Brandstifter
Version 2.0.0.2 im Test
Neuer Zunder
Der Versionssprung von Version 2 auf Version 2.0.0.2 verdeutlicht, dass seit dem letzen Test [1] keine Wunder geschehen sind. Dennoch gibt es einige Neuerungen, wie beispielsweise die Unterstützung für Layer-Jump Recording bei DVD-R-DL (Dual-Layer). Dahinter verbirgt sich die Möglickeit, Dual-Layer-DVD-Rs in mehreren Sitzungen nach und nach zu füllen, wobei das Brennprogramm beide Ebenen der Scheibe abwechselnd beschreibt. Laut Herstellerangaben ist damit Nero das einzige Programm, welches die noch recht seltenen Dual-Layer-DVDs vollständig unterstützt.
Darüberhinaus gestattet es Ihnen die Nero-Neuauflage, DVD-Video und miniDVD zu erzeugen, wenn bereits die entsprechenden VIDEO_TS und AUDIO_TS-Verzeichnisse vorhanden sind. Das Zusammenstellen von Video-Datenträgern aus Video-Dateien, wie es die Windows-Version von Nero unterstützt, ist mit der Linux-Version des Programms noch nicht möglich. Dafür können Sie inzwischen ISO-spezifische Optionen festlegen. Dabei stehen Einstellungen wie der CD-Sektor-Typ Mode 1 oder Mode 2/XA sowie die unterstützten Erweiterungen Joliet (lange Dateinamen unter Windows) und RockRidge (lange Dateinamen unter Linux) zur Verfügung. Zum Festlegen dieser Parameter dient der Karteireiter ISO Options im Konfigurationsdialog. Detailinformationen zu diesen Optionen finden Sie unter [3].
Eine weitere Neuerung besteht darin, Audio-Signale mit Brennereignissen zu verknüpft. Diese neue Funktion bringt leider nur denjenigen etwas, die zur Soundausgabe entweder OSS oder aber den in die Jahre gekommenen Sound-Daemon ESD benutzen. Hat beispielsweise das KDE-Sound-System Arts die Audio-Hardware in Beschlag genommen, kann Nero das Gerät nicht verwenden und bleibt stumm.
Das Umschalten zwischen OSS, ESD und das Ausschalten der akkustischen Benachrichtigung erfolgt unter FilePreferences im Karteireiter System Configuration. Die abzuspielenden Klänge legen Sie im selben Dialog auf dem Registerreiter Sounds fest.
Ahead hat der neuen Nero-Version nicht nur weitere Features spendiert, sondern auch die Gelegenheit genutzt, Fehler in der Software zu beheben und bereits vorhandene Funktionen zu erweitern. Ein detailliertes Changelog finden Sie unter [4].
Brandhemmer
Dass Nero für Linux mit der Windows-Version nicht mithalten kann, ist kein Geheimnis. Aber selbst im Vergleich mit Linux-Anwendungen wie K3b [5] ist Nero keineswegs der Weisheit letzter Schluß. Ein Projekt-Wizard fehlt dem Programm leider immer noch. Drag & Drop funktioniert zwar sowohl innerhalb von Nero als auch aus dem Konqueror, man muss aber darauf achten, das richtige Ziel zu wählen. Der Bereich, der in Abbildung 1 links unten den Verzeichnisbaum darstellt, ignoriert das Loslassen von Dateien und Verzeichnissen. Lediglich die rechts davon befindliche Dateiliste nimmt die Lieferung entgegen.
Eine interessante Funktion von Nero ist das Konvertieren von Audio-Formaten. Ebenso wie für das Abspielen von Audio-Dateien per Doppelklick oder per Drag & Drop auf den unten rechts im Nero-Fenster befindlichen Knopf, ist es zumindest unter SuSE 9.3 notwendig, mit Hilfe des Online-Updates die vier Multimedia-Option-Packs einzuspielen. Alternative dazu können Sie die notwendigen Tools mpg123 bzw. ogg123 manuell nachinstallieren. Zum Konvertieren zwischen den Formaten sind weitere Helferlein notwendig: So greift Nero auf lame zurück, um MP3-Dateien zu erstellen, sox kümmert sich um die Ausgabe ins Wav-Format, und oggenc konvertiert Audio-Dateien nach OggVorbis.
Auf dem Registerrreiter File Types im Konfigurationsdialog besteht die Option, weitere Hilfsprogramme einzutragen und Nero so den Umgang mit weiteren Formaten beizubringen, wie etwa Flac (Abbildung 6).
Beim Konvertieren vom MP3- ins WAV-Format erzeugte Nero auf dem Testsystem Dateien, die nur Rauschen enthielten. Schuld war die falsche Einstellung der dateiinternen Ordnung von Bytes. Leider quittierte Nero das Erzwingen der little-Endian-Reihenfolge, im Encoding-Dialog von WAV-Dateien sporadisch mit einem Absturz. Nach mehreren Versuchen gelang das Konvertieren dennoch und die so erzeugte Datei war fehlerfrei – aufgrund der Instabilität ist die Funktion jedoch nicht produktiv nutzbar.
Um mit Nero Audio-CDs zu brennen, verwenden Sie den Track-Editor. Sie erreichen ihn am schnellsten mit einem Druck auf [F4]. Anschließend bewegen Sie die gewünschten Audio-Dateien via Drag & Drop in die Track-Liste. In unserem Test kam Nero jedoch lediglich mit MP3-Dateien zurecht. Die selbst erzeugten Wav-Dateien bemängelte das Programm als zu lang. Die Länge von OggVorbis-Dateien konnte Nero mangels des Programms Oggtst nicht bestimmen. Diese Anwendung ist inzwischen von den Entwicklern der OggVorbis-Tools durch Ogginfo ersetzt worden. Um Nero dazu zu bringen, dieses Programm zu verwenden, tragen Sie in dem in Abbildung 6 dargestellten Dialog ogginfo "$file" anstelle von oggtst "$file" in der Zeile zu .ogg und der Spalte Detect Size ein. Weiterhin ist es nötig, in der folgenden Spalte dieser Zeile
strval(regexp("^length=([0-9]↩
*)"))*44100*4durch
strval(regexp("Total data ↩
length: ([0-9]*)"))*12.9zu ersetzen, damit Nero auch Audio-CDs aus OggVorbis-Dateien erzeugt.



