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Hörtraining

GNU Solfege 3.0.0

01.11.2005 Das Trainieren des eigenen Gehörs ist nicht nur für Musiker interessant. Auch reine Konsumenten akustischer Genüsse haben mit Solfege ihren Spass an Intervallen, Skalen und Akkorden.

Es soll Leute geben, die wie einst Mozart über ein absolutes Gehör verfügen und Tonhöhen nicht nur unterscheiden können, sondern diesen auch noch die korrekten Namen zuordnen. Weniger Begabte benennen noch Intervalle, also relative Tonhöhenunterschiede, korrekt – die große Mehrheit aber ist selbst damit überfordert.

Möchten Sie Ihr Gehör ein wenig trainieren, hilft Solfege [1] weiter: Das Tool macht es möglich, Akkorde, Intervalle und Skalen (Tonleitern) zu erlauschen und das Rhythmusgefühl zu verbessern. Der Name Solfege basiert übrigens auf Solmisation [2], einer traditionellen Technik, sich Töne einzuprägen.

Auftakt

Solfege setzt auf Python, also ist eine Python-Installation unumgänglich. Die aktuelle Solfege-Version 3.0.0 beziehen Sie als Quellcode von der Homepage des Programms [1]. Da die für Suse und Debian erhältlichen Pakete nicht nur veraltet sind, sondern im Test auch nicht funktionierten, gilt es, selbst Hand anzulegen.

Unter Suse Linux 9.3 benötigen Sie zum Installieren von Solfege einige zusätzliche Pakete. Dazu zählen etwa gcc-c++, texinfo, glib2-devel, pkgconfig, python-gtk und python-devel. Darüber hinaus brauchen Sie den "Simple Wrapper and Interface Generator" – kurz Swig – sowie das Midi-Programm timidity. Debian-Nutzern verwenden ebenfalls die wichtigen Python- und GTK-Pakete, aber auch timidity und die libglib2.0-dev. Leider ließ sich das Programm nur im Root-Modus starten.

Den Quellcode von Solfege installieren Sie über die bekannte Befehlsfolge ./configure && make && su -c "make install", die ausführbare Datei landet dann – wie unter Linux üblich – im Verzeichnis /usr/local/bin.

Phrasierung

Sie starten den neuen Audio-Trainer mit dem Befehl solfege in einer Konsole. Das daraufhin erscheinende Fenster (Abbildung 1) gibt sich zwar übersichtlich, lässt sich jedoch zunächst nicht vergrößern. Um das zu ändern, wählen Sie den Punkt Einstellungen im Menü Edit und benutzen Sie den Reiter graphische Oberfläche, wo Sie ein Häkchen beim Eintrag User resizeable main window machen. Die Trainingsprogramme starten Sie über den Menüpunkt Practise, die Tests rufen Sie über das gleichnamige Menü auf. Sinnvollerweise absolvieren Sie in Solfege zunächst Trainingsprogramme bevor Sie sich den Tests unterziehen. Um sie zu bestehen, müssen Sie 90% der Fragen korrekt beantworten.

Abbildung 1: Das Hauptfenster von Solfege fällt recht übersichtlich aus und enthält Links, über die Sie auch die Hilfeseiten erreichen.

Solfege versucht, zum Vorspielen direkt auf MIDI-Hardware respektive auf die durch den Soundkartentreiber bereitgestellte MIDI-Emulation zurückzugreifen. Im Test ließ sich das Programm allerdings auf diesem Weg nicht zum Klingen bewegen: Benutzen Sie also lieber den externen Player timidity.

Öffnen Sie dazu via Edit | Einstellungen den Konfigurationsdialog (Abbildung 2). Im Karteireiter Klangsetup geben Sie rechts neben .midi file player den Pfad zu Timidity an und setzen ein Kreuzchen bei Use external midiplayer.

Die übrigen Karteireiter des Dialoges ermöglichen unter anderem das Auswählen des zum Vorsingen zu verwendenden Instrumentes (midi stuff). Im Reiter Benutzer geben Sie den höchst- und tiefstmöglichen Ton an, den Sie singen können; unter Übungen bestimmen Sie, ungelöste Fragen einfach zu überspringen.

Abbildung 2: Über den Konfigurationsdialog legen Sie bei Bedarf einen externen Player für die Sound-Ausgabe fest.

Tipp

Haben Sie den größten Teil der Musiktheorie aus der Schule inzwischen vergessen oder verdrängt? Zumindest zu Intervallen bringt Solfege gleich Nachhilfe (Abbildung 3) mit, die Sie über Datei | Theory | Intervals anfordern. Falls das nicht genügt: Im Zweifelsfall helfen auch Wikipedia [3] oder ein gutes altes Musikbuch weiter.

Abbildung 3: Fühlen Sie sich in der Musiktheorie nicht mehr ganz sicher, können Sie direkt bei Solfege nachschlagen.

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LinuxUser 03/2012

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