Home / LinuxUser / 2005 / 11 / Editorial

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Office-Rebellen

Editorial

01.11.2005

Liebe Leserinnen und Leser,

Wer hätte das gedacht – ausgerechnet in heimischen Gefilden muss sich Microsoft dieser Tage mit einer offenen Revolte gegen eines seiner liebsten Kinder auseinander setzen: Der US-Bundesstaat Massachusetts hat beschlossen, ab 2007 nur noch offene oder wenigstens offengelegte Dokumentenformate zu benutzen. Bei Office-Anwendungen kommt dann nur noch das Open Document Format (ODF) der OASIS zum Zug, elektronisch publiziert wird nur noch als PDF.

Dieser Entschluss trifft die Boys aus Redmond da, wo es am meisten weh tut. Im Klartext bedeutet die Entscheidung der Ostküsten-Rebellen, dass Microsoft Office in spätestens zwei Jahren von 50 000 PCs in der Verwaltung des Commonwealth of Massachusetts fliegt. Lokale Unternehmen werden sich zwangsläufig anhängen, wollen sie mit der Regierung Geschäfte machen; möglicherweise ziehen ja sogar andere Bundesstaaten der USA nach.

Möglichen Ersatz für Microsofts Bürosoftware bietet OpenOffice, das ab der unmittelbar bevorstehenden Version 2.0 seine Dokumente nach der ODF-Norm ablegt; in Frage kämen aber auch ein halbes Dutzend andere Produkte, die den offenen Standard ebenfalls bereits adaptiert haben. Eben das ist genau im Sinne der Landesväter von Massachusetts, die ihre Bürger für das Lesen offizieller Dokumente nicht länger zum Erwerb teurer proprietärer Suiten zwingen wollen.

Damit kippelt einer der bedeutendsten Tragpfeiler des Software-Giganten aus Redmond bedenklich. Allein im letzten Geschäftsjahr setzte Microsoft gut 11 Milliarden US-Dollar mit Produkten für "Information Workers" (also Office und andere Bürosoftware) um, der resultierende Gewinn belief sich auf knapp 8 Milliarden Dollar. Nur vor diesem Hintergrund lässt sich verstehen, dass man sich in Redmond verbissen weigert, das hauseigene Produkt ODF-konform zu gestalten.

Dabei wäre das für Microsoft technisch ein Leichtes, basiert doch das Dokumentenformat des kommenden Office 12 ohnehin auf XML – genauso wie ODF. Freilich würde man damit 400 Millionen MS-Office-Anwendern die Möglichkeit geben, jederzeit auf alternative Produkte umzusteigen – und sogar obendrein noch das Betriebssystem zu wechseln: Zu den heute schon ODF-fähigen Büro-Suiten und Anwendungen zählt beispielsweise auch KOffice.

Dass Microsoft lieber das Risiko eingeht, eine wichtige Benutzergruppe zu vergraulen, als MS Office ein offenes und damit der Konkurrenz ausgesetztes Dokumentenformat zu spendieren, spricht Bände. Offensichtlich hält man in Redmond das eigene Produkt trotz seiner breit etablierten Basis nicht für fähig, im freien Wettbewerb zu bestehen.

Wenn Microsoft halsstarrig darauf besteht, statt mit Argumenten einmal mehr mit der Monopol-Karte aufzutrumpfen, kann das den Open-Source- und Linux-Anwender nur freuen. Matt Asay, Direktor von Novells Linux Business Office, hat das in einem Kommentar zum Thema auf den Punkt gebracht: "Lasst uns endlich von dieser Fixierung auf Microsoft loskommen. Die Frage ist doch nicht, was die tun – sondern was wir unternehmen. Open Source funktioniert von unten nach oben, nicht umgekehrt." Recht hat er – und was sich bei Linux und Open Source tut, lesen Sie wie jeden Monat auch diesmal wieder in LinuxUser. Viel Spaß dabei und

herzliche Grüße,

Jörg Luther

Chefredakteur

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

258 Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zum Autor

Jörg Luther

Jörg Luther

Jörg Luther arbeitet seit 1995 als IT-Journalist. Seine Vorliebe für das freie Betriebssystem lebt er privat in der LUG Erding und beruflich seit 2004 als Chefredakteur des LinuxUser aus.

Zum Blog von Jörg Luther →


Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...