OGG selbst gemacht

Um in den Genuss von OGG-Vorbis zu kommen, benötigen Sie zunächst ein Programm, das aus Ihren Audio-CDs komprimierte Sound-Dateien erstellt. Diesen Vorgang nennt man rippen. Arbeiten Sie unter der grafischen Desktop-Umgebung KDE, benutzen Sie dazu am besten K3b. Das Standard-Brennprogramm des KDE liest Audio-CDs aus und konvertiert die Daten in diverse Formate. Starten Sie dazu K3b und klicken Sie anschließend auf das CD/DVD-Laufwerk-Symbol. Das KDE-Tool zeigt Ihnen nun die Songs auf der CD an (Abbildung 1). Verfügen Sie über eine aktive Internetverbindung, lädt sich K3b auch die Titel der einzelnen Lieder von http://freedb.org herunter. Nach einem Klick mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Song und der Auswahl von Auslese starten öffnet K3b einen Assistenten für das Ripping (Abbildung 2). Hier stellen Sie links unten das gewünschte Ausgangsformat ein. Wählen Sie als Dateityp den Eintrag Ogg Vorbis. Neben OGG beherrscht K3b noch zahlreiche weitere Formate. Darunter befindet sich auch der verlustfreie FLAC-Codec, den die iAudio-Player X5 und M5 unterstützen. Nach einem Klick auf Auslese starten beginnt K3b den Rip-Vorgang.

Abbildung 1: Nach einem Klick auf das CD/DVD-Symbol zeigt Ihnen K3b die Songs auf der CD an.
Abbildung 2: Mit K3b wandeln Sie Ihre CDs unter einer komfortablen KDE-Oberfläche in OGG-Vorbis-Dateien um.

Möchten Sie die Songs gleich auf den portablen Player überspielen, können Sie auch in Konqueror arbeiten. Öffnen Sie dazu zwei Konqueror-Fenster und navigieren Sie im ersten Fenster zum Speicher des OGG-Players. Im zweiten Fenster geben Sie die URL audiocd:/ ein. Konqueror zeigt Ihnen nun in virtuellen Ordnern die möglichen Audio-Formate an (Abbildung 3). Klicken Sie auf den Ordner OGG Vorbis und ziehen Sie die Dateien einfach auf das zweite Konqueror-Fenster.

Abbildung 3: Von der CD auf den Player: Über die URL "audiocd:/" landen Songs von der CD direkt auf dem OGG-Player.

Arbeiten Sie lieber mit Gnome-Programmen, bietet sich der Gnome-CD-Ripper Grip an (Abbildung 4). Auch er beherrscht neben OGG-Vorbis und MP3 das Flac-Format. K3b, Konqueror und Grip erstellen in der Grundeinstellung OGG-Vorbis-Dateien mit einer durchschnittlichen Bit-Rate von 128 kbit/s. Möchte Sie die Rate erhöhen oder vermindern wählen Sie in K3b Einstellungen | K3b einrichten| Plugins| K3b Ogg Vorbis Encoder| Einrichten. Hier legen Sie die Qualität mit dem Schieberegler oder über Manuelle Einstellungen fest. Bei Grip finden Sie die entsprechende Einstellung unter Konfiguration | Kodiere | Einstellungen.

Für die Arbeit auf der Kommandozeile benutzen Sie oggenc aus den Ogg-Vorbis-Tools. Die Vorbis-Tools liegen eigentlich jeder Distribution bei. Eine aktuelle Version finden Sie auch auf der Heft-CD. Für Oggenc müssen die Audio-Dateien im WAV-Format vorliegen. Der Befehl

oggenc sound.wav

wandelt die Datei sound.wav automatisch in sound.ogg um. Befinden sich in einem Verzeichnis mehrere WAV-Dateien, genügt der Aufruf oggenc *, um sämtliche Dateien ins OGG-Vorbis-Format umzuwandeln. Oggenc produziert in der Grundeinstellung Sound-Dateien mit der Qualität 3 (ca. 100 kbit/s). Um Die Qualität zum Beispiel auf 5 zu erhöhen, ergänzen Sie den OGG-Befehl um die Option -q 5. Die höchste Qualität erreichen Sie mit der Option -q 10, wobei mit zunehmender Qualität natürlich auch die Dateigröße wächst.

Abbildung 4: Unter Gnome lesen Sie Audio-CDs zum Beispiel mit Grip aus. Das Tool beherrscht neben OGG-Vorbis und MP3 auch Flac.

Das Filmchen

Vier der getesteten Geräte verfügen theoretisch auch über eine Video-Abspielfunktion sowie einen Bildbetrachter. Theoretisch deshalb, weil Sie für drei davon Windows-Software benötigen, um funktionierende Videos herzustellen. Diese Tatsache ist aber kein Grund zur Trauer: Auf den gerade mal 1x1,5 cm großen Displays der Maxfield-Player Diamond und Diablo mit einer Auflösung von 96x80 Punkten ein Video oder gar einen Film anzuschauen, macht nicht wirklich Spaß. Selbst das 160x128 Punkt große Display des iAudio X5 eignet sich allenfalls für Cartoons oder ganz gemächliche Filme, da die maximale Frame-Rate bei 15 Bildern pro Sekunde liegt. Ist Ihnen die Filmwiedergabe wichtig, sollten Sie sich deshalb keine Jukebox kaufen, sondern einen Video-Player. Ein Test zu einigen portablen Taschenkinos folgt in einer der nächsten Ausgabe des LinuxUser.

Haben Sie sich allerdings bereits für den X5 von Cowon entschieden, hilft Ihnen das Kommandozeilenprogramm Transcode [1], vorliegende Filme in das vom iAudio X5 unterstützte MPEG4-Format zu verwandeln. Der Befehl dazu lautet:

transcode -y xvid  -j 64,0 ↩
-Z 160x128 -o resultat.avi ↩
--export_fps 15.0 -J modfps↩
=buffer=7 -i input.avi

Die Input-Datei input.avi müssen Sie dazu durch ein bestehendes Video ersetzen.Die Umwandlung eines 90-minütigen Videos dauert je nach Leistung des Rechners rund eine Stunde. Sie benötigen dazu neben transcode die Xvid-Videocodecs [2] sowie libmad [3] für die Sound-Konvertierung. Anschließend kopieren Sie resultat.avi auf den Cowon X5 und testen das Ergebnis. Möchten Sie anstelle von XviD ein auf FFmpeg basierendes MPEG4-Video erstellen, ändern Sie -y xvid zu -y ffmpeg -F mpeg4. In unseren Tests war der X5 dann allerdings zu langsam, um den Film flüssig darzustellen.

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