IPCop 1.4.8 LinuxUser-Edition

Alles unter Kontrolle

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Bandbreitenmanagement und die Kontrolle von Filesharing-Aktivitäten im Netz sorgen bei IT-Verantwortlichen oft für schlaflose Nächte. Die IPCop-LinuxUser-Edition löst diese und andere Netzwerkprobleme auf einen Schlag.

Den Netzwerkverkehr in das Internet detailiert zu regeln, bei dieser Aufgabe geraten Hardware-Router – speziell in den unteren Preisklassen – schnell an ihre Grenzen. Diese stellen oft nur rudimentäre Port-Filter bereit. Die VPN-Funktion bauen die Hersteller ohnehin erst in der gehobenen Preisklasse in die Geräte ein.

Der auf Linux from Scratch (LFS) basierter Software-Router IPCop [1] (Abbildung 1) ist in dieser Hinsicht deutlich flexibler. Ein ausgemusterter Rechner mit einer 90-MHz-CPU, eine Festplatte mit wenigstens 500 MByte sowie zwei Netzwerkkarten reichen als Grundlage. Das System stellt von Hause aus eine Reihe von Kontrollfunktionen und Filter bereit, die durch Addons in der vorliegenden Version nochmals deutlich erweitert wurden.

Abbildung 1: IPCop kontrolliert den Datenverkehr zwischen den Netzen sehr detailliert.

Die Modifikationen im Überblick:

  • P2pblock: Sperrt Netzwerkverkehr zu Tauschbörsen
  • QoS: Verteilen der Bandbreite auf verschiedene Dienste (Traffic Shaping)
  • Advanced Proxy: Umfangreiche Verwaltungsoberfläche für den Proxy Squid
  • URL-Filter: Blockieren unerwünschter Web-Seiten
  • Doorman: Öffnen von Ports auf ein Signal hin
  • Sarg: Analyse-Tool für Squid-Logfiles
  • Fwlogs: Grafisches Aufbereiten von Firewall-Logs

Speziell das Verknüpfen eines Layer-7-Filters (Application Layer Filter) mit dem Traffic Shaper hilft, den Datenstrom im Netz zu bändigen. Mit dieser Kombination legen Sie fest, welchem Service – unabhängig vom verwendeten Port – welche Bandbreite zusteht. Da Filesharing-Programme auf beliebigen Ports arbeiten, stellen normale Paketfilter kein probates Mittel bereit, diesen Datenstrom zu kontrollieren oder zu verhindern.

Dieser Artikel beschäftigt sich in erster Linie mit den Besonderheiten der Version, die auf der Heft-CD integriert ist. Detailierte Informationen zur Installation und Konfiguration des IPCop finden Sie sowohl auf unserer Web-Seite [2] als auch auf dem Datenträger im Verzeichnis LinuxUser/ipcop/.

Installation

Beachten Sie, dass IPCop bei der Installation den kompletten Platz auf der Festplatte verwendet. Parallelinstallationen sind damit nicht möglich. Nach dem ersten Start erleichtert ein grafisches Setup die Grundkonfiguration. Nach Eingabe der Parameter startet die Installationsroutine den Rechner zwei mal neu. Nach dem ersten Neustart erfolgt das Einbinden der Addons; Veränderungen am Kernel erfordern den zweiten Neustart.

Nachträgliche Änderungen am Setup erreichen Sie über die Eingabe von setup in der Shell. Im laufenden Betrieb konfigurieren Sie die Distribution über ein Web-Frontend. Rufen Sie dazu im Browser http://IP-Adresse:81 auf, wobei Sie IP-Adresse mit der Adresse der Netzwerkkarte ersetzen, die Sie für die grüne Zone definiert haben.

Qualität garantiert

Das Addon QoS [3] ersetzt das Standardmodul von IPCop und erlaubt eine deutlich effektivere Bandbreitenkontrolle. Sie richten diesen ebenfalls im Web-Frontend (Abbildung 2) über den Menüpunkt DiensteQOS ein.

Generell handelt es sich bei Quality of Service (QoS) um eine Methode, bestimmten Protokollen oder IP-Adressen eine definierte oder garantierte Bandbreite zuzuweisen.

Starten Sie zum Beispiel einen umfangreichen Download, nimmt dieser im Normalfall die komplette Bandbreite für sich in Anspruch. Andere Dienste wie E-Mail oder Secure Shell (SSH) schränkt das in ihrer Funktion ein. Legen Sie jedoch mit QoS fest, dass POP3 eine garantierte Bandbreite erhält, funktionert das Abrufen der Mails auch bei großen Downloads problemlos.

Nach dem Fertigstellen der Heft-CD erschien eine aktualisierte Version des Addons, das Sie als Update von unserer Webseite [4] herunterladen.

Abbildung 2: Die Administrationsoberfläche zum Bandbreitenmanagement erlaubt auf zahlreichen Wegen ein Regulieren des Netzwerkverkehrs.

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