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Ordnung im Fensterchaos

Fenster anordnen mit Whaw

01.11.2005 Auf Bildschirmen mit geringer Auflösung überdecken sich oftmals Fenster, so dass man nicht sieht, was in den darunter liegenden Applikationen passiert. Whaw hilft beim Neuordnen des Fensterchaos.

Egal wie hoch die Bildschirmauflösung ist – nie reicht der Platz aus, um die zahlreichen Fenster optimal zu verteilen. Sollen Startleisten oder Fensterleisten frei bleiben, reduziert sich der ohnehin begrenzte Platz noch weiter. So passiert es dann, dass Fenster sich überlagern und dem Benutzer die Sicht auf darunter liegende Fenster versperren. Zwar bieten einige Fenster-Manager wie KWin (der Fenster-Manager von KDE) Einstellungen, über die Sie festlegen, wie Sie neu geöffnete Fenster anordnen – beim Auflösen eines bereits existierenden Fensterchaos hilft dies natürlich nicht gerade viel. Hier kommt Whaw [1] ins Spiel, ein praktisches Tool, auf das der folgende Artikel einen Blick wirft. Whaw ist ein window manager independent window layout tool, was übersetzt so viel wie fenstermanagerunabhängiges Fensteranordnungstool bedeutet und hilft beim Neusortieren bereits laufender Anwendungsfenster. Das Tool funktioniert nicht nur unter Gnome und KDE, sondern auch mit einfachen Fenster-Managern wie WindowMaker. Anstatt die Fenster manuell auf dem Desktop umher zu schieben, positioniert Whaw sie per Mausklick nebeneinander oder innerhalb eines vorher definierten Bereichs auf dem Desktop.

Der Glaser kommt ins Haus

Um Whaw zu nutzen, müssen Sie es zunächst aus dem Quellcode kompilieren. Laden Sie die aktuelle Version 0.1.2 herunter [2], entpacken Sie diese und installieren Sie das Programm mit dem bekannten Dreischritt ./configure && make && su -c "make install". Die ausführbare Datei befindet sich anschließend im Verzeichnis /usr/local/bin. Das Testsystem mit Suse Linux 9.3 verlangte vor dem Übersetzen der Quellen noch das Paket popt-devel, Debian benötigte neben libpopt-dev auch libxmu-dev.

Rein ins Chaos

Betrachten Sie die Ausgangssituation in Abbildung 1. Die drei Terminals überlappen sich, ein Gimp-Fenster sorgt für eine zusätzliche Überschneidung.

Abbildung 1

Abbildung 1: Am Anfang war das Chaos. Die Fenster liegen unsortiert herum – da hilft das fenstermanagerunabhängige Fensteranordnungstool whaw.

Damit der virtuelle Glaser an die Arbeit geht, tippen Sie whaw in die Konsole. Das Prozedere ist nun folgendes: Das Bewegen des Mauszeigers in die linke obere Bildschirmecke versetzt Whaw in Bereitschaft. Dabei wird der Mauszeiger zu einer Kompassrose, die in alle vier Himmelsrichtungen zeigt. Nun bewegen Sie die Maus am oberen Rand entlang nach rechts. Der Mauszeiger verwandelt sich erneut – dieses Mal in einen Doppelpfeil, der nach links und rechts weist. Sie haben also eine vertikale Umordnung ausgesucht. Nun gilt es, die neu zu ordnenden Fenster auszubauen: Dies geschieht durch einen Linksklick auf die ausgewählten Fenster. Angeklickte Fenster verschwinden in der Fußleiste, damit man Zugriff auf darunter liegende Fenster erhält. Wählen Sie auf diese Weise alle Fenster, die einer Neuanordnung bedürfen. Dann ziehen Sie bei gedrückter linker Maustaste einen Bereich auf, in dem Whaw die Fenster darstellen soll. Das Programm kümmert sich von selbst um die Skalierung und Positionierung: Abbildung 2 zeigt das Ergebnis der vertikalen Neuordnung im ausgewählten Desktop-Bereich. Um die Fenster über die gesamte Länge des Desktops zu gruppieren, reicht nach der Auswahl ein einfacher Rechtsklick auf den Desktop.

Abbildung 2

Abbildung 2: Mutiert der Mauszeiger zu einem Pfeil, der nach rechts und links zeigt, erfahren die Fenster eine vertikale Neuanordnung.

Soll die Neuanordnung horizontal erfolgen, bewegen Sie die Maus nach der Aktivierung von Whaw in die linke obere Ecke und dann am linken Rand entlang nach unten. Den korrekten Modus zeigt der Mauszeiger nun in Form eines nach oben und nach unten weisenden Doppelpfeils an. Das weitere Vorgehen geschieht analog zur vertikalen Variante.

Abbildung 3

Abbildung 3: Das verwirrt: Bewegen Sie die Maus von oben nach unten --also vertikal –, erzeugen Sie für die Fenster eine horizontale Neuanordnung.

Haben Sie versehentlich ein falsches Fenster für den Umbau gewählt, schieben Sie einfach den Mauszeiger erneut in die obere, linke Ecke. Whaw stellt daraufhin die Ausgangssituation wieder her, bleibt aber aktiv. Um das Tool zu deaktivieren, genügt ein Rechtsklick auf den leeren Desktop.

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LinuxUser 05/2014

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