Software News

01.11.2005

Kurz notiert

Wie der Entwickler-Mailing-Liste von Wine zu entnehmen ist, haben die Programmierer den SafeDisc-Kopierschutz implementiert. Viele Spielehersteller verwenden das Verfahren, um Raubkopien zu verhindern. Bisher waren SafeDisc-geschützte Spiele unter Wine nur mit Hilfe eines illegalen Cracks spielbar. Erste Tests mit Spielen wie Age of Empire haben die Praxistauglichkeit der Implementierung bewiesen. Bis zu einer stabilen Version kann es nach Aussagen des Codeweaver-Chefs aber noch ein Jahr dauern.

Dass die Community auch bei Spenden nicht kleinlich ist, zeigte die Reaktion auf einen Aufruf der Wikipedia-Stiftung, die 200 000 US-Dollar zur Deckung der Betriebskosten benötigte: Binnen kurzer Zeit kamen über 220 000 Dollar zusammen. Der Betrag fließt zu 60 Prozent in die Hardware-Ausstattung. Zudem fallen Personalkosten für Systemtechniker an, und den steigenden Verwaltungsaufwand soll künftig eine Vollzeitkraft erledigen. Wie lange der gespendete Betrag vorhält, ist ungewiss. Erfahrungsgemäß sind Spenden nach einem Quartal verbraucht.

REAL-Software will die Standard-Edition von REALbasic 2005 für Linux künftig zum kostenlosen Download bereitstellen. REALbasic ist eine an Visual Basic angelehnte Entwicklungsumgebung für Basic, die auch unter Windows und Mac OS X läuft. Im Gegensatz zur Professional-Version, die 499 US-Dollar kostet, fehlen der Standard-Edition Funktionen um externe Datenbanken wie MySQL einzubinden. Bei der SSL-Unterstützung heißt es ebenfalls: Fehlanzeige. Dem Hobby-Entwickler dürfte der Funktionsumfang aber genügen und ihm schnelle Programmierergebnisse ermöglichen, glaubt der Hersteller (http://www.realsoftware.com).

Rechtzeitig vor der Wahl hat der Bundestag die Migration der Server von Windows nach Linux vollzogen. Im Rahmen des 2001 beschlossenen Projekts migrierten von 2003 an alle 100 Server von NT 4.0 auf Linux. Die 5 000 Arbeitsplatzrechner der Abgeordneten und der Verwaltung wechselten allerdings zeitgleich von NT 4.0 nach Windows XP. Probleme, die bei der Anmeldung an Samba und mit OpenLDAP auftraten, verzögerten die Migration, konnten schließlich aber von Open-Source-Experten gelöst werden.

Nach wochenlangem Streit zwischen Miro International und den freien Entwicklern des CMS-Systems Mambo kam es jetzt zur Spaltung. Stein des Anstoßes war die von Miro gegründete Mambo Foundation, die alle Rechte an Mambo hält und die weitere Entwicklung koordinieren soll. Die freien Entwickler bemängelten fehlendes Mitspracherecht, haben das Projekt verlassen und sich kurzerhand für ein eigenes Projekt mit dem Namen "Joomla!" entschieden. Basierend auf dem Code der letzten Mambo-Version, zahlreiche Korrekturen inklusive, gibt es schon eine erste Version von "Joomla!" unter http://www.joomla.org.

Die Aachener Devolo AG bietet für den Home-Plug-Adapter MicroLink dLAN Linux-Treiber an. Der Adapter ermöglicht den Datentransfer über das hausinterne Stromnetz von Steckdose zu Steckdose. Die MicroLink-Adapter stellen so eine Alternative zur Ethernet-Verkabelung dar. Zur Kommunkationssicherung beherrschen alle Adapter die DESpro-Verschlüsselung, die man auch unter Linux via Passwort aktivieren kann. Devolo (http://www.devolo.de) bietet lediglich den Quellcode der Treiber an, binäre Pakete für einzelne Distributionen gibt es nicht.

Mit Version 1.1.5 hat OpenOffice.org kurz vor Veröffentlichung der Version 2.0 noch eine Aktualisierung herausgebracht. Sie korrigiert eine Reihe von Fehlern und integriert einen für die älteren Versionen ebenfalls erhältlichen Sicherheits-Patch. Das Update bietet einen Importfilter für das OpenDocument-Format von OASIS (http://www.oasis-open.org). Anwender können so Dokumente aus der kommenden Version 2.0 (die Opendocument integriert hat) und von KOffice 1.4 öffnen und lesen, schreiben ist nicht möglich.

Von Seamonkey, dem Nachfolgeprojekt der Mozilla-Suite, steht jetzt die erste Alpha-Version zum Download bereit. Während sich das äußere Erscheinungsbild kaum verändert hat, stecken im Kerncode Bestandteile des nächsten Firefox. Neu ist beispielsweise die SVG-Unterstützung; beim Anschauen von Bildern ziert ein Thumbnail des jeweiligen Bilds das Tab-Icon. Im Mail-Bereich bietet Seamonkey SSL-Verschlüsselung beim Mail-Empfang und eine Erkennungsroutine für Phishing-Mails. Die finale Version soll auch mit aufgepeppter Optik kommen: Ein neues Design nebst eigenem Logo versprechen die Entwickler.

Systemmonitor einmal anders

Ein Systemmonitor ist das Mittel der Wahl, wenn der Benutzer wissen will, was Linux unter der Oberfläche treibt. Während die meisten Programme dieser Gattung ein ganzes Fenster in Beschlag nehmen oder sich in einen Panel verstecken, projiziert Conky (http://conky.sourceforge.net) seine Daten dezent auf den Desktop. Aus Wunsch läuft das Programm auch in einem Fenster, allerdings muss das der Anwender schon beim Kompilieren festlegen.

Welche Systeminformationen Conky anzeigt, kann der Anwender in der Konfigurationsdatei festlegen. Von der CPU-Auslastung über die Durchsatzrate der Netzwerkkarte bis hin zum via ACPI erfassten Batteriestatus und dem Speicherverbrauch gibt das Programm Auskunft über das System. Dynamische Daten wie Netzwerkdurchsatz oder CPU-Last stellt Conky als Graph oder Balken dar. Der Benutzer wählt dafür die Farbe in der Konfiguration anhand von Farbcodes beliebig aus und bestimmt Schriftart und -größe.

Die seit Mitte September erhältliche Version 1.3.1 korrigiert Fehler, die beim Einsatz mit XFT auftraten, der Free Type Bibliothek des X-Servers. Bugs in der Breitenbestimmung der angezeigten Graphen gelten damit ebenfalls als behoben. Ein Update lohnt sich also, auch weil weitere kleinere Korrekturen in Version 1.3.1 stecken.

Der Systemmonitor blockiert keinen Platz auf dem Bildschirm.

Auf Lebenszeichen achten mit Pinger

Pinger (http://aa.vslib.cz/silk/projekty/pinger/index.php)ist ein kleines Programm, das in regelmäßigen Abständen die Online-Verfügbarkeit einer Liste von Rechnern prüft. Dazu trägt der Anwender lediglich die IP-Adresse des zu kontrollierenden Systems in die Konfigurationsdatei von Pinger ein. Dort legt der Anwender außerdem fest, in welchen Intervallen das Programm die Erreichbarkeit testet oder wann die nächste Prüfung erfolgt, wenn ein System nicht erreichbar war.

Die aktuelle Version 0.3b bietet dank Thread-Programmierung verbesserte und genauere Reaktionszeiten. Außerdem stellt das Programm verschiedene Konfigurationen jetzt grafisch als Reiter dar, zwischen denen der Anwender wechseln kann.

Pinger lässt auf einen Blick erkennen, ob ein Rechner erreichbar ist.

Workertimer hält die Zeitplanung im Griff

Wer mehrere Projekte parallel abwickelt, kommt mit der Zeiterfassung schon mal ins Schlingern. Das Programm Workertimer (http://members.optushome.com.au/starters/pclock/) will solche Probleme verhindern. Es teilt dem Benutzer auf die Sekunde genau mit, wie lange er am einzelnen Projekt gearbeitet hat.

Das in TCL programmierte Tool ist in der Lage, beliebig viele Projekte parallel zu verwalten. Zur besseren Übersicht stellt das Programm sämtliche Projekte in einer Tabelle dar. Durch einfaches Anklicken kann der Benutzer bei der Zeitnahme von einem Projekt ins Nächste wechseln. Aus den ermittelten Daten generiert Workertimer auf Wunsch einen Projekt- oder Monatsbericht. Wer genauere Auswertungen braucht, kann die Parameter für die Berichtsgenerierung auch von Hand anpassen.

Auffälligste Änderung in der jetzt erschienenen Version 0.9 ist der Namenswechsel von Project Clock zu Workertimer, der markenrechtliche Hintergründe hat. Außerdem kann der Anwender jetzt bereits erfasste Tage nachbearbeiten und eine detailliertere Projektzusammenfassung erstellen.

Das aktive Projekt markiert WorkerTimer rot.

Grafische Anmeldung für kleine Systeme

Bei grafischer Anmeldung setzen die meisten Distributionen auf die Programme Gdm oder Kdm, die aber immer eine der großen Oberflächen wie Gnome oder KDE voraussetzen. Dass es auch schlanker geht, zeigt der Login-Manager Slim (http://slim.berlios.de/), der jetzt in der Version 1.2.3 erschienen ist. Größte Neuerung dieser Version ist die Unterstützung von BSD-basierten Systemen wie FreeBSD oder OpenBSD.

Trotz des geringen Ressourcen-Bedarfs braucht der Anwender aber nicht auf optische Spielereien wie zufällig wechselnde Themes oder angepasste Begrüßungsnachrichten zu verzichten. Über die Konfigurationsdatei lässt sich auch das Verhalten von Slim beim An- und Abmelden sowie beim Neustart verändern. Ansonsten benötigt das Programm neben einem X-Server lediglich die Bibliotheken Libpng, Libjpeg und Freetype für die Bild- und Schriftdarstellung. In Kombination mit einem Window-Manager wie Fluxbox eignet es sich somit besonders für ältere Rechner.

Wem der Standard-Anmeldehintergrund nicht gefällt, tauscht ihn nach Belieben.

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