Workshop: LAN-Verkabelung selbst gemacht

Strippenziehen

Auch zu Hause oder im kleinen Büro möchte man auf die Annehmlichkeiten eines kleinen Netzwerks nicht verzichten. Mit ein wenig Hintergrundwissen und etwas Werkzeug installieren Sie das Haus-LAN schnell selbst.

Bei den meisten Altbauten ist die Telefondose noch im Flur montiert, so dass auch das DSL-Modem oder die ISDN-Telefonanlage dort angebracht werden müssen. Bis zu den Rechnern sind oft mehrere Räume oder gar Geschosse zu überbrücken, wofür etliche Löcher gebohrt und Kabel gezogen werden müssten. Da DSL maximal 3 Mbit/s Bandbreite zur Verfügung stellt, reicht eine WLAN-Verbindung mit 11 oder 54 Mbit/s vom DSL-Modem zu den Rechnern völlig aus: Der DSL-WLAN-Router im Flur kümmert sich um die Internet-Einwahl und stellt die Firewall bereit, wobei je nach Bausubstanz und Mauerdicke eine externe Antenne sinnvoll ist. Zudem sollte der Router bereits die WPA-Verschlüsselung unterstützen, damit niemand den Internet-Zugang missbraucht.

Wollen Sie mehrere Rechner verkabeln, die sich den Internet-Zugang teilen und untereinander größere Datenmengen austauschen sollen, reicht eine reine WLAN-Verbindung alleine nicht mehr aus: Je nach Signalstärke ergeben sich effektive Transferraten von 1 bis maximal 4 MByte/s, eine DVD zu kopieren dauert damit zwischen 20 Minuten und über einer Stunde – über herkömmliches Fast Ethernet mit 100 Mbit/s braucht der gleiche Kopiervorgang nur sieben bis acht Minuten.

WLAN und Ethernet kombiniert

Abbildung 1 zeigt eine kombinierte Vernetzung in einem Haus: Der WLAN-Router residiert im Flur nahe des DSL- oder ISDN-Anschlusses, Kabel werden hier keine verlegt. Die Rechner im ersten Stock und im Dachgeschoss hingegen nehmen über einen Ethernet-Switch Kontakt zueinander auf. Eine dritte Leitung führt zu einer Ethernet-Dose im Erdgeschoss, die Anschluss für einen weiteren Rechner bietet. Für die Internet-Anbindung des Switches und damit der beiden Rechner sorgt ein WLAN-Host-Adapter: Auf Seite 90 in dieser Ausgabe stelle wir solche Geräte vor. Auch ein Notebook greift bei Bedarf über den WLAN-Router auf das Internet oder auch die anderen PCs zu.

Abbildung 1: Bei vielen Altbauten befindet sich der Telefonanschluss im Flur. Will man keine Kabel vom Flur in die anderen Geschosse ziehen, bietet WLAN eine gute Alternative. Für den schnellen Datenaustausch zwischen den PCs ist Ethernet jedoch noch nicht zu ersetzen.

Sowohl bei WLAN als auch dem drahtgebundenen Ethernet gibt es viele verschiedene Protokolle und Vernetzungsmöglichkeiten. Heute spielen jedoch nur noch wenige Netze eine bedeutende Rolle.

Netzwerk-Standards

Bei WLAN geht der Trend zu Geräten, die nach den Standards IEEE 802.11b und IEEE 802.11g arbeiten: Diese erreichen Geschwindigkeiten zwischen 1 und 54 Mbit/s nominal und sind heutiger Stand der Technik. Die häufig beworbenen Adapter mit 108 Mbit/s hingegen folgen keinem Standard; bei gemischten Installationen mit WLAN-Adaptern verschiedener Hersteller bleibt die Datenrate also meist auf 54 Mbit/s nominal beschränkt. In WLAN-Netzwerken mit einem Access Point oder WLAN-Router kommunizieren alle WLAN-Clients zentral mit dem Access Point, es handelt sich also topologisch um ein sternförmiges angeordnetes Netz.

Bei den drahtgebundenen Netzwerken hat sich Ethernet nach IEEE 802.3 mit Brutto-Transferraten von 10, 100 und 1000 Mbit/s mit sternförmiger Twisted-Pair-Verkabelung (verdrillte Adernpaare) durchgesetzt. Alle Rechner und Netzwerkgeräte kommunizieren über ein eigenes Kabel mit dem Ethernet-Switch, der die Daten dann an den eigentlichen Empfänger weiterleitet. Netzwerkgeräte mit 10 Mbit/s gibt es kaum noch, lediglich manche USB-Netzwerk-Adapter oder DSL-Modems arbeiten noch mit der niedrigen Geschwindigkeit. Standard ist heute eine Transferrate von 100 Mbit/s, auch Fast Ethernet genannt. Die Zukunft gilt allerdings dem 1000 Mbit/s schnellen Gigabit Ethernet; passende Switches und Router sind derzeit aber noch relativ teuer.

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Kommentare
Schirmauflegen nach EMV-Richtlinie???
Björn (unangemeldet), Donnerstag, 10. Mai 2012 16:19:24
Ein/Ausklappen

Schade, dass hier in solchen prinzipiell gut gemeinten und gut aufbereiteten HowTos derartig grobe Fehler in großen Bildern (Abb. 4: Verkabelung in Ethernet-Dosen) gezeigt werden!

Genauso, wie in der Abbildung gezeigt, sollte der Schirm NICHT aufgelegt werden (sog. Pig Tails), da dadurch der Schirm an dieser Stelle ein "Loch" bekommt. Das ist besonders in EMV-mäßig rauhen Umgebungen für die Übertragungsqualität + ~-Sicherheit tödlich. Laut EMV-Richtlinien müssen an Kommunikationsleitungen Schirme prinzipiell BEIDseitig und möglichst GROSSflächig aufgelegt werden (gleiche Erdungspotentiale vorausgesetzt => siehe EMV-Richtlinien). Nicht umsonst gibt es in dieser Anschlussdose diese große metallische Schelle (siehe Bild) - sie sollte auf jeden Fall benutzt werden (nicht nur zur Zugentlastung des Kabels) ...

MfG, Björn.


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