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Buchtipp

01.11.2005

Programmieren auf akademische Art

Sie können ein wenig coden, basteln sich gelegentlich das ein oder andere Programm zurecht, möchten aber ordentlich und schulmäßig programmieren lernen? Solides Grundwissen finden Sie im Buch "Sprechen Sie Java?" von Hanspeter Mössenböck: Hier erfahren Sie, was sich hinter einer Shift-Operation verbirgt, wozu globale Variablen gut sind und lernen die Grundzüge der objektorientierten Programmierung kennen.

Wie Sie Java auf Ihrem System installieren, konfigurieren und erste Programme zum Laufen bringen, erfahren Sie in diesem Buch allerdings nicht. Hier geht es um eine allgemeine Einführung ins systematische Programmieren, Java dient lediglich als konkretes Beispiel. Es empfiehlt sich, ergänzend ein etwas praktischer orientiertes Java-Buch zur Hand zu haben.

Der Autor ist Hochschullehrer, das Buch ein akademisches Lehrbuch. Für Praktiker, die gleich loslegen wollen, eignet es sich mit Sicherheit nicht. Auch an Begriffen wie Artefakt, Notation oder Generizität sollten Sie sich nicht stören. Professor Mössenböck bietet jede Menge Theorie – und das macht er gut. Nach dem Studium des Buchs kennen Sie eine Vielzahl von Software-Konzepten, die Ihren Programmierstil verbessern.

In den praktischen Übungen lernen Sie zudem echte Programmier-Klassiker kennen, beispielsweise die Primzahlensuche mit dem Sieb des Erathosthenes und die Berechnung der Fibonacci-Reihe. Legen Sie schon einmal Papier und Bleistift bereit – den Rechner brauchen Sie erst später hochzufahren.

Hanspeter Mössenböck Sprechen Sie Java? dpunkt-Verlag ISBN 3-89864-362-X 342 Seiten, 29 Euro http://www.dpunkt.de

Java.tif

OpenOffice mit Makros automatisieren

OpenOffice-Anwendungen den eigenen Bedürfnissen anpassen, wiederkehrende Aufgaben automatisch bearbeiten – das wünschen sich viele Benutzer. Der Autor René Martin beschreibt im vorliegenden Buch Grundlagen der Makro-Progammierung, inklusive OpenOffice-Basic und Enwticklungsumgebung. Auf die Programmierung von OpenOffice-Anwendungen wie Calc, Writer und Impress geht er mit Codebeispielen und Tipps jeweils separat ein.

Die Zielgruppe ist mit Anfänger bis Profi erdenklich weit gefasst. Der Zugang zum Buch soll deshalb modular sein. Wer die Grundlagen nicht braucht, überspringt sie. Aufschlagen und loslegen also? Mit teils unvermittelten Einstiegen und Rückbezügen auf vorangegangene Kapitel ist das nicht immer leicht. Bei den Beispielen und Erklärungen zum Objektmodell der einzelnen Anwendungen scheint das ein oder andere Unterkapitel den direkten Weg aus dem Skriptenfundus des Autors ins Buch gefunden zu haben, was den Zugang erschwert. Ordentlich gegliedert zeigt sich der Einführungsteil.

Wer einen Einstieg in die Grundlagen der OpenOffice-Programmierung sucht, liegt mit dem Buch richtig. Der Fokus auf das Objektmodell ist ein plausibler Ansatz. Die Code-Beispiele sind allerdings teils dem Umstand geschuldet, alle Objekte beschreiben zu wollen, und wirken gelegentlich schwerfällig: Wer erzeugt und formatiert schon einen Text per Programmierung?

René Martin Open Office-Programmierung Hanser ISBN 3-446-40450-3 510 Seiten, 30 Euro http://www.hanser.de

openoffice.tif

CSS – wir haben ein Problem …

Der Name trügt ein wenig: Der "CSS-Problemlöser" dient nicht nur dem Troubleshooting im täglichen Umgang mit Cascading Style Sheets, sondern versucht auch den Spagat hin zu einer allgemeinen Einführung in die Layout-Sprache CSS. Das Buch richtet sich an Leser, die bereits über Erfahrungen mit HTML verfügen und die unter Umständen Basiskenntnisse in CSS besitzen.

Die Komplexität der angesprochenen Probleme variiert: Sie erfahren Banales, etwa wie Sie die Schriftgröße Ihrer Texte ändern oder Hintergrundbilder positionieren. Sie lernen aber auch, wie Sie mit CSS eine grafische Navigation erstellen oder ein mehrspaltiges Layout anlegen. Zusätzlich werden übergeordnete Fragen behandelt, die den Web-Designer plagen: Wie teste ich meine Web-Seite mit möglichst vielen Browsern? Wie bleibe ich bei Verstand, wenn ein hartnäckiger Fehler mein Layout zerstört?

CSS-Routiniers finden in dem Buch sicherlich nicht viel Neues, denn die theoretischen Grundlagen von CSS bleiben weitgehend unerwähnt. Auch einige Fragen, die beim Umgang mit CSS entstehen, bleiben offen. Einsteiger oder Gelegenheits-Web-Designer stoßen in dem Buch jedoch sicherlich auf eine passende Lösung für Ihr aktuelles Problem. ( Mathias Huber, Ulrich Bantle, Kristian Kißling/mhu)

Rachel Andrew Der CSS-Problemlöser dpunkt-Verlag ISBN 3-89864-348-4 358 Seiten, 35 Euro http://www.dpunkt.de

CSS.tif
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