Gnomogramm

01.11.2005

Kurz notiert

Nur einen Monat nach Version 0.4.2 des Vektorgrafik-Progamms Inkscape (http://www.inkscape.org) erschien bereits das Update auf 0.4.2.2. Probleme mit der Installation veranlassten die Entwickler zu diesem Schritt. Neue Funktionen besitzt das Release jedoch nicht, lediglich die Fehler wurden korrigiert.

Gleichzeitig erschien eine aktualisierte Version des Inkscape-Benutzerhandbuchs. Das Dokument deckt jetzt 90 Prozent der Benutzeroberfläche ab. Das nützliche Werk gibt es unter http://tavmjong.free.fr/INKSCAPE/MANUAL/html/. Allerdings bedürfen die Anfangskapitel noch einer Überarbeitung, auch Beispiele fehlen stellenweise. Die nächste Ausgabe des Handbuchs wrid es voraussichtlich erst mit Erscheinen von Version 0.4.3 geben.

Pünktlich zum neuen Release steht der Gewinner der Gnome Splash Screen Competition fest. Die Wahl der Juroren fiel auf "Gnome in silk – evolving 2". Besonderen Gefallen fand die Experimentierfreude des Künstlers mit dem Gnome-Logo: Es löst sich wie eine Brausetablette auf. Ein kleiner Trost für jene, deren Beitrag zur Competition keine Chance hatte: Es besteht immer noch die Hoffnung, vielleicht als Splash Screen für die kommende Entwickler-Version 2.13 gewählt zu werden.

Dieses Motiv gewann den Wettbewerb der Splash-Screens für Gnome 2.12.

Im Rahmen des FUSS-Projektes migrierten die Schulen in der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol http://www.provinz.bz.it/aprov/ zum neuen Schuljahr ihre 2 460 Rechner von Windows XP zu Debian Linux mit Gnome. Die Umstellung aller 70 Schulen erfolgte in nur zwei Monaten. Darüber hinaus verteilt die Verwaltung 20 000 Linux-Live-CDs an alle Schüler, damit sie auch auf dem heimischen PC Linux benützen können. Der offizielle Start Anfang September wird mit 40 Installations-Parties geferiert, um Schülern und Lehrern das neue System näher zu bringen.

Das Online-Magazin Gnome Journal (http://gnomejournal.org) beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe unter anderem mit den Gnome-Projekten, die an Googles Veranstaltung "Summer of Code" teilnahmen. Die Autoren stellen außerdem das Fernwartungsprogramm Vino vor und gewähren einen Einblick in den Music Player Banshee. Daneben berichtet die Website über die Erfahrungen eines Internet-Centers für Flüchtlinge und Emigranten in Linz, das Debian Thin-Clients mit Gnome-Oberfläche einsetzt.

Immer ein einwandfreies Schriftbild

Das kleine pythonbasierte Programm Fontpage(http://www.pcbypaul.com/linux/FONTpage.html) erleichtert Ihnen das Installieren oder Entfernen von Schriften. Auch eine Vorschau mit Beispieltext bietet das Programm: Dabei können Sie neben der Schrift- auch Vorder- und Hintergrundfarbe frei wählen und den Text in fetter oder kursiver Schrift darstellen lassen.

Gefällt Ihnen ein Schriftzug besonders gut, bietet Fontpage die Option, ihn als Bild im PNG-Format zu speichern. Auf diese Weise erstellen Sie rasch Logo-Grafiken, beispielsweise für eine Web-Seite.

Die Funktionen zum Installieren und Löschen von Schriftarten sind neu in der aktuellen Version 0.2. Möchten Sie eine Schrift installieren, prüft Fontpage, ob es sich dabei um eine TrueType-Datei handelt und legt diese im Font-Verzeichnis des Anwenders ab. Anschließend liest das Programme die Schrift in seinen Cache ein.

Mehr als eine Vorschau: Mit Fontpage lassen sich Schriftzüge auch als Bild speichern und beispielsweise als Logos verwenden.

Qualitätsmanagement einmal einfach

Checklisten sind ein effizientes Mittel zur Qualitätssicherung: Sie stellen sicher, dass man keinen Arbeitsschritt vergisst. Mit dem Programm QA-Assistant (http://qa-assistant.berlios.de), der jetzt in der Version 0.4.90.3 vorliegt, können Sie solche Listen bequem elektronisch führen.

Zurzeit liefert das Programm nur vorgefertigte Checklisten, die die Erstellung von RPM-Paketen und Software-Tests beschreiben. Da es sich bei den Listen aber um XML-Dateien handelt, kann jeder Anwender mit etwas Geschick eigene Checklisten-Vorlagen erstellen. Weitere Check-Boxen lassen sich bei einer bestehenden Vorlage einfach über die Programmoberfläche anlegen – allerdings kann man eine Check-Box nicht auf die gleiche Art und Weise entfernen. Hierzu müssen Sie die XML-Datei von Hand bearbeiten.

Pull-Down-Menüs beschreiben den Status des jeweiligen Arbeitsschritts. Aus diesen Werten erstellt QA-Assistant bei Bedarf einen Statusbericht. Dabei handelt es sich um eine reine Textdatei, die das Programm auf Wunsch auch mit GPG signiert. Diese Signatur sagt allerdings nichts über die Vollständigkeit eines Berichts aus.

Mit QA-Assistant lässt sich beispielsweise die Erstellung eine RPM-Pakets Schritt für Schritt abhaken und dokumentieren.

Elf Freunde müsst Ihr sein

Computerspiele, die den Spieler in die Rolle eines Sportmanagers versetzen, erfreuen sich großer Beliebheit. Mit Byfoot (http://bygfoot.sourceforge.net/) schwappt diese Welle jetzt auf Linux über.

Das Programm kennt die Liga-Listen von 16 Fußballnationen. Der Anwender kann wählen, ob er sein Glück lieber in der australischen A-League, der italienischen Serie-A oder doch lieber in der deutschen Bundesliga versuchen will. Ist die Wahl getroffen, kann der frischgebackene Manager sein Team trainieren, Spieler kaufen oder verkaufen, Sponsorenverträge abschließen oder seinen Physio-Therapeuten feuern – das ganze Spektrum des Fußballzirkus.

Die eigentlichen Spiele stellt das Programm in einem Ticker, ähnlich einer Radio-Reportage dar. Animierte Figuren, die auf dem Feld kicken, gibt es zwar nicht, doch dem Spielspaß tut das keinen Abbruch.

In der aktuellen Version 1.9.1 kann der Spieler im übrigen jetzt den Nachwuchs fördern und Sponsorenverträge einfahren.

Fußball-Simulation mit Byfoot: Endlich einmal fühlen wir uns wie Rainer Calmund.

Gnome – Neues an der Oberfläche und unter der Haube

Nach sechsmonatigem Entwicklungszyklus erschien nun Gnome 2.12 (http://gnome.org/start/2.12/) in über 40 verschiedenen Sprachen. Den meisten Anwendern springt sicherlich zunächst das neue Standard-Theme namens ClearLook ins Auge, doch auch unter der Oberfläche hat sich einiges getan: Zieht der Anwender beispielsweise einen markierten Text in ein Nautilus-Fenster, legt das Programm sofort eine entsprechende Textdatei an. Außerdem zeigt Nautilus nun auch bei Textdateien eine Vorschau, wie man es bereits von Bildern gewohnt ist. Ebenfalls überarbeitet wurde der Webbrowser Epiphany: Er unterstützt jetzt das Druck-Framework von Gnome und macht es möglich, Lesezeichen im Netzwerk gemeinsam zu verwenden.

Auch den Mail- und Groupware-Client Evolution werteten die Entwickler deutlich auf. Das Programm kann nun mit Groupware-Proxies und IMAP-Konten umgehen. Außerdem beherrscht es die Inline-PGP-Verschlüsselung und Signatur. Die Zwischenablage verhält sich nun vernünftig: Ihr Inhalt verschwindet nun nicht mehr im Nirvana, wenn das Quell-Fenster des jeweiligen Inhalts geschlossen wird.

Systemverwalter werden sich besonders über Optimierungen der Benutzerverwaltung freuen, die einen reibungslosen Einsatz des Verwaltungsprogramms Sabayon ermöglichen. Auch das neue Tool zum Starten von Systemdiensten wie SSH erleichtert dem Administrator die Arbeit.

Die einfachste Möglichkeit, einen Blick auf die neue Version zu werfen, stellt die Gnome-Live-CD dar. Unter http://torrent.gnome.org lässt sich das 640 MB-Archiv per Bittorrent hernterladen. Einen ausführlichen Artikel zu den Features von Gnome 2.12 finden Sie ab Seite 82 in diesem Heft.

Systemdienste bequem grafisch konfigurieren: Das ist nur eine der Neuerungen in Gnome 2.12.

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