Mit neuem Feuer
Firefox in der Version 1.5
Arbeit am Unterbau
Obwohl sich Firefox besonders durch seine Zusatzfeatures auszeichnet, bleibt das "Kerngeschäft" eines Browsers die Anzeige von Webseiten. Firefox benutzt dafür die bewährten Mozilla-Engine Gecko. Auch in diesem Bereich ist die Entwicklung nicht stehen geblieben: Die eigentlich längst überfällige Unterstützung von SVG-Grafiken, die bisher unter Linux nur in einer speziellen Version von Mozilla zur Verfügung stand, gehört nun zum Standard, da Firefox 1.5 die neueste Gecko-Version beinhaltet.
SVG steht für Scalable Vector Graphics. Dabei handelt es sich um ein XML-Datenformat, das Bilddaten nicht wie Bitmaps Bildpunkt für Bildpunkt festlegt, sondern das die Umrisse von Formen über Vektoren definiert. Es ermöglicht damit glatte Linien unabhängig von der Auflösung (Abbildung 3). Bisher waren Zeichnungen im Internet problematisch: Für die Darstellung in zufriedenstellender Qualität waren große Dateien nötig.
Detailarbeit leisteten die Entwickler in der Umsetzung von CSS2 und Teilen der neuen CSS3-Spezifikation (CSS = Cascading Style Sheets, Sprache zur optischen Gestaltung von HMTL). Darunter befindet sich auch ein nettes Eye-Candy: Die Webseite kann nun die Form des Mauszeigers festlegen.
Wenn die Dateinamen von Grafiken Sonderzeichen enthielten, obwohl die Seite insgesamt mit dem Zeichensatz ISO 8859-1 codiert war, konnte Firefox die Grafik bisher nicht anzeigen. Die Programmautoren haben diese Einschränkung nun beseitigt, obwohl eigentlich Webdesigner solche problematischen "Eigenheiten" vermeiden sollten. Doch die Realität sieht leider oft anders aus: Noch immer gibt es im Internet viele Seiten, die nicht-standardkonformen HMTL-Code verwenden.
Niemand ist damit gedient, wenn Seitenbetreiber ihre Internetauftritte nur auf einen Browser zuschneiden: Kaum ein Seitenbetreiber hat ein Interesse, Benutzer einfach auszusperren. Unter "Help | Report Broken Web Site" haben die Firefox-Entwickler ein Tool eingebaut, das es ermöglicht, die Adresse von Seiten, die Firefox nicht richtig darstellt, an die Community zu senden. Dieses Feedback möchte das Entwicklerteam nutzen, um bei den entsprechenden Websites Überzeugunsarbeit zu leisten. Dabei geht es auch darum, proprietäre Elemente aus den Internet-Standards herauszuhalten.
Aus dem Vollen schöpfen
Natürlich wurde mit Version 1.5 das Rad nicht neu erfunden. Das war auch nicht nötig: Firefox verfügt schon seit langem über eine Fülle nützlicher Features. So steht inzwischen eine fast unüberschaubare Menge an Erweiterungen zur Verfügung. Leider kann gegenwärtig die Beta-Version fast keine von diesen nutzen, da der Kompatibiltätscheck sie zurückweist. Firefox-Extension sind an bestimmte Browser-Versionen gebunden. Es liegt also bei den Autoren der Erweiterungen, ihre Entwicklungen für die neue Firefox-Version freizugeben. Erfahrungen mit bisherigen Releases berechtigen zu der Hoffung, dass es nach Vorliegen der Final-Version zügig vonstatten geht.
Das Addon-Portal für Firefox [2] stellt eine große Auswahl an Erweiterung übersichtlich nach Themen sortiert zur Verfügung. Die Installation erfordert nur einen Mausklick. Die Extensions lassen sich direkt vom Internet aus installieren, ein Speichern auf der Festplatte erübrigt sich. Fast alle Erweiterungen sind mit der letzten stabilen Version von Firefox (gegenwärtig 1.0.6) nutzbar. Wenn eine aktualisierte Version einer installierten Erweiterung auf dem Portal zur Verfügung steht, meldet Firefox dies über ein Icon hinter der Adressleiste.
Ähnlich komfortabel wie die Integration von Erweiterungen gestaltet sich der Download neuer Themes, mit denen Sie das Aussehen Ihres Browsers verändern können: Öffnen Sie mit dem Menüpunkt ExtrasThemes das Themes-Dialogfeld. Ein Klick auf Get new Themes öffnet das Themes-Portal in einem neuen Browserfenster.



