Fast jedem Brenner liegt die OEM-Version von Nero bei, wodurch sich das Programm unter Windows zur Standard-Anwendung in Sachen CDs und DVDs brennen gemausert hat. Seit Anfang dieses Jahres schickt sich der Hersteller Ahead an, den römischen Brandstifter auch unter Linux salonfähig zu machen. Unser erster Test der Software [1] zeigte jedoch, dass die Linux-Variante vom Funktionsumfang her nicht an die Windows-Version heranreicht. In diesem Artikel erfahren Sie, ob Version 2.0.0.2 gegenüber dem Windows-Pendant Boden gutmachen kann und welche neuen Features hinzugekommen sind.
Brennstoffbeschaffung
NeroLINUX (Abbildung 1) können Sie mitlerweile kaufen, ohne eine Windows-Lizenz ihr eigen zu nennen. Für 19,99 Euro erwerben Sie eine Seriennummer, welche die unter [2] erhältliche Demo-Version in eine Vollversion umwandelt. Bevor Ahead Linux-Nutzer zur Kasse bittet, können Sie den Brennwert von NeroLINUX ausgiebig testen. Während dieser Artikel entstand, bot der Hersteller eine bis zum 31. August lauffähige Demo-Version an. Am 01.09. verschwand diese von der Web-Seite und wich dem Versprechen, in Kürze ein neues Demo-Paket anzubieten, das schließlich am 05.09. zum Download bereitstand (Abbildung 2).
Die Systemvoraussetzungen von Nero sind relativ bescheiden: Das Programm verträgt sich mit RPM- und Deb-basierten Linux-System ab Kernel-Version 2.4.x. Ebenfalls Pflicht ist die GTK-Bibliothek in Version 1.2, die alle gängigen Linux-Distributionen von Haus aus mitbringen. An Hardware sollten Sie mindestens ein System mit 500 MHz-Prozessor und 64 MByte Arbeitsspeicher nutzen. Wie viel Plattenplatz Sie benötigen, hängt von der Größe der zu brennenden Datenträger ab: Für DVDs gibt der Hersteller einen Platzbedarf von bis zu 9 GByte an. Die 50 MByte, die die Software selbst auf der Platte belegt, fallen dabei nicht weiter ins Gewicht. Offiziell unterstützt Nero die 32-Bit-Versionen der folgenden Linux-Distributionen für die Intel-Architektur:
- Suse Linux ab Version 8.0
- Red Hat Linux ab Version 7.2
- Fedora Core 1 bis 4
- Debian GNU/Linux ab Version 3.0 mit einem Kernel der Version als 2.4.x oder 2.6.x (standardmäßig installiert Debian Woody einen 2.2er-Kernel)
Obwohl nicht in dieser Liste enthalten, arbeitet Nero auch mit Mandrake Linux 10.1 zusammen. Benutzer Debian-basierter Distributionen finden auf der Download-Seite ein Paket im Deb-Format; Anwender von Suse Linux, Fedora und Co. greifen zum RPM-Paket.
Bevor Sie das Programm mit dem Software-Installationswerkzeug Ihrer Distribution einspielen, überprüfen Sie die Validität des heruntergeladenen Archivs anhand der MD5-Summe: Dazu berechnen Sie beispielsweise unter Suse Linux mit Hilfe von md5sum nerolinux-2.0.0.2-x86.rpm den MD5-Hash-Wert des Paketes und vergleichen ihn mit dem, den Ahead auf der Download-Seite angibt. Stimmen die beiden Zeichenketten überein, spielen Sie das Programm ein. Die Installationsroutine legt dabei auch einen Eintrag im KDE-Menü an, wie in Abbildung 3 zu sehen.
Kompromissloser Feuerteufel
Beim ersten Start sucht Nero nach einem Brenner. Auf unserem SCSI-freien Test-Notebook unter Suse Linux 9.3 beschwert sich die Anwendung, dass sie auf einige SCSI-Geräte nicht zugegreifen könne (Abbildung 4). Die Funktionalität beeinträchtigt das nicht, sodass Sie Nero über die entsprechende Checkbox anweisen können, den Hinweis in Zukunft zu unterlassen.
Den Hinweis auf Applikationen, die Nero am Zündeln hindern, sollten Sie jedoch nicht ignorieren. Wie Abbildung 5 verdeutlicht, verträgt sich Nero unter Suse nicht mit den Diensten susewatcher und suseplugger. Der erstgenannte kümmert sich unter anderem um die Benachrichtigung bei vorhandenen Sicherheits-Updates, so dass die Deaktivierung des Dienstes eigentlich nicht zu empfehlen ist. Der suseplugger wacht darüber, welche Hardware sie anschließen und bietet entsprechende Aktionen an: Beispielsweise den Start des Konquerors wenn Sie einen USB-Stick mit dem Rechner verbinden. In unseren Tests funktionierte das automatische Mounten von CD-ROMs nicht mehr, wenn Nero zusammen mit aktivem suseplugger benutzt wurde.



