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Netz-Geheimnisse

Grundlagen: Linux im TCP/IP-Netzwerk

01.11.2005 ARP, DHCP, DNS, IP, MAC, PPP, TCP: Hinter den geheimnisvollen Kürzeln verstecken sich die wichtigsten Techniken, die Bits und Bytes den Weg durch das Internet weisen. LinuxUser klärt auf und verrät die Zusammenhänge.

Abbildung 5: Suses Yast zeigt die Einstellungen der Netzwerkkarte unter NetzwerkgeräteNetzwerkkarteKonfigurieren oder vorhandene ÄndernBearbeiten. Diese Karte reagiert auf die MAC-Adresse 00:11:11:af:eb:06 und besitzt die IP-Adresse 169.254.1.3.

Wenn Sie Ihren Rechner ans Internet anschließen, reicht es oft, Kabel zwischen den Netzwerkgeräten zu verlegen (siehe vorangehenden Artikel) und die Zugangsdaten des Providers einzutippen. Klappt das nicht wie vorgesehen, wird die Lage unübersichtlich: Viele Protokolle und Formate arbeiten zusammen, um Daten von Rechner zu Rechner zu übertragen. Eine gezielte Fehlersuche gelingt nur, wem wichtige Techniken und deren Zusammenspiel bekannt sind.

Das Internet vereint und verbindet viele inkompatible Netzwerke. Daher rührt der Name, er bedeutet etwa "Zwischennetz". Die Entwickler bedienten sich dabei eines bewährten Verfahrens: Teile und Herrsche. Sie teilten die Gesamtaufgabe (jeder soll mit jedem kommunizieren) in einfachere Teile, die sich leichter beherrschen lassen.

Das Schichtenprinzip

Die Daten, die durch das Netzwerk laufen, teilen sich in mehrere Schichten. Das funktioniert wie beim Versenden eines Briefs: Der Text gilt als oberste Schicht, die nächsttiefere Schicht ist die Adresse auf dem Briefkopf. Die Post interessiert beides nicht, sie betrachtet nur den Umschlag und die darauf abgedruckte Adresse. Je nach Netzabschnitt verpackt sie den Brief weiter in Postsäcke, Container und andere Behältnisse, die sie per Bahn, Lkw oder Flugzeug transportiert (unterste Schicht).

Netzwerke verhalten sich ähnlich. Die unterste Schicht spezifiziert Signale, Stecker und Kabel. Damit können Hersteller kompatible Netzwerkkarten entwickeln, egal welche Protokolle und Daten in den höheren Schichten laufen. Um beim Vergleich zu bleiben: Den Lkw (unterste Schicht) und den Postsack interessiert nicht, was Sie in Ihren Brief geschrieben haben (oberste Schicht).

Tipp

Netzwerk-Experten geben den Schichten (engl. "Layer") im Protokollstapel gerne Nummern. Die im Text angesprochene physikalische Schicht heißt Schicht 1, IP liegt auf Schicht 3 und TCP auf Schicht 4. Laut Modellvorstellung gibt es sieben Layer, in der Realität des Internet sind aber meist nur vier davon anzutreffen – daher gibt es neben dem etablierten siebenschichtigen OSI-Modell auch das vierschichte DoD-Modell.

Streckenabschnitt

Die unterste Schicht (auch physikalische Schicht oder Bitübertragungsschicht genannt) bringt außerdem die auszutauschenden Daten in eine für die Übertragung geeignete Form. Während die physikalische Schicht (zum Beispiel Ethernet) die Daten nur von einem Ende des Kabels zum anderen übermittelt, sorgt die Netzwerkschicht (etwa IP) dafür, dass sie durch das Internet ihren Zielrechner finden.

Die Transportschicht wählt dann innerhalb des Rechners den gewünschten Dienst und kümmert sich – im Falle von TCP – darum, dass alle Daten wohlbehalten und in der richtigen Reihenfolge ankommen. Falls doch ein Paket verloren geht, sorgt TCP dafür, dass der Absender es erneut übermittelt. Damit sind die wichtigsten Protokolle der TCP/IP-Suite genannt: TCP, das Transmission Control Protocol und IP, das Internet Protocol.

TCP und UDP

Statt mit TCP/IP arbeiten viele Anwendungen mit UDP/IP. Das User Datagram Protocol arbeitet verbindungslos, es sendet jedes Paket einzeln auf die Reise und kümmert sich nicht darum, ob es ankommt. Diese Eigenschaft eignet sich für viele Dienste besser als das aufwändigere TCP, das für korrekte Zustellung sorgt und bei Übertragungsfehlern die Daten so oft sendet, bis sie tatsächlich angekommen sind.

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