für die Suche. Kat zeigt die gefundenen Dateien wahlweise als Liste oder mit Vorschaugrafiken an. Ein Rechtsklick auf einen Treffer öffnet ein Kontext-Menü mit weiterführenden Möglichkeiten. Beim Clucene-Kio-Slave starten Sie über [Alt]+[F2] und die Eingabe von clucene:/Suchbegriff eine Suche. Das Programm zeigt die Treffer anschließend in Konqueror an (Abbildung 8). Über einen Klick auf KCLucene Home gelangen Sie zum Hauptmenü zurück. Hier können Sie Suchen per Drag & Drop auf den Ordner Saved Queries speichern. Dies ist ein großer Pluspunkt von Kio-Clucene gegenüber den anderen Suchmaschinen. Eine Suchanfrage dauert bei sämtlichen Programmen höchstens zwei bis drei Sekunden.

Abbildung 8: KCLucene zeigt Treffer direkt in Konqueror an. Über einen Klick auf das KCLucene Home-Icon können Sie Suchanfragen speichern.

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