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Desktop-Suche mit Beagle, Kat und Kio-Clucene

Hund und Katz

Traditionelle Verzeichnisse als Ordnungshilfe haben ausgedient. Suchmaschinen prägen in Zukunft unsere Arbeit am Computer. Dieser Artikel stellt drei Programme vor, die sich unter Linux um den ersten Platz streiten.

"Wo habe ich bloß dieses verflixte Dokument abgespeichert?" Stellen Sie sich diese Frage des öfteren oder sogar täglich, ist es höchste Zeit für Sie, eine Desktop-Suchmaschine anzuschaffen. Die neueste Generation dieser Anwendungen nimmt Ihre Dokumente bereits beim Erstellen in einen Index auf. Speichern Sie das Dokument aus Versehen in einem falschen Verzeichnis, müssen Sie keine langwierige Suche durchführen: Wissen Sie auch nur ein Wort aus dem Dokument, findet ein gutes Desktop-Suchprogramm es in Sekundenbruchteilen.

Die Konkurrenz

Unter Linux läutete das in Mono programmierte Programm Beagle [1] das Zeitalter der Desktop-Suchmaschinen ein. Es taucht in Suse Linux 9.3 erstmals für normale Benutzer auf. Wenig später erhielt Beagle Konkurrenz aus dem KDE-Lager: Die Suchmaschine Kat [2] nutzt Techniken des KDE-Desktops, um den Suchindex auf aktuellem Stand zu haben. Kat ist inzwischen fester Bestandteil von Mandriva Linux 2006. Während Beagle und Kat als eigenständige Programme arbeiten, versucht das Projekt Kio-Clucene [3] die Suchmaschinen-Funktion direkt in Konqueror einzubinden. Über die URL clucene:/Suchbegriff starten Sie so aus jedem KDE-Programm heraus eine Suche. Kio-Clucene baut auf die Search Engine Clucene auf – den C++-Port von Lucene. Lucene ist die Suchmaschine, die auch Beagle benutzt. Last, but not least, existiert auch für Beagle ein Kio-Slave, den dieser Artikel aber nur am Rande behandelt, da das Projekt vermutlich in naher Zukunft mit Kio-Clucene zusammenwächst.

Feature-Übersicht

  Beagle Kat Kio-Clucene
Inotify X X -
MP3-Tags X X -
OGG-Vorbis-Tags X X -
EXIF-Informationen X X -
Office-Metadaten X - -
Office-Dateien X X -
Unicode-Support X - X
Suche speichern X - X
Web-Frontend X - X
Erste Indexerstellung (in Minuten) 1:55 über 10 Minuten 2:15

Installation

Haben Sie keine Lust, Beagle oder Kat von Hand zu kompilieren, benutzen Sie am besten Ubuntu 5.10, Suse Linux 10.0 oder Mandriva 2006. Diese Distributionen bringen Pakete von Beagle oder Kat mit. Um allerdings die neuesten Versionen der Programme zu benutzen, kommen Sie oft nicht um die Kompilierung herum. Kat von Hand zu übersetzen ist dabei wesentlich einfacher als die Kompilierung von Beagle, da Sie für die aktuelle Version 0.1.1 von Beagle nebst sämtlichen Gnome-Entwicklerpaketen eventuell auch eine neue Mono-Version benötigen. Das neue Beagle bringt erstmals Unterstützung für E-Mails von KMail mit und verfügt über ein Web-Frontend. Bevor Sie sich an die Arbeit machen, sollten Sie einen Blick auf die Tabelle "Feature-Übersicht" werfen.

Möchten Sie Kat aus dem Quellcode übersetzen, laden Sie sich die Sourcen von der Projekt-Homepage herunter, und entpacken Sie mit dem Befehl tar xvfj kat-0.6.4.tar.bz2. Anschließend wechseln Sie mit cd kat-0.6.4 ins neue Verzeichnis und starten hier den Übersetzungsvorgang mit dem üblichen Dreischritt

./configure
make
su -c 'make install'

Benutzer von Suse Linux ersetzen dabei den ersten Befehl durch ./configure --prefix=/opt/kde3. Kat benötigt für die Übersetzung zahlreiche KDE-Entwicklerpakete. Unter Suse Linux installieren Sie diese durch Markieren der Selektion KDE Entwicklung. Bei der Download-Version von Mandriva müssen Sie die KDE-Devel-Pakete übers Internet herunterladen.

Um Beagle zu kompilieren, benötigen Sie neben den gewöhnlichen Gnome-Entwicklerpaketen auch zahlreiche Mono-Pakete. Diese befinden sich nur auf der Retail-DVD von Suse Linux sowie auf dem FTP-Server, sind hingegen nicht Teil der OSS-DVD. Vergessen Sie nicht, auch gmime-devel zu installieren. Möchten Sie mit Beagle auch im Web-Browser suchen, rufen Sie das Configure-Skript mit der Option --enable-webservices auf. So können Sie später über die Adresse http://localhost:8888/beagle/search.aspx auf den Suchindex zugreifen. Nach ./configure starten Sie make und als Root make install. Klappt es nicht mit dem Kompilieren, laden Sie sich aktuelle RPM-Pakete von [4] herunter. Für Ubuntu gibt es bereits Beagle-Pakete der Version 0.1.1 im Universe-Repository.

Für den Kio-Slave clucene:/ müssen Sie zunächst die Suchmaschine Clucene [5] installieren. Für unsere Tests benutzten wir Version 0.8.13. Hier ist es wichtig, dass Sie die Übersetzung nicht mit ./configure starten, sondern zunächst autoconf, automake und aclocal aufrufen. Erst dann starten Sie die Kompilierung mit ./configure && make und make install als Root. Anschließend entpacken Sie den Tarball des Kio-Slaves, wechseln ins Verzeichnis kio-clucene-0.1.0 und starten das übliche Dreigespann:

./configure
make
su -c 'make install'

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