Distribits

01.11.2005

Kurz notiert

Frank Ronneburg hat sein Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch (http://debiananwenderhandbuch.de) an das aktuelle Debian 3.1 (Sarge) angepasst. Es beschäftigt sich mit der Installation sowie Wartung der Community-Distribution. Zusätzlich führt der Autor in die Benutzung einiger wichtiger Programme ein. Breiten Raum nimmt das Kapitel über die Paketverwaltung ein. Das Anwenderhandbuch steht sowohl zum Online-Lesen als auch zum Download und als gebundenes Buch zur Verfügung. Gebunden kostet das Werk, das bei Addison-Wesley erschienen ist, 44,95 Euro, zusammen mit zwei DVDs 69,95 Euro.

Ein Team um Andreas Girardet hat das Projekt SuperSuse (http://www.slo-fi.de/linux/) ins Leben gerufen, das Suse Linux um Multimedia-Fähigkeiten und Treiber für besondere Hardware ergänzt. Weitere Schwerpunkte sind Verbesserungen in Aussehen und Geschwindigkeit, die Integration eines neuen schnellen X-Servers und die Entwicklung einer minimalistischen Installations-CD namens Slick. Das junge Projekt sucht noch Mitstreiter.

Gute Nachrichten für die Benutzer von Debian Testing: Ab sofort stellt das Entwicklerteam auch für diesen Zweig der Debian-Distribution Sicherheits-Updates bereit. Unter http://secure-testing-master.debian.net informieren die Entwickler über die Integration der Updates. Trotz der verbesserten Sicherheitslage ist Debian Testing nach wie vor nicht für den produktiven Einsatz gedacht.

Hewlett Packard (http://www.hp.com/de/) liefert in Zukunft Desktop-Computer und Notebooks mit vorinstalliertem Ubuntu Linux aus. Daneben vertreibt das Unternehmen weiterhin Hardware mit Suse Linux und Red Hat. Auch intern setzt HP auf das freie Betriebssystem: Die komplette E-Mail-Infrastruktur und das Instant-Messaging-System von HP laufen mittlerweile unter Linux.

Der Hardware-Lieferant Dell setzt künftig auf Mandriva: Das Unternehmen liefert das Notebook Latitude 110L mit einer angepassten Version von Mandriva Limited Edition 2005 aus. Derzeit verkauft Dell den Laptop nur direkt an Studenten in Frankreich; geplant ist aber ein Ausbau des Linux-Angebots.

Die Firma Free Electrons (http://free-electrons.com) vertreibt mit Kernel Kit eine für die Linux-Kernel-Entwicklung angepasste Version von Knoppix. Kernel Kit enthält eine integrierte Entwicklungsumgebung und bringt Compiler und Bibliotheken zum Cross-Compiling. Die Distribution steht auf der Free-Electrons-Homepage zum kostenlosen Download bereit.

Mandriva (http://www.mandrivalinux.com) stellte einen zweiten Release-Kandidaten der Distribution Mandriva Linux 2006 zum Testen bereit. Die meisten Änderungen betreffen das Konfigurationsprogramm DrakX, das Druckereinrichtungsprogramm Printerdrake funktioniert jetzt auch auf 64-Bit-Systemen. Die Entwickler haben den Kernel 2.6.12.6 mit Fehlerkorrekturen versehen und einige Korrekturen aus 2.6.13 übernommen. Als Compiler verwendeten Sie Mandriva Linux 2006 den GCC 4.0.1, mit dem sie auch alle Pakete gebaut haben.

Neuer Suse-Server

Auf der Novell Hausmesse Brainshare in Barcelona gab das Unternehmen erste Einzelheiten zum Suse Linux Enterprise Server 10 (http://www.novell.com/products/linuxenterpriseserver/) (SLES) bekannt. Die erste Alpha-Version ist noch im Oktober 2005 geplant; die ersten Betas folgen voraussichtlich im Januar 2006.

Novell rechnet für Mai 2006 mit einer finalen Version des Systems. SLES basiert auf dem Code von Suse Linux 10.1, das auch die Grundlage für den Novell Linux Desktop und den Open Enterprise Server bildet. Novell stellt für SLES ein Software Development Kit (SDK) mit Entwicklungsumgebungen für Mono, Eclipse und Java bereit.

In den nächsten Monaten plant das Unternehmen zudem ein Service Pack für den SLES 9, das neben Sicherheits-Updates eine Zertifizierung gemäß der Linux Standard Base 3 enthält. Es enthält darüber hinaus eine vereinfachte Version des neuen Sicherheits-Tools Apparmor.

Kompaktes Knoppix auf CD

Klaus Knopper und seine Mitstreiter haben die Version 4.0.2 von Knoppix (http://www.knoppix.org) freigegeben. Neben der DVD-Variante stellen sie diesmal wieder eine kompaktere CD-Version bereit. Die Zeit seit der Herausgabe der Linux-Tag-Edition nutzten die Entwickler, um zahlreiche Fehler zu beseitigen. Besonders schwierig gestaltete sich dabei das Auffinden eines Bugs im Union FS, das das virtuelle Schreiben auf eine Readonly-Medium erlaubt.

Knoppix basiert auf Debian 3.1 und bringt eine Reihe aktueller Programme mit. In der CD-Version fehlen gegenüber der DVD-Variante vor allem Entwicklungs-Tools. Auch liegt die CD-Version nur in den Sprachen Deutsch und Englisch vor.

Mit der aktuellen Knoppix-Version 4.0.2 stellen die Entwickler wieder eine CD-Version bereit.

Shuttleworth zur Zukunft von Ubuntu

Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hat in mehreren Beiträgen zu Mailing-Listen Überlegungen zu Ubuntu Linux 6.04 angestellt, das laut Plan im Frühjahr nächsten Jahres erscheint. Darin kündigte er an, dass das Projekt mit Version 6.04 den Support für die Desktop-Version auf drei, für den Server auf fünf Jahre erweitert.

Er schlägt vor, dass die Entwickler mit dem Einfügen neuer Funktionen in Zukunft etwas vorsichtiger sein und stattdessen ihr Augenmerk auf eine verbesserte Stabilität legen sollten. Als ersten Schritt schlägt er eine längere Freeze-Zeit vor, in der die Entwickler nur noch Fehler beseitigen, aber keine neuen Features mehr aufnehmen.

Shuttleworth stellt Ubuntu 6.04 in direkte Konkurrenz zu Windows Vista, das etwa zur gleichen Zeit erscheint. Er ruft deshalb die Entwickler auf, Ubuntu besonders attraktiv und sicher zu machen, damit es als Alternative zu Windows wahrgenommen wird.

Beta-Tester gesucht

Die Firmen Open Source Factory und Linuxland suchen Beta-Tester für ihre Debian-basierte Distribution Open/OS Corporate Linux. Das Produkt richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Interessierte Firmen können sich unter http://www.linuxland.de/news/news_container/betatest als Tester bewerben. Als Dankeschön gibt es über die Testphase hinaus einen einjährigen Gratis-Update-Service und Support für die Linux-Distribution.

Red Hat Enterprise Linux live

Tao Linux (http://taolinux.org) ist eines der zahlreichen Projekte, die aus den frei verfügbaren Quellen von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) eine komplette Distribution zusammen stellen und unterstützen. Daher lässt sich Tao Linux mit vielen Programmpaketen erweitern, die ursprünglich für Red Hat Enterprise Linux erstellt wurden.

Die Distribution zielt gleichermaßen auf Systemverwalter, die einen Server aufsetzen wollen, wie auf Benutzer, die ein stabiles, sicheres System benutzen möchten. Die Entwickler weisen jedoch darauf hin, dass Tao keine ähnlich gründliche Tests durchläuft wie RHEL und sich deshalb nicht für Umgebungen eignet, bei denen es auf höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit ankommt.

Die neueste Version 4.02 von Tao Linux ist erstmals auch als Live-CD verfügbar. Das erlaubt es Interessenten, sich ein Bild vom Umfang der Distribution zu machen. Optional kann man das Home-Verzeichnis auf einem USB-Datenträger speichern oder Tao Live auf der Festplatte installieren. Das System enthält ein Einsteigertutorial in Englisch und Französisch, die Möglichkeit.

Tao Live erlaubt einen gefahrlosen Blick auf ein Derivat der Enterprise-Variante von Red Hat.

LSB 3.0 verabschiedet

Die Free Standards Group und ihre Arbeitsgruppe Linux Standard Base (LSB) haben die LSB-Version 3.0 (http://www.linuxbase.org) fertig gestellt. Wie die Vorgänger verspricht sie Interoperabilität: Programmpakete laufen ohne Neukompilieren auf allen konformen Distributionen. Red Hat, Novell, die Debian Common Core Alliance und Asianux planen, ihre neuesten Systeme nach LSB zertifizieren zu lassen.

LSB 3.0 umfasst sieben Prozessorarchitekturen aus den Bereichen Intel, PowerPC sowie Mainframe. Die neue Norm teilt sich in die Module Kernel, C++ und Grafik auf. Die Linux Standards Base enthält neben genauen Spezifikationen auch Entwicklungs- und Testumgebungen, Bibliotheken und Beispiel-Implementationen sowie eine umfangreiche Dokumentation für Entwickler.

Die beteiligten Distributoren erhoffen sich vom gemeinsamen Standard eine breitere Akzeptanz von Linux-Systemen bei Soft- und Hardware-Herstellern, denen das Entwickeln für mehrere inkompatible Distributionen zu teuer und zu aufwendig ist. Die Dokumentation zur LSB steht in den Formaten RTF, HTML und Text zum Download auf den Seiten des Projekts zur Verfügung.

Kanotix geschrumpft

CPX-Mini (http://www.informatik.hu-berlin.de/~bading/cpx-mini/) ist eine eingedampfte Version des aktuellen Kanotix. Das nur 230 MByte große ISO-Image passt problemlos auf einen USB-Stick oder eine preiswerte Compact-Flash-Karte. Zur Installation auf einem Medium benötigt CPX-Mini ungefähr 560 MByte Plattenplatz.

CPX setzt auf Platz sparende Komponenten: Als Window Manager kommt Fluxbox zum Einsatz, der Dateimanager Rox kümmert sich um den Desktop. CPX enthält alle Kernel-Module und Treiber, um per WLAN ins Netz zu gehen. Das Programm Wellenreiter hilft beim Einrichten des entsprechenden Zugangs. Auch die Ausstattung mit Multimedia-Programmen ist sehr gut. Die Installation von der Live-CD auf ein USB-Medium oder die Festplatte geschieht mit Hilfe eines grafischen Installationsprogramms.

CPX-Mini legt den Schwerpunkt auf Multimedia-Anwendungen.

Mandriva-Variante aus Holland

Der niederländische Mandriva Club entwickelt mit MCN Live (http://mandrakeclub.nl/mcnlive/) eine Live-CD, die komplett aus brandneuen Paketen aus dem Cooker-Zweig des französischen Distributors besteht. Die aktuelle Version "Jordaan" bringt XFCE als Desktop mit und verwendet die neue, werbefreie Opera-Version 8.50 als Browser. Zahlreiche Multimedia-Anwendungen ermöglichen Musik- und Filmgenuss, zum Bearbeiten von Bildern ist ein aktuelles Gimp an Bord.

Das mit knapp 200 MByte erfreulich kompakte MCN Live lässt sich mit Hilfe eines grafischen Installationsprogramms auf einem USB-Stick einrichten und eignet sich somit gut als Distribution für unterwegs. Zur Zeit arbeiten die Entwickler an einer Version von MCNL, die das aktuelle KDE als Desktop verwendet.

Das Mandriva-basierte Live-System MCN Live aus den Niederlanden glänzt mit aktueller Software.

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