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Moderne Dia-Show

Video-CDs aus Fotos erstellen

01.10.2005 Der surrende Diaprojektor mit den im Lichtkegel tanzenden Staubflocken hat ausgedient. Viel stilvoller führen Sie Urlaubsfotos mit einem DVD-Player am Breitbildfernseher vor. Mit dem MPEG-Encoder von Digikam bringen Sie die Bilder ins passende Format.

Der Siegeszug der Digitalkameras steht für bequemen Fotogenuss: Weder muss man in den Fotoladen pilgern, um sich vor dem Jahresurlaub mit Filmen einzudecken, noch ist man gezwungen seine Aufnahmen entwickeln zu lassen. Wer auf Papierabzüge verzichten kann oder gar will, um nicht mit unhandlichen Fotoecken zu hantieren, hortet seine Bilder in Ordnern auf der Festplatte.

Probleme ergeben sich erst dann, wenn es gilt, die Aufnahmen Freunden und Bekannten zu zeigen, um sie am Erlebten teilhaben zu lassen. Selbst wenn Sie ein Notebook besitzen, haben andere Menschen wohl kaum Lust, sich um dessen meist viel zu kleinen Bildschirm zu drängeln, um dort die Bilder anzusehen. Wesentlich gemütlicher schauen Sie die Bilder mit einem DVD-Player am Fernseher an. Der MPEG-Encoder der KDE-Kipiplugins [1] wandelt Fotos in das passende Format für VCDs, SVCDs oder DVDs um. Die so erstellten Video-Dateien brennen Sie beispielsweise mit K3b und nutzen die Datenträger als portable Dia-Show.

Installation

Wo sich der MPEG-Encoder bei Ihrer Distribution verbirgt, hängt von deren Alter ab. Bei den 0.6er-Versionen von Digikam [2] steckt der Filmemacher zumeist in einem Paket namens Digikamplugins. Damals gehörten gleich mehrere Plug-ins fest zu Digikam und waren nur aus der Kamera-Software heraus nutzbar. Als einziges weiteres KDE-Programm bot Showimg an, die Digikam-Plug-ins einzubinden. Damit auch weitere KDE-Programme auf die praktischen Funktionen zugreifen können, kam es zur Entwicklung der Kipiplugins (Kipi=KDE Image Plugin Interface). Die Digikam-Erweiterungen wanderten mit Version 0.7.0 der Kamera-Software in diese Plug-in-Sammlung und können nun theoretisch in jedes KDE-Programm eingebunden werden. Ein Beispiel dafür ist der Bildbetrachter Gwenview [3], dessen Plug-in-Menü die Abbildung 1 zeigt.

Je nachdem, ob Ihre Distribution Digikam in einer 0.6er- oder 0.7er-Version mitbringt, installieren Sie also entweder das Paket Digikamplugins oder Kipiplugins. Danach finden Sie im Menü Tools den zusätzlichen Eintrag MPEG Encoder.

Abbildung 1

Abbildung 1: Der MPEG-Encoder gehört zu den Kipi-Plug-ins, auf die viele KDE-Programme zugreifen, etwa Gwenview.

Probleme unter Suse

Was unter Mandrake und Debian Linux praktisch eine Sache von Sekunden ist, gelingt bei Suse Linux nicht so einfach. Wegen bestimmter Patente hat die Nürnberger Distribution den MPEG-Encoder aus dem Kipiplugins-Paket entfernt. Auch Nutzer älterer Versionen von Suse Linux haben Pech: Die dort mitgelieferten Digikamplugins enthalten den MPEG-Encoder ebenfalls nicht.

Um dennoch mit seiner Hilfe Videos aus Ihrer Fotosammlung zu erzeugen, müssen Sie die Kipiplugins neu aus dem Quellcode zu übersetzen. Dabei reicht es jedoch nicht aus, sich bei dem Source-RPM von Suse zu bedienen. Dort liefert der Distributor das Unterverzeichnis mpegencoder nicht mit, so dass Sie auch nach dem Neukompilieren den MPEG-Encoder nicht im Menü finden. Verwenden Sie stattdessen das Tar-Archiv von der Homepage des Projekts und übersetzen Sie es mit ./configure, make und make install.

Standardmäßig landen die auf diese Weise übersetzten Plug-ins in den Verzeichnissen unterhalb von /usr/local. Damit KDE-Programme die Erweiterungen auch dort finden, setzen Sie beim Start der grafischen Oberfläche die Variable KDEDIRS auf das Verzeichnis in dem der KDE-Desktop installiert ist und auf /usr/local. Der richtige Befehl lautet unter Suse Linux:

export KDEDIRS=/usr/local:/opt↩
/kde3

und Sie können ihn beispielsweise in die Datei .bash_profile in Ihrem Home-Verzeichnis schreiben.

Damit hat der Ärger unter Suse Linux jedoch noch kein Ende. Intern greift das MPEG-Encoder-Plug-in auf die Programme der Mjpegtools zurück. Dieses Paket ist zwar Bestandteil von Suse Linux, aber es fehlen die beiden Programme mp2enc und mpeg2enc, die das Plug-in aufruft. Um die beiden nachzurüsten, installieren Sie das RPM-Paket mit den Mjpegtools, das Sie unter [4] finden.

Wenn Sie mit einer Suse-Version von 8.2 bis 9.2 arbeiten, können Sie den Aufwand minimieren, indem Sie die Erweiterungspakte einspielen, die unsere Schwesterzeitschrift EasyLinux in ihrem Download-Bereich [5] und auf der Heft-CD von Ausgabe 06/2005 anbietet. Auch dort [6] waren die fehlenden Programme unter Suse Linux Thema eines Artikels. Haben Sie die Ausgabe 06/2005 von EasyLinux nicht zur Hand, laden Sie die Pakete von der LinuxUser-Web-Seite herunter.

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