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01.12.2005

Frischzellenkur für Linux-Klassiker

Als "Running Linux" kam es 1996 in den USA auf den Markt, als "Linux Wegweiser zur Installation und Konfiguration" fand es den Weg in den deutschen Buchhandel und auf den Schreibtisch vieler Administratoren – über drei Auflagen hinweg. Christoph-Erdmann Pfeiler hat sich des Klassikers nun angenommen, ihn entrümpelt und mit aktuellen Themen neu aufgemöbelt.

Der Putzaktion sind in der vorliegenden vierten Auflage Kapitel zu Programmiersprachen und dem World Wide Web zum Opfer gefallen. Neu aufgenommen wurden Abschnitte zu aktuellen Themen wie Sicherheit und Firewalls. Wo das Buch einzelne Distributionen erwähnt – Red Hat und Suse etwa – handelt es sich meist um aktuelle Versionsnummern. Schritt zu halten ist im IT-Zeitalter aber nicht möglich: Open Suse etwa ist dem Autor für eine mögliche fünfte Auflage entwischt.

Altvertrautes anzufassen, ist immer riskant. Wer sein zerfledertes Exemplar gegen das neue Praxishandbuch tauscht, vermisst vielleicht einen Beitrag, der der Frischzellenkur zum Opfer fiel. Da hilft es dann auch wenig, wenn der Kern des Buches nahezu unverändert blieb, wie der Autor verspricht. Wer das Praxishandbuch nicht kennt, findet im harten Kern allerdings die Essenzen, die einen pfleglichen Umgang mit Linux ermöglichen, und in den neuen Kapiteln den Tribut an die Erfolgsgeschichte von Linux, das sich als klassischer Dauerläufer erweist und ständig neues Terrain betritt.

Matt Welsh, Matthias Kalle Dalheimer, Terry Dawson, Lar Kaufmann Deutsche Überarbeitung Christoph-Erdmann Pfeiler Linux Praxishandbuch O'Reilly ISBN 3-89721-416-4 430 Seiten, 34 Euro http://www.oreilly.de

Effektiv arbeiten mit Bash 3.0

Die Bash gehört zu dem bekanntesten Shells in der Open-Source-Welt. Seit vielen Jahren installieren die populären Distributionen diese als Standardkommando-Interpreter. Mit der Version 3.0 bringt die Bash nun einige neue Features mit, die den Umgang noch komfortabler machen, beim Anwender aber auch Lernwillen voraussetzen. Mit "Bash 3.0" steht nun ein kompaktes Nachschlagewerk für die Arbeit mit der Shell zur Verfügung.

Die Autoren Karsten Günther und Thorsten Zilm beackern das Thema Bash schon seit einigen Jahren. Umso ärgerlicher sind daher kleine Auslassungen und Flüchtigkeitsfehler, die sich an einigen Stellen im Buch finden. Nichtsdestotrotz erhält der Leser mit rund 450 Seiten ein recht umfassendes Werk im handlichen Format.

Die Lektüre gliedert sich in drei Teile. Im ersten – kurz gehaltenen – Abschnitt erläutern die Autoren die Interaktion zwischen System, Shell und Anwender. Den bei weitem größten Teil nimmt die tatsächliche Referenz ein. Vom Aufruf über eingebaute Befehle und Kontrollstrukturen bis hin zum Expandieren von Variablen finden sich hier nicht nur die Erklärungen, sondern oft auch kleine Beispiele. Im dritten Tei ergänzt ein Anhang mit Verweisen auf Add-ons das Buch.

Wer viel in der Shell arbeiten und womöglich sogar regelmäßig mit der Bash programmiert, ist mit dem Buch gut beraten. Der Preis liegt etwas über dem, was eine Kurzreferenz in der Regel kostet. Dafür spart sich der Leser unter Umständen die Ausgabe für ein umfassenderes Werk.

Karsten Günther, Thorsten Zilm Bash 3.0 Mitp Verlag ISBN 3-8266-1554-9 448 Seiten, 14,95 Euro http://www.ge-packt.de

CVS in der Praxis

Lohnt es sich überhaupt noch, den Umgang mit CVS zu lernen? Glaubt man den Autoren von "Versionsverwaltung mit CVS" aus der Reihe Praktisch Programmieren beim Hanser-Verlag, dann unbedingt. Das althergebrachte Werkzeug vieler (Open-Source-)Programmierer behauptet auch im Zeitalter mächtiger Konkurrenten seinen Platz.

David Thomas und Andrew Hunt stehen hinter der englischsprachigen Originalausgabe des Buches; Falk Lehmann und Uwe Petschke übertrugen sie ins Deutsche. Der Umfang von rund 185 Seiten schreckt den Leser ebenso wenig ab, wie der lockere Stil der deutschen Ausgabe.

Anhand eines stringenten Beispiels zeigen die Autoren, welche Einsatzgebiete sich ihrer Ansicht nach für das bewährte Versionskontrollsystem eigenen. Gängige Techniken, wie das Anlegen eines Entwicklungszweigs bearbeiten die Autoren ebenso, wie das Zusammenführen desselben mit dem Hauptzweig der Entwicklung – inklusive des Beheben von Konflikten. Dabei verschweigen sie auch die Mankos nicht, die letztendlich zu neuen Systemen wie Subversion geführt haben.

Ein Anhang fasst noch mal die wichtigsten Kommandos zusammen und serviert dem Leser die über das Buch verstreuten, wichtigsten Kommandos nocheinmal in kompakter Form. Das erscheint überflüssig. Hier vergeben die Autoren Raum, den sie auch sinnvoller mit zusätzlichen technischen Informationen hätten füllen können. Was bleibt ist ein Buch, das sich schnell und eingängig liest, manchmal in den Erläuterungen allerdings etwas kurz greift.

David Thomas, Andrew Hunt Versionsverwaltung mit CVS Hanser Verlag ISBN 3-446-40470-8 185 Seiten, 19,90 Euro http://www.hanser.de

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