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Brückenschlag

Fünf WLAN-Ethernet-Adapter im Test

01.11.2005 Wireless LAN ganz ohne Treiber versprechen WLAN-Ethernet-Adapter, die wie eine Brücke die Daten vom drahtlosen ins drahtgebundene Netz übertragen. Die Redaktion testete fünf Geräte für den mobilen und stationären Einsatz.

WLAN-Karten und -Adapter bereiten unter Linux oft Probleme, weil die jeweiligen Modelle oft nur wenige Wochen oder Monaten in den Läden stehen. Zudem verändern Hersteller die Hardware, ohne es auf dem Karton zu vermerken, um die passenden Treiber darf sich die Linux-Gemeinde ohnehin selbst kümmern. Mit ein wenig Glück funktionieren die generischen Treiber der einzelnen Chip-Hersteller – von den Herstellern des WLAN-Adapters selbst erwartet niemand Hilfe.

Als Alternative zum WLAN-Treiber-Chaos kommen Ethernet-Adapter mit einem WLAN-Sender an. Diese schließen Sie einfach an die Netzwerkkarte des Computers an und leiten damit sämtlichen Datentransfer vom WLAN ins drahtgebundene Netz und umgekehrt. Aktuelle WLAN-Ethernet-Adapter arbeiten ausnahmslos mit den WLAN-Standards IEEE 802.11b (11 MBit/s) und IEEE 802.11g (54 MBit/s), so auch die fünf ausgewählten Testgeräte.

Buffalo WLI3-TX1-G54

Der 54 Mbps Wireless Ethernet Converter WLI3-TX1-G54 von Buffalo fällt bereits durch seine Bauform auf: Das Gehäuse verjüngt sich zum abnehmbaren Gerätefuß hin, sodass sowohl der Stromanschluss als auch das Ethernet-Kabel nicht wie sonst üblich nach hinten über stehen.

Laut Hersteller gelingt das Einrichten des WLAN-Adapters besonders einfach, da das Gerät über das Airstation One-Touch Secure System (AOSS) verfügt. Dabei übermittelt ein kompaktes Signal alle wichtigen Daten wie SSID, Schlüssel und WLAN-Kanal an das Gerät.

Da es sich bei AOSS um einen proprietären Standard handelt, den kein anderes Gerät im Test und auch keiner der Router aus dem Hardware-Labor unterstützte, erfolgte die Konfiguration per Web-Browser. Der Benutzername lautet root; ein Passwort setzt der Hersteller nicht.

Von privaten IP-Adressbereichen hat Buffalo offenbar noch nichts gehört: Die Firma liefert den Adapter standardmäßig mit der IP-Adresse 1.1.1.1 aus – de facto routet niemand Adressen aus diesem Class-A-Netz, eine Garantie gibt es dafür jedoch nicht.

Der Hersteller sollte sich besser an die etablierten Standards halten und mit dem freien Class-A-Netz bei 10.0.0.0 oder besser noch wie üblich in einem Class-C-Netz aus 192.168.0.0 bis 192.168.255.0 arbeiten – hier eröffnet sich für Buffalo also noch Raum zum Nachbessern.

Das Handbuch und die Online-Hilfe des Web-Frontends sind nicht so ausführlich, wie es wünschenswert wäre. So existiert keinerlei Hinweis darauf, dass die Hardware den 13 Byte langen WEP-128-Schlüssel hexadezimal und ohne jegliche Trennzeichen zwischen den Bytes erwartet.

Weiterhin verweirft das Gerät bei einem Eingabefehler alle bereits getätigten Einstellungen, also auch die eingegebene SSID. Der kleinste Tippfehler führt also dazu, dass Sie die gesamte WLAN-Konfiguration wiederholen dürfen. Ein Umstellen der eigenwilligen IP-Adresse des WLAN-Adapters auf eine private Adresse oder auf DHCP erlauben erst die erweiterten Einstellungen.

Abbildung 1: Das Web-Frontend des Buffalo WLI3-TX1-G54 wirkt aufgeräumt, weist aber einige Schwächen bei der Bedienbarkeit auf, da es bei einem Fehler die gesamte Konfiguration verwirft.

Die IP-Adresse des Adapters spielt allerdings nur beim ersten Einrichten eine Rolle. Im Normalbetrieb verhält sich das Gerät von Buffalo völlig transparent – weder der Rechner noch der Router bemerken den Adapter. Es scheint so, als sei die Netzwerk-Interface des Computers eine WLAN-Karte.

Daher arbeitet der Buffalo-Adapter auch ohne weiteres mit einem Ethernet-Switch zusammen, um etwa eine ganze Reihe Computer über drahtloses Netz mit dem Router zu verbinden.

Das Ethernet-Kabel aus dem Zubehör des Buffalo-Adapters eignet sich allerdings nicht zum Vernetzen: Der Strang mit Flachband-Profil verfügt über keine Abschirmung und sammelt förmlich jegliche Störungen aus dem Umfeld auf. Als Pluspunkt wirkt der mitgelieferte Wandhalter: Der WLAN-Adapter lässt sich von rechts und von links darin befestigen.

Auch das externe Netzteil gefällt. Mit einem Anschluß über ein Euro-Netzkabel verhindert der Hersteller das übliche Gedränge an der Mehrfach-Steckdosen.

D-Link DWL-G730AP

Der D-Link DWL-G730AP kombiniert gleich drei Geräte auf engstem Raum: Einen Access Point (AP), einen WLAN-Ethernet-Adapter (Client) und einen WLAN-DSL-Router (RT). Über die jeweilige Funktionsart entscheidet ein kleiner Schalter auf der Unterseite der Hardware.

Ein Umschalten in einen anderen Modus setzt voraus, dass Sie das Gerät komplett aus und wieder einschalten. Es empfiehlt sich zudem, den Browser zu schließen und den Cache zu leeren, damit nicht versehentlich noch Anmeldedaten oder Konfigurationsseiten aus dem vorherigen Modus im Speicher liegen. Andernfalls besteht die Möglichkeit, dass in verschiedenen Dialogen des Einrichtungsassistenten Beschreibungen fehlen oder Felder unvollständig erscheinen.

In den Modi Access Point und WLAN-Ethernet-Adapter meldet sich der Ethernet-Anschluss des D-Link-Geräts mit der IP-Adresse 192.168.0.30. Die WLAN-Einstellungen nehmen Sie über einen Web-Browser vor – der Benutzername lautet admin, ein Passwort wurde werkseitig nicht gesetzt.

Abbildung 2: Der D-Link DWL-G730AP kombiniert Access Point, WLAN-DSL-Router und WLAN-Ethernet-Adapter in einem kompakten Gerät.

Das Einrichten des DWL-G730AP als DSL-Router erfolgt über WLAN, da der Ethernet-Port nur ein DSL-Modem akzeptiert. Konfigurationsanfragen nimmt das Gerät dort nicht entgegen. Versetzen Sie die WLAN-Karte des Rechners oder Notebooks daher mit der SSID default in den Managed-Mode und konfigurieren Sie das Interface manuell mit einer IP-Adresse aus dem Class-C-Subnetz 192.168.0.0. Die IP-Adresse des D-Link-Routers lautet wieder 192.168.0.30.

Auch in Kombination mit Devolos Ethernet-Modem Microlink Fun LAN zum Analog-Modem-Router eignet sich der DWL-G730AP, da die Service-ID frei konfigurierbar ist.

Als WLAN-Ethernet-Adapter verhält sich die Hardware völlig transparent für alle angeschlossenen Geräte. Der D-Link-Adapter benötigt nicht einmal eine IP-Adresse aus aus dem Adress-Pool des jeweiligen Netzwerks. Gleiches gilt für den Access-Point-Modus: Hier stellt der Adapter eine Brücke zwischen Ethernet und WLAN sowie den angeschlossenen Geräten her. Im Router-Betrieb tragen Sie den DWL-G730AP als Gateway bei allen Rechnern ein.

Das Gerät eignet sich aufgrund seiner Abmessungen genauso gut für den mobilen wie stationären Einsatz. D-Link liefert neben einer Tragetasche ein Netzteil, einen USB-Stromadapter für den Mobilbetrieb und ein Flachband-Ethernet-Kabel mit. Letzteres kommt leider wie beim Buffalo-Adapter völlig ungeschirmt daher. Sie sollten es zumindest beim stationären Einsatz unbedingt gegen ein hochwertiges, geschirmtes Kabel austauschen.

Einzig ein Wandhalter fehlt im Lieferumfang. Mit einem Stück Schaumstoff und zwei Powerstrips lässt sich das D-Link-Gerät jedoch problemlos an der Wand befestigen. Weiter existiert keine Anschlussmöglichkeit für eine externe Antenne und die interne erschien vergleichsweise leistungsschwach. Bereits wenige Meter entfernt brach immer wieder die Verbindung ab.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


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LinuxUser 03/2012

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