KDE-News

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01.11.2005

KDE 3.5 in den Startlöchern

KDE Release-Koordinator Stefan Kulow hat die erste Beta der kommenden KDE-Version 3.5 mit Namen "Kanzler" freigegeben. Eine der auffälligsten Neuerungen ist das grundlegend überarbeitete KDE-Panel Kicker. Es zeigt nun immer informativen Tool-Tipps an. Einzig im Systray ist dies aus technischen Gründen nicht möglich. Das komplizierte System von Untermenüs ist einem aufgeräumten Dialog gewichen, aus dem aus sich Applets per Drag & Drop ins Panel einfügen lassen.

Durch die Integration des Hardware Abstraction Layer (HAL) erlaubt die neue Version dem Benutzer, Aktionen für Wechselmedien zu definieren – entweder im Kontrollzentrum oder nach dem Einlegen des Mediums.

Der Dateimanager Konqueror unterstützt durchgängig Posix-ACLs. Im Webbrowser-Modus trumpft das Programm ebenfalls mit zahlreichen Verbesserungen auf: Er unterstützt Seiten wie Google Maps, die mit dynamischem Nachladen von Inhalten arbeiten. Auch den ACID2-Test, den bislang nur wenige Browser korrekt darstellen, besteht die neue Version.

Lästige Werbung entfernt auf Wunsch ein integrierter Werbeblocker. Die Schnellsuchleiste im Browser wartet mit mehreren Suchanbietern auf, zuvor war immer nur einer möglich.

Auch in Sachen Informationsmanagement hat sich etwas getan: KMail arbeitet nun auf Wunsch im Offline-Modus. Zudem ist es endlich möglich, Mails auf einem Server via Online-IMAP zu filtern. Mail-Archive übernimmt das Programm seit diesem Release auch aus den Programmen The Bat!, Sylpheed und sogar Lotus Notes. Mail-Verzeichnisse anderer KMail-Installationen importiert der Benutzer darüber hinaus direkt per Wizard.

Der Instant-Messanger Kopete und das KDE-Addressbuch arbeiten künftig Hand in Hand. Außerdem beherrscht das Programm nun die neuen Protokolle der IM-Anbieter Yahoo und MSN sowie die Webcam-Unterstützung des Microsoft-Messengers.

Auch im Edutainment-Bereich tut sich einiges: Das Farbspiel Blinken, eine Adaption von Simon says, fand Einzug in KDE 3.5. Kanagram ersetzt KMessedWords und eignet sich für Kinder im Vorschulalter, die lernen, Wörter aus Buchstaben zusammenzusetzen. Das Chemieprogramm Kalzium stellt nun sogar Nuklide dar und zeigt Informationen, wie den Alpha- und Betazerfall von Isotopen, an.

Auch Barrierefreiheit ist ein Thema in KDE 3.5. Bestehende Funktionalitäten wie Text-to-Speech wurden verbessert und einige Accessibility-verwandte Spezifikationen der Free-Standards-Gruppe implementiert.

Die Entwickler merken in den Release Notes an, dass "Kanzler" die aktuelle Qt-Version 3.3.5 bislang nicht unterstützt. Inkompatibilitäten mit dem Wartungs-Release verhindern, dass sich die Beta mit dieser Qt-Version erfolgreich übersetzen lässt.

Das überarbeitete Panel vereinfacht Anpassungen an die eigenen Bedürfnisse.

Software einfach installieren

Ein System mit dem Namen Klik vereinfacht die Installation von Software-Paketen erheblich: Ein Client-Programm lädt mithilfe der URL-ähnlichen Zeile klik://Programmname ein Paket herunter und installiert dies auf der Platte. Dazu sind nicht einmal root-Rechte notwendig.

Klik-Pakete lassen sich überall dorthin installieren, wo der Nutzer Schreib- und Leserechte besitzt, also beispielsweise auch auf USB-Sticks. Dabei bringen die Programme die benötigten Bibliotheken bis auf wenige Ausnahmen gleich mit, sodass keine lästigen Abhängigkeiten entstehen.

Ursprünglich für Knoppix 3.7 konzipiert, funktioniert Klik mittlerweile auch auf den Debian-Derivaten Ubuntu 5.10, Linspire 5.0, Xandros 3 sowie Kanotix Bughunter X. Auch das Super-Projekt, dass sich Verbesserungen für OpenSuse verschrieben hat, setzt auf Klik: Unter dem Namen Super-Klik entsteht ein Repository von einfach zu installierenden Applikationen für Suse 10.0.

Die Klik-Macher halten eine beachtliche Auswahl von KDE-Paketen und Drittanwendungen sowie weitere Informationen auf ihrer Homepage http://klik.atekon.de bereit.

Kontact künftig ohne Exchange-Unterstützung

Das PIM-Programm Kontact enthält ab Version 4 keine Plugins mehr zur Kooperation mit dem Exchange-Server von Microsoft. Die Entwickler begründeten den Schritt mit der Tatsache, dass die aktuelle Implementation professionellen Ansprüchen nicht in dem Maße genüge, wie dies bei allen anderen anderen Groupware-Servern, die offiziell von Kontact unterstützt würden, der Fall sei.

Als Grund für die mangelnde Qualität des Plugins nennen die Entwickler die fehlende Kooperation durch den Hersteller: So erhält das KDE-PIM-Team Geld, Know-How oder Manpower von den Herstellern der Server, da diese an einem möglichst guten Support interessiert sind. Einzig bei Microsoft ist dies nicht der Fall. Dadurch schießt der Wartungsaufwand in die Höhe.

Dass zukünftige Version das Microsoft-Produkt wieder unterstützen, schlossen die Developer jedoch nicht kategorisch aus: Wenn sich ein Maintainer oder Sponsor fände, spräche nichts dagegen, den resultierenden Code in das Paket aufzunehmen.

Update für das KDE-Office-Paket

Mit dem zweiten Bugfix-Release hat das KOffice-Team sowohl in der Pixel-basierte Grafik-Software Krita als auch in dem Vektor-basierte Karbon einige Absturzquellen behoben. Letzteres profitiert darüber hinaus von einem verbesserten Auswahlwerkzeug.

Die Tabellenkalkulation KSpread scrollt nun zügiger, das Präsentationsprogramm KPresenter interpretiert Sondertasten wie [Ende] innerhalb eines Textkastens und die Textverarbeitung KWord kommt mit Listen im OpenDocument-Format besser klar. Neue Features enthält das Release nicht. KOffice-Nutzer sollten jedoch aufgrund der vielen Bugfixes auf die neue Version aktualisieren.

Die vierfarbfähige Grafik-Software Krita verfügt in der Release 1.4.2 über ein verbessertes Auswahlwerkzeug.

Kurz notiert

Die Entwickler der Jukebox Amarok haben das Buxfix-Release 1.3.2 freigegeben. Seit der Freigabe von 1.3.0 (wir berichteten) gab es zahlreiche Verbesserungen wie Unterstützung für den iPod Shuffle, ausgefeiltere Kontext-Menüs sowie einen neuen Lautstärke-Regler. Zudem haben die Entwickler Probleme in der Podcast-Funktionalität behoben und stellen nun wieder das GStreamer-Backend zur Verfügung, das aufgrund von Problemen mit dem Alsa-Soundsystem des Linux-Kernels deaktiviert worden war.

KDE 4 wird auch für Entwickler und Benutzer einfacher, die ihre Software am liebsten selbst übersetzten. Ein paar KDE-Entwickler arbeiten an der Ablösung der in die Tage geratenen Auto-Tools, um auf das Scons-basierte Python-Framework BkSys umzusteigen. Damit könnte der lästige Dreisatz ./configure && make && make install bald der Vergangenheit angehören und KDE 4 schneller kompilieren als sein Vorgänger.

KDE Release-Helfer Stephan Binner arbeitet zukünftig für Novell/Suse. Er betreut eine Reihe von Paketen und treibt die Integration von KDE in Distributionen der Nürnberger voran. Binner begann im Projekt als Entwickler am Terminal-Emulator Konsole und entlastet Adrian Schröter, der sich nun verstärkt um das OpenSuse-Projekt kümmert.

Das Entwickler-Team, das KHTML/WebCore auf die Nokia Series 60 Plattform portierte, will mit dem KHTML-Team zusammenarbeiten. Das kündigten die Mitglieder des Teams auf der KDE-Entwicklerkonferenz "aKademy" vor einigen Wochen an. Einige Monate zuvor war Apple bereits einen Schritt auf die Community zugegangen und hatte Zusammenarbeit angekündigt. Die Nokia-Entwickler zeigten sich auf der Konferenz beeindruckt von der Atmosphäre in der Community.

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